{"id":10197,"date":"2020-07-26T19:43:59","date_gmt":"2020-07-26T18:43:59","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wababbel.de\/ferdi\/?page_id=10197"},"modified":"2020-07-26T19:44:29","modified_gmt":"2020-07-26T18:44:29","slug":"m-denis-an-gott","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/?page_id=10197","title":{"rendered":"M. Denis: An Gott"},"content":{"rendered":"<p><strong>Michael Denis: An Gott<\/strong><\/p>\n<p>Gleich dem gefl\u00fcgelten Heere der S\u00e4nger am ewigen Sitze<br \/>\nDeines Reiches, Allweiser, Allm\u00e4chtiger, Hoher, Erbarmer,<br \/>\nVater der Menschen! ergreif&#8216; ich mein Spiel, und wage mein volles,<br \/>\nSchwellendes Herz ins laute Frohlocken der Saiten zu gie\u00dfen,<br \/>\n<strong>5<\/strong> Wage dein Lob. Doch kann sich, o Schaffer unz\u00e4hliger Welten!<br \/>\nKann am Staube von einer der Welten ein W\u00fcrmchen sich auftun,<br \/>\nSagen: Ich wage sein Lob? Dein Lob ist Erkennen und Danken.<br \/>\nJa, dies kann es! Erkennen und Danken. Du hast mich erschaffen,<br \/>\nHast mich erhalten, ern\u00e4hrt, noch ehe die Seele dich kannte,<br \/>\n<strong>10<\/strong> Ehe die Zunge des Kindes den holden, vertraulichen Namen:<br \/>\nHimmlischer Vater! zu bilden vermochte. Du hast mir Erzeuger,<br \/>\nWelche dich liebten, gegeben. Sie lehrten mich fr\u00fche dich lieben.<br \/>\nTreuer Vergelter! Du hast sie gerufen! O str\u00f6me die F\u00fclle<br \/>\nDeiner Vergeltungen \u00fcber sie beide! Nicht immer \u2013 ich kann es,<br \/>\n<strong>15<\/strong> Seher der Herzen! nicht bergen vor dir \u2013 nicht immer verfolgt&#8216; ich,<br \/>\nDen sie mir wiesen, den Pfad, ein weicher, f\u00fchlender J\u00fcngling!<br \/>\nWende den richtenden Blick von Stunden der Irre des weichen,<br \/>\nF\u00fchlenden J\u00fcnglinges ab! Du wei\u00dft es, Erbarmer! in Tr\u00e4nen<br \/>\nKam er doch immer zur\u00fccke zu dir, und Liebe zur Tugend,<br \/>\n<strong>20<\/strong> Liebe zur Weisheit, die niemal erlosch, entflammten ihm endlich<br \/>\nSiegend ein weicheres Herz. Nun hab&#8216; ich ein halbes Jahrhundert<br \/>\nDeiner Gnaden genossen, in tr\u00fcben und helleren Tagen<br \/>\nDeiner Leitung am Arme gefolgt. Oft w\u00e4hnt&#8216; ich, es h\u00fcben<br \/>\nBerge vor mir sich empor; die kehrte dein Finger in Ebnen.<br \/>\n<strong>25<\/strong> Klein ist die Reihe der tr\u00fcberen Tage, verglichen mit hellen,<br \/>\nDie du mir gabst. Ich suchte die Liebe zur Tugend und Weisheit<br \/>\nJ\u00fcnglingen hoher Geburt im Busen zu wecken, und mancher,<br \/>\nGl\u00fccklich dadurch, macht andere gl\u00fccklich. Ich f\u00fchrte den alten<br \/>\nGeist des Liedes, und manches Erkenntni\u00df ans Ufer der Donau<br \/>\n<strong>30<\/strong> Wieder zur\u00fccke. Mein Flei\u00df fand Huld und Beifall im Auge<br \/>\nMeiner F\u00fcrsten. Mich ehret mein Volk. Mich lieben, in Deutschlands<br \/>\nWeite Gebiete verstreut, sehr viele der Weisen. Wer gab mir<br \/>\nDieses zu tun, zu verdienen die Kraft? Wer gab mir den Willen,<br \/>\nG\u00fctiger Leiter! als du? Dir dank&#8216; ich die Liebe zur Arbeit,<br \/>\n<strong>35<\/strong> Dank&#8216; ich ein stilles, gen\u00fcgsames Herz, das W\u00fcrden nicht reizen,<br \/>\nDie es nicht selber sich gibt, das Ehrenzeichen nicht reizen,<br \/>\nDie nicht stets der Verdientere tr\u00e4gt. Dir dank&#8216; ich die Liebe<br \/>\nMeines Geschlechts und aller Gesch\u00f6pfe, die Liebe zur Eintracht,<br \/>\nUnd das erh\u00f6hte Gef\u00fchl von jedem wahren Verdienste,<br \/>\n<strong>40<\/strong> F\u00e4nd&#8216; ich auch dieses Verdienst am niedrigsten H\u00fcttenbewohner.<br \/>\nHerr! dies dank&#8216; ich dir alles, und jede geheimere F\u00fcgung<br \/>\nDeiner Vorsicht mit mir, ein Dunkel dem Waller im Staube;<br \/>\nAber am Ziel&#8216; einst hellester Ausblick in&#8217;s ewige Leben.<br \/>\nHerr! was kann ich? Vergelten? O nein! Erkennen und Danken!<br \/>\n<strong>45<\/strong> Siehe des Geistes Erkenntnis, und h\u00f6re das Opfer des Dankes,<br \/>\nWelches von betenden Lippen herunter ins Harfenspiel einstr\u00f6mt.<br \/>\nLeite den Betenden fort! Ich habe die l\u00e4ngere Strecke<br \/>\nMeines Weges zur\u00fcckgeleget, und nahe dem Ziele.<br \/>\nIst es erreicht, entstrebet die Seele der irdischen H\u00fclle,<br \/>\n<strong>50<\/strong> Die du zur treuen Gef\u00e4hrtinn ihr gabst, dann, Vater! er\u00f6ffne<br \/>\nDeiner Erbarmungen Schoo\u00df, und kr\u00f6ne die F\u00fclle der Gnaden,<br \/>\nDie du von meinem Entstehn so zahllos \u00fcber mich ausgoss&#8217;t,<br \/>\nMit der letzten, der gr\u00f6\u00dften, dem seligen, ewigen Anschaun!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Michael Denis: An Gott Gleich dem gefl\u00fcgelten Heere der S\u00e4nger am ewigen Sitze Deines Reiches, Allweiser, Allm\u00e4chtiger, Hoher, Erbarmer, Vater der Menschen! ergreif&#8216; ich mein Spiel, und wage mein volles, Schwellendes Herz ins laute Frohlocken der Saiten zu gie\u00dfen, 5 Wage dein Lob. Doch kann sich, o Schaffer unz\u00e4hliger Welten! 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