{"id":4078,"date":"2015-04-03T23:31:07","date_gmt":"2015-04-03T21:31:07","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wababbel.de\/ferdi\/?page_id=4078"},"modified":"2015-04-22T00:03:53","modified_gmt":"2015-04-21T22:03:53","slug":"dritter-gesang","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/?page_id=4078","title":{"rendered":"Dritter Gesang"},"content":{"rendered":"<p>Jetzo geb\u00fchrt uns dem Wink Hygieens willig zu folgen<br \/>\nZu des gefeierten Tempels orakelredendem Altar,<br \/>\n<span style=\"color: #993366\">Wo den ehernen Tafeln<\/span> der Rat der Weisen vertraut ist,<br \/>\nWo der G\u00f6ttin Hand mit diamantenem Griffel<br \/>\nAuch f\u00fcr den Trinker der Heilungsquellen die Regeln der Weihe<br \/>\nEingrub. Ohne Gel\u00fcbde gew\u00e4hren die reinen Najaden<br \/>\nNie der Genesung Gl\u00fcck; dem Gelobenden str\u00f6met allein nur<br \/>\nIhr Heilwasser zum Segen. Wohlauf, ihr Musen, enth\u00fcllet,<br \/>\nWas euch P\u00e4on gelehrt, im Gesang, und bestreuet der Vorschrift<br \/>\nOft zu dornigen Pfad mit des Pindus duftenden Blumen!<\/p>\n<p>Wenn du zu kosten begehrst die Frische des Quells an der Grotte,<br \/>\nWo die Nymphe dir selbst darreicht die Flut der Genesung,<br \/>\nLerne zuerst recht w\u00e4hlen die Zeit zur gl\u00fccklichen Heilung.<br \/>\nWann am hohen Geb\u00e4lk schon Progne die Nestlinge f\u00fcttert,<br \/>\nZephyr bereits im Gefild des Fruchtbaums Bl\u00fcten umherweht,<br \/>\nWenn <span style=\"color: #993366\">der herrlichen Maja Gestirn<\/span> herstrahlt in der Fr\u00fche,<br \/>\nSchon zur Heumahd sch\u00e4rfet die Sense der emsige Feldmann;<br \/>\nWann der feuchtende Fr\u00fchling entflieht, und der heitere Sommer<br \/>\nNun das schwellende Jahr mit strahlendem Zepter beherrschet:<br \/>\nDann, ihr Siechen, enteilt, enteilt der verpesteten Stadtluft,<br \/>\nEilt auf st\u00e4ubenden R\u00e4dern den Berg hinan, und hinunter<br \/>\nWieder zum Tal, hindurch den Wald zum reizenden Tempe,<br \/>\nWo die Nymphe des Quells euch zuruft frohes Willkommen.<br \/>\nHorch! So t\u00f6nt ihr Gesang zum Empfang aus d\u00e4mmernder Mooskluft:<br \/>\nKommt, ihr Geweihten der Qual! Ihr Opfer der blassen Morbona!<br \/>\nSeid mir willkommen im Tal! F\u00fcr Liebeskummer und M\u00fchsal<br \/>\nQuillt Vergessenheit hier; hier bl\u00fchn hesperische G\u00e4rten;<br \/>\nKein blauschuppiger Drache bewacht sie; hier ist das Eiland<br \/>\nHeiterer Ruh, wo jeder in sorgenzerstreuender Mu\u00dfe<br \/>\nSelige Tage verlebt; hier s\u00e4uselt ein gr\u00fcnendes Daphne,<br \/>\nL\u00e4chelt ein duftendes Enna, bew\u00e4ssert m\u00e4andrischer B\u00e4che<br \/>\nSilber ein tempisches Tal: ein Idyllenleben zu f\u00fchren<br \/>\nWinkt ein Arkadien hier, wo jeder J\u00fcngling ein Hirt ist,<br \/>\nSch\u00e4ferin jegliches M\u00e4dchen; wo Grazien T\u00e4nze beginnen;<br \/>\nJa, wo selber die Musen des Pindus goldenes Haintal<br \/>\nWiederfinden, und oft dem entzogenen Waller erscheinen,<br \/>\nWann er einsam im Dunkel entlegener Schatten verweilet.<br \/>\nNaht euch ohne Verzug, ihr Heilungssuchenden, naht euch<br \/>\nMeinem Gebiet! Hier wird in der K\u00fchle des luftigen Haines<br \/>\nEuch unsichtbar begegnen die lebensfrohe Genesung,<br \/>\nEuch mit dem Nelkenodem umwehen auf einsamen Pfaden,<br \/>\nEuch erquicken im s\u00fc\u00dfen, balsamischen Schlummer, und huldvoll<br \/>\nNach vollendeter Heilung zur\u00fcck in die Heimat begleiten.<\/p>\n<p>Seis Emserias Quell, wohin dein Ross dich getragen,<br \/>\nSeis die bergige Flut der gepriesenen <span style=\"color: #993366\">Spadakrene<\/span>,<br \/>\nOder das Felsental der eisbehangnen Sudeten,<br \/>\nStets mit sorgsamer Wahl betrachte die Lage der Wohnung,<br \/>\nLass dich warnen ein Haus zu beziehn am sumpfenden Moorteich,<br \/>\nWo nur Schilfe gedeihn, Irrlichter in n\u00e4chtlicher Stille<br \/>\nTanzen im feuchten Busch mit stygischen D\u00fcnsten umw\u00f6lket;<br \/>\nAuch nicht im niedrigen Tal, von \u00fcberhangenden Felsen<br \/>\nRings umragt; in dem Schattendom des tieferen Forsts nicht,<br \/>\nWo der belebende Nord die faulenden Bl\u00e4tter am Boden<br \/>\nNimmer zerstreut, und der Zweige Gew\u00f6lb kein Regen durchnetzet;<br \/>\nNicht, wo von keinem Winde bewegt, der faule Morast ruht.<br \/>\nKeiner berede dich je dem Herd hier deine Penaten<br \/>\nAnzuvertraun, und t\u00fcrme sich auch von penthelischem Marmor<br \/>\nHier ein Palast mit Hundert Gem\u00e4chern empor in die Wolken.<br \/>\nKiese die Villa dort an des H\u00fcgels bekr\u00e4utertem Abhang,<br \/>\nWo der bl\u00fchende Quendel umher Ger\u00fcche verbreitet;<br \/>\n<span style=\"color: #993366\">Wo den knospenden Tannen<\/span> balsamischer Duft, und <span style=\"color: #993366\">der reinste<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #993366\"> \u00c4ther im Sonnenlicht<\/span> entstr\u00f6mt; wo jeglicher Morgen<br \/>\nDurch dein Fenster, von Reben umrankt, das goldene Fr\u00fchrot<br \/>\nAus dem Schlummer dich weckt; an jeglichem Abend ein B\u00e4chlein,<br \/>\nDessen Kristall durch raues Geklipp hinab in das Tal rollt,<br \/>\nDich in den Schlaf einwiegt mit leisem, melodischem Rieseln.<br \/>\nOder gef\u00e4llt dir mehr der l\u00e4ndlichen H\u00fctte bemoostes<br \/>\nHalmendach, so liege sie dort in heiterer Freie,<br \/>\nVorn mit Pappeln umpflanzt, dahinter ein schattiges G\u00e4rtchen,<br \/>\nWo die Nachtigall ihr Nest in dem Haselgeb\u00fcsche<br \/>\nNeben dem sanften Falle des Kieselbaches bewohnet.<br \/>\nSchau, dort winket dir auch der taubenumflatterte Landsitz,<br \/>\nWo vielleicht ein alter Palemon in l\u00e4ndlicher Mu\u00dfe<br \/>\nRuhige Tage verlebt; vielleicht ein Vertrauter der Musen,<br \/>\nDer dich in seinem romantischen Tibur gerne beherbergt;<br \/>\nOder ein gastlicher Freund des menschenerhaltenden Feldbaus,<br \/>\nDer dem Fremdlinge gern <span style=\"color: #993366\">in den Hallen seines Scillonte<\/span><br \/>\nEinzukehren verg\u00f6nnt, und den Wanderer gerne bewirtet.<br \/>\nDies von der Wohnungen Wahl. Anjetzt, heikundige Muse,<br \/>\nMelde, wie jeglicher soll der Heilung Weihe beginnen.<br \/>\nWann das braune Gew\u00f6lk am Saum der fliehenden Nacht sich<br \/>\nSanft in r\u00f6tlichen Duft aufl\u00f6st um die Pforten des Aufgangs,<br \/>\nUnd in der Heitre zerflie\u00dft zum schimmernden Schleier Hemerens;<br \/>\nRingsum wirbelt der Wald mit tausend Stimmen; die Lerche<br \/>\nSchwebt im azurnen \u00c4ther mit gl\u00e4nzenden Schingen und jubelt<br \/>\nFr\u00f6hlich den Morgengesang; die balsamatmende Rose<br \/>\n\u00d6ffnet den himmlischen Busen dem buhlenden Strahle der Sonne,<br \/>\nDie mit fl\u00fcssigem Golde den Berg kr\u00f6nt; Tellus err\u00f6tet,<br \/>\nGleich der erwachenden Braut, und prangt im blitzenden Fr\u00fchtau:<br \/>\nWenn euch dieses entz\u00fcckt, und es euch kein Celsus verbietet,<br \/>\nAus dem Gemache zu gehn, zu verlassen das weichliche Lager:<br \/>\nDann eilt ohne Verzug, dies ist die Stunde der Weihe,<br \/>\nAbzusch\u00fctteln den Schlaf; dann eilt zu den Hallen der Nymphen,<br \/>\nSch\u00f6pft mit hellem Kristall aus sprudelnder Urne die Frische,<br \/>\nSch\u00f6pfet und trinkt, wie er perlet und sch\u00e4umt, der berauschende Nektar!<br \/>\nWelch ein erfrischender Trunk! An begeisternden Tugenden reicher<br \/>\nAls der kastilische Quell, der oft unheilige Trinker<br \/>\nTreibt zur rasenden Wut, und selbst den Geweihten der Dichtkunst,<br \/>\nDen im innersten Hain Melpomene selber bekr\u00e4nzte,<br \/>\nOft zu st\u00fcrmisch entflammt, ihn treibt bei n\u00e4chtlicher Lampe<br \/>\nSich mit erbleichenden Wangen zum fr\u00fchen Gabe zu singen.<br \/>\nWelch ein erfrischender Trunk! Der selbst die Pfeile des Todes<br \/>\nAbzust\u00fcmpfen vermag, und das schwarze Verh\u00e4ngnis zu fernen;<br \/>\nDer zum froheren Lebensgenuss die Sterblichen kr\u00e4ftigt,<br \/>\nSch\u00e4rfet des Genius Blick, und die Sinne zum sch\u00f6nsten Verein stimmt,<br \/>\nDass in dem Helden die hohe Begierde wieder erwachet<br \/>\nNach unsterblichem Ruhm und lorbeerw\u00fcrdigen Taten;<br \/>\nDer um des Barden Stirn des Tr\u00fcbsinns Wolken zerstreuet,<br \/>\nDass sein entfesseter Geist die Fl\u00fcgel rascher enfaltet,<br \/>\nGleich dem steigenden Aar sich emporschwingt \u00fcber der Sch\u00f6pfung<br \/>\nGrenzen hinaus, und den Donnergesang der Sph\u00e4ren belauschet.<br \/>\nWelch ein erfrischende Trunk! Der selbst des wankenden Alters<br \/>\nErdw\u00e4rts sinkendes Haupt, und den matten Blick, der das Grab sucht,<br \/>\nWieder emporhebt, dass es sich g\u00fcrtet, von neuem zu leben;<br \/>\nDer den J\u00fcngling erqickt, dass ihm das Leben zum Leben<br \/>\nWird, er stark sich f\u00fchlt, nach gro\u00dfen Taten zu jagen;<br \/>\nDer das M\u00e4dchen erquickt, mit den Purpurbl\u00fcten der Hebe<br \/>\nIhm die freiere Stirn bekr\u00e4nzt, dass unter dem Kranze<br \/>\nWieder die Schalkheit lacht, und den Liebling wieder bezaubert,<br \/>\nDer in der Heimat Auen der Wiedergenesenen harret.<\/p>\n<p>Nie verleite der Rat des unberufenen Kl\u00fcglings<br \/>\nDich, in den k\u00f6stlichen Gaben der g\u00fctigen Nymphe zu schwelgen.<br \/>\nTrinke gemach und wandle dabei! So lautet die Regel.<br \/>\nDuftig wehet der Morgen, und k\u00fchl; drum wandere langsam<br \/>\nDort in dem Fruchtbaumw\u00e4ldchen umher, und lausche dem Sumsen<br \/>\nHonigsammelnder Bienen im goldbeschimmerten Wipfel;<br \/>\nOder geselle dich auch zudem Schwarm der Waller im Dunkel<br \/>\nGelblichbl\u00fchender Linden und heitre den Geist im Gespr\u00e4ch auf.<br \/>\nIst dir ein Pylades unter der Menge, so wandle mit diesem<br \/>\nUnter sokratischem Scherz in des Lusthains gr\u00fcnen Gehegen,<br \/>\nOder am ruhenden See, von dem Sommermorgen ger\u00f6tet.<br \/>\nBist du Verehrer des holden Geschlechts, kein strenges Gehei\u00df wehrt<br \/>\nDir auch hier an der Quelle der Nymphen den weiblichen Umgang.<br \/>\nFruchtlos ist das Get\u00e4ndel der Fantasie f\u00fcr den Geist nicht,<br \/>\nWelcher sich abzuspannen gedenkt; umnachtet ihn Tiefsinn,<br \/>\nEine Musarion, eine Diotima wird ihn erheitern.<br \/>\nJ\u00fcnglinge, lauscht dem Gesang! Ihn singt kein gr\u00e4melnder Eifrer,<br \/>\nDem die gerunzelte Stirn sich w\u00f6lkt ob dem lieblichen Taumel<br \/>\nSelbst der edleren Liebe. Bekannt mit dem jungen Verlangen,<br \/>\nDas in dem z\u00e4rtlichen Busen entflammt der Zauber der Sch\u00f6nheit,<br \/>\nWerd&#8216; ich durch finsteren Ernst nie wagen, euch in dem holden<br \/>\nWahne zu st\u00f6ren, der euch in den s\u00fc\u00dfesten Stunden verg\u00f6ttert.<br \/>\nIch auch habe geliebt; dies Herz, noch warm, wie das eure,<br \/>\nHuldigt dem zarten Geschlecht; noch ruht dies Auge mit Wonne<br \/>\nAuf der sch\u00f6nen Gestalt und den Z\u00fcgen weiblicher Anmut.<br \/>\nF\u00fcrchtet darum kein Tadlergesicht, das die Miene der Weisheit<br \/>\nHeuchelt, und Freuden verdammt, die selbst die strengere Tugend<br \/>\nBilliget. Aber vernehmt die Stimme der sanfteren Warnung.<br \/>\nSittliche Grazie weihe veredelnd eure Gef\u00fchle,<br \/>\nEuer zartes Verlangen, und eure geliebteren W\u00fcnsche!<br \/>\nF\u00fcrchtet, sobald ihr diese beleidigt, den Zorn Hygieens.<br \/>\nZwar an dem Schuldigen r\u00e4cht sich nicht selbst der G\u00f6ttinnen beste,<br \/>\nNur zum Segen der Welt erkor sie der Vater der Menschen,<br \/>\nAber sie wendet sich weg von dem Frevler, und winket der hehren<br \/>\nNemesis. Wehe dem Ungl\u00fcckssohn, den diese verfolget!<br \/>\nWem mit richtendem Ernst die Vergelterin B\u00f6ses verh\u00e4nget,<br \/>\nSolcher entrinnt auf Erden hinfort herznagendem Gram nicht.<br \/>\nFreudlos irrt er umher, und klagt sein banges Geschick nur,<br \/>\nBei wehdrohender V\u00f6gel Ge\u00e4chz, ein\u00f6digen W\u00e4ldern.<br \/>\nF\u00fcr ihn bekr\u00e4nzt umsonst sich der Mai; sein hellester Wohllaut<br \/>\nT\u00f6nt ihm wie Totengesang. Und ach! wie welket die Bl\u00fcte<br \/>\nSeiner Wangen dahin! Wie bleicht fr\u00fchzeitiges Alter<br \/>\nIhm die Locken! Beweint ihn, Nymphen, beweinet den J\u00fcngling!<br \/>\nIhn zu retten vermag selbst euer belebender Quell nicht;<br \/>\nDenn Hygiea z\u00fcrnt, und Nemesis r\u00e4chet die G\u00f6ttin.<br \/>\nDoch <span style=\"color: #993366\">bei der goldenen Schale der Enkelin P\u00e4ons<\/span> beschw\u00f6r&#8216; ich<br \/>\nDich, zartf\u00fchlende Freundin, und jeglichen Trinker der Heilflut,<br \/>\nSelber den Wonnetaumel der hohen veredelten Liebe<br \/>\nHier an den heiligen Quellen zu fliehn. Gef\u00e4hrlicher Taumel!<br \/>\nWo der Geist entschwebt in das Reich der lieblichen Tr\u00e4ume,<br \/>\nHin in das Feengebiet des dichtrischen, goldenen Alters,<br \/>\nUnd in die Zaubergefilde der holden, milesischen M\u00e4rchen;<br \/>\nSelbst dem Gesunden gef\u00e4hrlich, wofern er allzu begierig<br \/>\nSchl\u00fcrft das bezaubernde Gift der schw\u00e4rmerisch s\u00fc\u00dfen Gef\u00fchle,<br \/>\nWelches zuletzt die Bl\u00fcte der m\u00e4nnlichen Tugenden t\u00f6tet.<br \/>\nNoch unseliger ist verschm\u00e4hter Z\u00e4rtlichkeit Angsttraum.<br \/>\nHoffnung, Sorgen und Furcht, und die Martern der w\u00fcsten Alekto,<br \/>\nEifersucht, wie zerqu\u00e4len sie wechselnd den Busen des Armen!<br \/>\nWendet, ihr G\u00f6tter, von jedem Geweihten besserer Liebe,<br \/>\nWendet den schrecklichen Wahn, und straft damit den Verbrecher,<br \/>\nStraft den W\u00fcstling damit, und den schlauen Verf\u00fchrer der Unschuld!<br \/>\nSch\u00fctzet vor diesem Jammergeschick, o sch\u00fctzet vor allen,<br \/>\nDie den Urnen der Nymphen entsch\u00f6pfen den Trunk der Genesung!<br \/>\nEinmal ist nicht genug, den sch\u00e4umenden Becher zu leeren,<br \/>\nAngef\u00fcllt mit der Flut der gesundheitgebenden Quelle.<br \/>\nMehrmals kehre zur\u00fcck zu den Hallen der guten Najade,<br \/>\nSch\u00f6pfe von neuem und trink und wandle wieder nach Willk\u00fcr,<br \/>\nBis die neunte der Morgenhoren entz\u00fcndet den Mittag,<br \/>\nSchon im schw\u00fcleren \u00c4ther der Tau der Wiese sich aufl\u00f6st,<br \/>\nPhilomene bereits verstummt, und die leichtere Fr\u00fchkost<br \/>\nDich von dem Morgengang einladet zur d\u00e4mmernden Laube.<br \/>\nWann der Himmel entgl\u00fcht, der sanften Etesien Hauch nur<br \/>\nLeise die nickenden Halme bewegt im sonnigen Saatfeld,<br \/>\nNur eint\u00f6nig der Sommergesang der braunen Zikade<br \/>\nNoch in der Mittagsglut durchschwirret die laubigen Wipfel:<br \/>\nDann vollbringe Hygieens Gebot. Der schattige Dom winkt<br \/>\nDich in seine verschwiegenen Marmorhallen zum Bade.<br \/>\nDeine Glieder umfange mit schmeichelnder Welle die Flut hier.<\/p>\n<p>Einst in der Jugend der Welt, wo noch ungeschw\u00e4cht von der Krankheit<br \/>\nGliederl\u00f6sendem Gift der Menschen sch\u00f6ne Geschlechter<br \/>\nBl\u00fcheten, tauchten Gesunde sich nur in das st\u00e4rkende Strombad.<br \/>\nReligion und Gesetz gebot den V\u00f6lkern des Aufgangs<br \/>\nReinigung, eh sie zum Mahl sich lagerten, oder am Altar<br \/>\nOpferten. J\u00fcnglinge st\u00e4hlten den Arm zur Schlacht in dem Seebad,<br \/>\nSchwammen entgegen dem Strom, abh\u00e4rtend die nervigen Glieder.<br \/>\nNach m\u00fchseliger Heldengefahr Thrinakiens Eiland<br \/>\nSp\u00fclte sich wieder am Thermopyl <span style=\"color: #993366\">die Kraft des Herakles<\/span><br \/>\nAb den Staub und den Schwei\u00df, und es kehrte dem badenden Halbgott<br \/>\nWieder die m\u00e4chtige St\u00e4rke zur\u00fcck, die L\u00f6wen besiegte.<br \/>\nSparta st\u00fcrzte sich einst in die Str\u00f6mungen rei\u00dfender Fl\u00fcsse,<br \/>\nUnd es entstieg ein Geschlecht der Heroen der kalten Kristallflut,<br \/>\nTodverachtende, l\u00f6wenbeherzte Tyrannenbezwinger.<br \/>\nDoch als m\u00e4hlich das Heer hinraffender Seuchen hereinbrach,<br \/>\nSiechtum die Menschen ergriff, und ein fr\u00fcheres Alter des J\u00fcnglings<br \/>\nLocken versilberte, priesen der Heilkunst Meister das Bad an,<br \/>\nBleicher Entkr\u00e4ftung zum Heil. Der Vater der koischen Schule<br \/>\nLehrte zuerst der B\u00e4der Gebrauch die freien Pelasger.<br \/>\nAls, entarteter schon, sich die stolzen Quiriten entnervten<br \/>\nBeim Falernerpokal, und am Busen schlauer Korinnen,<br \/>\nSendete Musas Kunst <span style=\"color: #993366\">den Imperator<\/span> gen Baj\u00e4,<br \/>\nUnd in der keuschen Umarmung der Nymphen kr\u00f6nte Genesung<br \/>\nIhn mit sch\u00f6nerem Kranz, als Rom ihm gab im Triumphzug.<br \/>\nTuskische Nymphen, warum ach! flocht die neidische Parze,<br \/>\nEuren gefeierten Urnen zur Schmach, zum Jammer der Mutter,<br \/>\nSeinem Marcellus den Kranz aus Zweigen der d\u00fcstern Zypresse?<br \/>\nTaub ist, ruft ihr zur\u00fcck, das Ohr der eisernen Parze,<br \/>\nDunkel der Vorsicht Rat, labyrinthisch die Wege des Schicksals.<br \/>\nTr\u00f6ste dich, Schatten des Musa! Noch heut&#8216; entsteigen nicht alle,<br \/>\nFroh der Genesung, dem Bad, noch heute bekr\u00e4nzt die Zypresse<br \/>\nSelbst an dem Heiligtum der Najaden die Schl\u00e4fe des J\u00fcnglings,<br \/>\nUnd mit Rosen bestreun sein Grab nachweinende M\u00e4dchen.<br \/>\nMenschen und herrliche Werke der Menschen, selber der Erdkreis,<br \/>\nAlso will es der Ordner der Welt, gehn unter im Zeitstrom,<br \/>\nDer mit dumpfem Get\u00f6s hinrollt in die Tiefe der Urnacht,<br \/>\nUnd ihr Gebiet bedeckt mit dem Raube zertr\u00fcmmerter Welten.<br \/>\nSiehe, der Wanderer findet, wo Bajas Marmorpal\u00e4ste<br \/>\nPrangten, gesunkene Tr\u00fcmmer. Sein Laubnetz h\u00e4nget der Efeu<br \/>\nUm das Geb\u00e4lk; den Fu\u00df korinthischer S\u00e4ulen umwuchern<br \/>\nNesseln und Sandriedgras. Einst t\u00fcrmten sich bl\u00fchende St\u00e4dte,<br \/>\nWo kein Leben sich jetzt mehr regt. Durch pr\u00e4chtige Gassen<br \/>\nStr\u00f6mte der B\u00fcrger Gew\u00fchl ein her und hin mit Get\u00fcmmel,<br \/>\nGleich Ameisen im Sommergefild voll reifender Ernten.<br \/>\n\u00dcber den Markt hin rollten und her goldschimmernde Wagen,<br \/>\nDenen der Reisigen Schar nachzog. Auf luftigem S\u00f6ller<br \/>\nStanden geschm\u00fcckt holdselige Fraun und rosige M\u00e4dchen,<br \/>\nWelche den prangenden Zug ansahn, und den Gru\u00df des Erw\u00e4hlten<br \/>\nDurch ein freundliches L\u00e4cheln erwiderten. Aber dahin schwand<br \/>\nR\u00f6mischer Gr\u00f6\u00dfe Gewalt und Glanz. Vulkane verheerten<br \/>\nJene gefeierten Tempel und weitgepriesenen G\u00e4rten,<br \/>\nWo, mit Myrten bekr\u00e4nzt, Roms Helden, wie z\u00e4rtliche Sch\u00e4fer,<br \/>\nBei der V\u00f6gel Gefl\u00f6t&#8216; und dem lauen Ges\u00e4usel der Weste<br \/>\nWandelten, oder in junger Plantanen Umschattungen irrten,<br \/>\nWann der Liebe Gestirn <span style=\"color: #993366\">am gr\u00fcnlichen Abendhimmel<\/span><br \/>\nFunkelte. Stille des Tods umruht die reizende Meerbucht,<br \/>\nWo zum Feste Cytherens am duftenden Zaubergestade<br \/>\nHallte das weiche Gelispel der Fl\u00f6ten in laulicher D\u00e4mmrung.<br \/>\nBienen entsummsen dem hohlen Gekl\u00fcft der zerborstnen Granitwand,<br \/>\nWo sie gebaut ihr Honiggewirk. An dem hohen Gew\u00f6lbtor<br \/>\nH\u00f6hlte der Tropfenfall des Regens die steinerne Schwelle.<br \/>\nAuf dem Dom von Porfyr, im Ruin der moosigen Hallen,<br \/>\nDie der Liebe Gefl\u00fcster und z\u00e4rtliche Seufzer vernahmen,<br \/>\nFlattert das Volk der Raben empor, haust Graun und Verwesung.<br \/>\nDort, wo sonst an Ly\u00e4us Altar den etrurischen Festkrug<br \/>\nFeurige Knaben bekr\u00e4nzten, und hoch in der V\u00e4ter Gesang ihn<br \/>\nPriesen, den fr\u00f6hlichsten Gott, weht schwermutvoll, wie um Gr\u00e4ber,<br \/>\nDurch das wankende Schilf im Ges\u00fcmpf des Fr\u00fchlinges Odem.<br \/>\n\u00d6d ist jetzt und stumm das Gefild rings um den Tiburnus,<br \/>\n<span style=\"color: #993366\">Wo sich ein C\u00e4sar einst<\/span> alabasterne B\u00e4der erbaute,<br \/>\nWo sich ein neues Athen erhob, ein freundlicher Wohnsitz<br \/>\nF\u00fcr die bildenen K\u00fcnste, die schwesterlich hier sich umarmten.<br \/>\n\u00dcber des Prachtbaus Schutte durchpfl\u00fcgt den Acker die Pflugschar.<br \/>\n<span style=\"color: #993366\">P\u00e4stums Rosen<\/span> verhauchen nicht mehr um die Locken des M\u00e4dchens<br \/>\nW\u00fcrzigen Duft, des M\u00e4dchens, das ohne Verschleirung und G\u00fcrtel<br \/>\nGrazien gleich den Bad entstieg. Die Tr\u00e4nen der Musen<br \/>\nFlossen noch j\u00fcngst in diesem Gefild, als endlich <span style=\"color: #993366\">der Lorbeer<\/span><br \/>\nSelber verdorrete neben der Urne des r\u00f6mischen Barden.<br \/>\nSchatten des Maro, vergib! Ich huldigte diesen Gefilden<br \/>\nNur mit fl\u00fcchtigem Blick. Der sch\u00f6nen <span style=\"color: #993366\">Parthenope<\/span> Fluren<br \/>\nSind zwar heilig dem Dichter, und gern besucht er die St\u00e4tte,<br \/>\nWo du vor Zeiten gewandelt, wo deine l\u00e4ndliche Muse<br \/>\nSang <span style=\"color: #993366\">ein askr\u00e4isches Lied<\/span>; allein mich winkt in der Heimat<br \/>\nScho\u00df die G\u00f6ttin zur\u00fcck, der meine Leier geweiht ist.<br \/>\nSchatten des Maro, vergib! Ich folg&#8216; ihr, die mich begeistert.<\/p>\n<p>Jetzo vernimm die Gebote, mit welcherlei Speise verg\u00f6nnt ist,<br \/>\nW\u00e4hrend die Weihe dauert zur frohen Wiedergenesung,<br \/>\nDir zu besetzen den Tisch. Zwar bebt die sch\u00fcchterne Muse,<br \/>\nSolches in Worte zu fassen; es weigert die Sprache den Ausdruck;<br \/>\nDoch ich g\u00fcrte mich k\u00fchn unwegsame Pfade zu wandeln,<br \/>\nWo nur einzelne Blumen entsprie\u00dfen dem raueren Boden,<br \/>\nDuftende Kr\u00e4nze zu reihn zum Schmuck der aonischen M\u00e4dchen.<br \/>\nGleich Einsiedlern zu fasten, zu darben am reichen Naturmahl,<br \/>\nIst nicht der G\u00f6ttin Befehl, nur Prassergerichte versagt sie.<br \/>\nM\u00e4\u00dfigkeit, unterm Gefolg Hygieens die lieblichste Huldin,<br \/>\nSei Vorlegerin dir. <span style=\"color: #993366\">Demeter<\/span> besetze vor allen<br \/>\nDir mit dem Marke der \u00c4hre den Tisch, mit Fr\u00fcchten Pomona,<br \/>\nPales mit n\u00e4hrender Milch, und, wenn die Gewalt der Gewohnheit<br \/>\nFordert des Fleisches Genuss, mit der Bl\u00fcte der r\u00f6tlichen Herde,<br \/>\nOder <span style=\"color: #993366\">dem heurigen Sp\u00e4tling der Trift<\/span>. Dir n\u00e4hret der Bergfrost<br \/>\nZartes Gewild, den Fasan, das Haselhuhn und den Birkhahn.<br \/>\nDass zu kosten dir nimmer gel\u00fcste von jenem Gefieder,<br \/>\nWelches im Schilfmoor nistet der Wildnis, oder den Sumpfteich<br \/>\nMit Schwimmf\u00fc\u00dfen durchrudert! Sein Fleisch zwar nennet der Prasser<br \/>\nSchmackhaft; doch dich verleite sein Lob zum verbotnen Genuss nicht!<br \/>\nNur des Ackerers Hunger bez\u00e4hmt die b\u00f6otische Nahrung,<br \/>\nWelche der Bataver presst, und der Hirt in den Talen der Alpen.<br \/>\nCeres Geschenk, zu festen, gequollenen Klumpen ger\u00fcndet,<br \/>\nUnd in dem wallenden Kessel zum z\u00e4hen Teige verdichtet,<br \/>\nSei nur dem Fr\u00f6hnling und Drescher ein vielwillkommnes Gerichte.<br \/>\nNur die Kraft des Athleten verdaut die gesalzene Nahrung,<br \/>\nDurch den Rauch des Herdes geh\u00e4rtet im ru\u00dfigen Schornstein.<br \/>\nFeindlicher aber der Dauung und unheilbringender in ihr<br \/>\nKeinerlei Kost, als tierisches Fett und das \u00d6l der Ges\u00e4me,<br \/>\nSamt dem schmeidigen Mark der dunkelgr\u00fcnen Olive.<br \/>\nAuch der Speisen Genuss, von Indiens feurigster W\u00fcrze<br \/>\nDuftend, verwehrt dem Siechen der Rat heilkundiger M\u00e4nner.<br \/>\nNie belaste den Tisch der gallischen K\u00fcche Gemengsel!<br \/>\nNie, wenn selbst dir ein K\u00f6nig sie r\u00fchmte, die scharfe <span style=\"color: #993366\">Polenta<\/span>!<br \/>\nF\u00fcrchte den Brauch, das Mal zu beschlie\u00dfen mit k\u00fcnstlichem Naschwerk,<br \/>\nDas den befriedigten Gaumen anreizt zum l\u00fcsternen Hunger.<br \/>\nTraun! Ein Feind Hygieens erfand den heillosen Misch einst,<br \/>\nAllzugeschickt durch Au\u00dfengestalt den N\u00e4scher zu locken,<br \/>\nDass er begieriger ihn zu seinem Verderben genie\u00dfet.<br \/>\nAber wie preist mein Lied den Freund einfacher Gerichte?<br \/>\nSiehe, die D\u00f6rferin bringt in d\u00e4mmernder Fr\u00fche des Hofes<br \/>\nZartes Gefl\u00fcgel ihm dar, und die Zucht blauhalsiger Tauben;<br \/>\nBringt im reinlichen Korb ihm der Eier gesammelten Vorrat,<br \/>\nDie sie dem Neste geraubt, bevor dem zerknickten Geh\u00e4use<br \/>\nUnter der br\u00fctenden Mutter entschl\u00fcpften die piependen Kindlein;<br \/>\nBringt ihm, tr\u00e4ufelnd von Tau, vollsaftige Gartengew\u00e4chse,<br \/>\nS\u00fc\u00dfe, balsamische Kr\u00e4uter und nahrungsgebende Wurzeln,<br \/>\nLiebliche Sommerfr\u00fcchte, geschirmt mit Laub, und den Nektar,<br \/>\nDen aus wei\u00dflichem Klee, s\u00fc\u00dfduftenden Linden und Thymus<br \/>\nEmsige Bienen gesaugt, und in w\u00e4chsernen Speichern bewahret.<br \/>\nSelber die Nymphen ern\u00e4hren in ihrem kristallenen Reiche<br \/>\nIhm das beh\u00e4nde Geschlecht der silberflossigen Fische,<br \/>\nBraungesprenkelte Schmerlen, und rotgefleckte Forellen,<br \/>\nDie vor allem Gewimmel der Wasserwelt die Najaden<br \/>\nSich zu Lieblingen koren, wiewohl <span style=\"color: #993366\">die gl\u00e4nzende Schleihe<\/span><br \/>\nSch\u00f6nere Farben spielt und mit goldenen Schuppen bedeckt prangt;<br \/>\nDenn die G\u00fctigen selbst mit eigenen H\u00e4nden die Atzung<br \/>\n\u00dcber den Perlengrund in den feuchten Behausungen hinstreun,<br \/>\nUnd sich am fr\u00f6hlichen Spiele der launigen Schwimmer ergetzen.<br \/>\nLiese f\u00fcr deinen Teich von allen Wasserbewohnern<br \/>\nAuch <span style=\"color: #993366\">den Salm<\/span> und den Hecht, und <span style=\"color: #993366\">den silberschuppigen B\u00f6rs<\/span> noch.<br \/>\nAus den Korallenpal\u00e4sten der Thetis in salziger Meerflut<br \/>\nSei dir, <span style=\"color: #993366\">wie meinem Schmit<\/span>, nur willkommen die zarte Sardelle,<br \/>\nBald zur Abendkost, und bald zum Gew\u00fcrze der Br\u00fchen!<br \/>\nAuch das Geschenk Neptuns, die gepriesene Auster, verg\u00f6nnet<br \/>\n<span style=\"color: #993366\">Dir ein kundiger Arzt<\/span>, wenn deinem Geschmack sie genehm ist.<br \/>\nDoch zu bestimmen vermag selbst P\u00e4on der Nahrungen Wahl nicht;<br \/>\nJenem behagt ein Genuss der andern in Gift sich verwandelt.<br \/>\nJeglicher sei sein eigner Berater, oder erkunde,<br \/>\nWas ihm frommet, und was <span style=\"color: #993366\">ein unergr\u00fcndlicher Abscheu<\/span><br \/>\nIhm zu kosten verbeut, den noch kein Weiser entr\u00e4tselt.<br \/>\nZ\u00fcckert lehre dich endlich den Vorrat heilsamer Speisen,<br \/>\nWelche dem schwer Erkrankten und wieder Genesenden fruchten.<br \/>\n<span style=\"color: #993366\">Rheinwein kr\u00f6ne das Mal<\/span>! Im goldenen Becher verm\u00e4hl&#8216; ihn<br \/>\nMit dem lautern Kristall des bluterfrischenden Heilquells.<br \/>\nW\u00e4hrend das fl\u00fcssige Silber sich unter Gesch\u00e4um und Gesprudel<br \/>\nRasch mit dem blinkenden Traubengold im Pokale vereinbart,<br \/>\nTrinke den perlenden Trank, der alle Sinne begeistert.<br \/>\nLabender ist kaum jenes Getr\u00e4nk der <span style=\"color: #993366\">ceylonischen Palmfrucht<\/span>,<br \/>\nDas in der Sandein\u00f6de den durstigen Wandrer erfrischet.<br \/>\nLieblicher w\u00fcrzt kein Quell den herzerfreuenden Becher,<br \/>\nDuftend von Bacchus Geschenk, als der Selterias Urnen<br \/>\nSilbern entstr\u00f6mt. Doch wohnt <span style=\"color: #993366\">den Hallen des heiligen Bornes<\/span><br \/>\nNachbarlich ein Najade, mit deren Kristall sich der Wein auch<br \/>\nBrausend verm\u00e4hlt, und herzerquickend im vollen Pokal perlt.<br \/>\nHast du solches vollbracht, dass lass nicht w\u00e4hrend dem Nachtisch<br \/>\nDich beschleichen den Schlaf. Mit leth\u00e4ischem Mohne bestreut er<br \/>\nSonst die Schl\u00e4fe dir, ach! und du sinkest in dumpfen Schlummer,<br \/>\nAus dem tr\u00fcb und bew\u00f6lkt du wieder erwachst, und entkr\u00e4ftet.<br \/>\nSuche den schattigsten Gang, und mische dich unter die Menge,<br \/>\nWo man mit fr\u00f6hlichem Scherz die z\u00f6gernden Stunden befl\u00fcgelt.<br \/>\nOder wofern du liebst, allein zu sein, so durchbl\u00e4ttre,<br \/>\nWas mit treffendem Witz ein Rabener schrieb und ein Wieland.<br \/>\nMehr noch frommt es, den alten Gesang des grajischen Barden<br \/>\nLaut und in vollerem Ton von der Lippe str\u00f6men zu lassen.<br \/>\nKr\u00e4ftigend hebt und erweitert den Geist die Bewundrung der Gro\u00dfmacht<br \/>\nTapfrer Heroen mit G\u00f6ttern im Kampf; und heilsam bewegen<br \/>\nDurch der gefl\u00fcgelten Stimme Gewalt sich des Lebens Organe<br \/>\nIn der ersch\u00fctterten Brust. Reizt dich landliebender Musen<br \/>\nFeldlied mehr, so bild&#8216; es mit sanfterem Laute dem Ohre,<br \/>\nLeicht und sch\u00f6n, und erheitre dir so die einsamen Stunden.<br \/>\nEins nur m\u00fcsse dir jetzt dein Genius warnend verbieten,<br \/>\nGl\u00fchte vielleicht in der Brust der Begeisterung Funke dir selber:<br \/>\nWeder den Helden mit Lorbeer noch das arkadische M\u00e4dchen<br \/>\nUnter den L\u00e4mmern mit Blumen im eigenen Liede, zu kr\u00e4nzen.<br \/>\nAch! schnell welkte der Kranz; dein Lied, mi\u00dft\u00f6nend, vers\u00e4nke<br \/>\nIn der Vergessenheit Nacht; dich selbst, fr\u00fchalternd, umw\u00f6lkte<br \/>\nD\u00fcsterer Ernst, und dir reichten umsonst die Nymphen den Heilkelch.<br \/>\nAndre Zerstreuungen sind nicht \u00fcbrige, die Zeit dir zu k\u00fcrzen.<br \/>\nEinige lieben das Spiel mit dem elfenbeinernen Balle,<br \/>\nDen der Spielende wei\u00df mit hingehefteten Blicke<br \/>\nUnd mit gemessenem Sto\u00df auf gr\u00fcnem Teppich zu rollen,<br \/>\nDass er behend, wie der Pfeil zum Ziel, in das Netz mit Get\u00f6s eilt.<br \/>\nOftmals sah ich den Freund der Musik die Stunden befl\u00fcgeln,<br \/>\nDer den Cremonasaiten entlockte melodische T\u00f6ne,<br \/>\nOder die sanftere Fl\u00f6te mit Zephyrhauche beseelte.<br \/>\nDir, tonkundiges M\u00e4dchen, geb\u00fchrts, an die Harfe gelehnet,<br \/>\nDurch die fr\u00f6hlichsten T\u00f6ne mit rosigen Fingern zu rauschen,<br \/>\nOder ein lesbisches Lied zur klingenden Laute zu singen.<\/p>\n<p>Diesen Gesetzen getreu fand j\u00fcngst Arete, die Gattin<br \/>\nMeines geliebten Theofron in Spas Elysium wieder,<br \/>\nWas ihr die Krankheit nahm: Cytherens bl\u00fchende Reize,<br \/>\nHa! und den sch\u00f6neren Zauber des Geistes, den weiblichen Frohsinn.<br \/>\nFelderdbeeren, und was noch von milden Gew\u00e4chsen der Sommer<br \/>\nZeitiget, lockeres Brot, mildn\u00e4hrende Pflanzen und Wurzeln<br \/>\nSchm\u00fcckten das l\u00e4ndliche Mahl, und alter, balsamischer Steinwein.<br \/>\nN\u00fcchternheit deckte den Tisch; als Truchsin w\u00fcrzte die Freude<br \/>\nJedes gesunde Gericht; und der Witz des launigen Yorik,<br \/>\nOder <span style=\"color: #993366\">die Scherze der Margot<\/span> mit ihrem gr\u00e4melndem Freunde,<br \/>\nDen die Liebe get\u00e4uscht; dein holdes Geschw\u00e4tz, o Mus\u00e4us,<br \/>\nWenn mit der Zitter der M\u00e4rchen, die dir Thalia besaitet,<br \/>\nDu von Dorfe zu Dorf, ein reisender Minstrel, umherziehst,<br \/>\nMachte die Heitere froh, schuf Hebens rosiges L\u00e4cheln<br \/>\nIhr um den freundlichen Mund, und erh\u00f6hte die Frische der Wangen.<br \/>\nJugendlichsch\u00f6n, wie der Mai, wann unter den Hymnen des Hains er<br \/>\nSanft err\u00f6tend erwacht an Florens duftendem Busen;<br \/>\nHold, wie die junge Dione dem Meer entstieg, und zum gr\u00fcnen<br \/>\nUfer den Perlenwagen sie trug auf murmelnden Wellen:<br \/>\nAlso kam sie zur\u00fcck in des liebenden Gatten Behausung.<br \/>\nS\u00fc\u00dfes Gef\u00fchl des Wiedersehns nach langer Entfernung!<br \/>\nWas gleich unter dem Monde der unaussingbaren Wonne,<br \/>\nWelche die Liebenden dann in der ersten Umarmung beseligt!<br \/>\nH\u00e4usliches Gl\u00fcck, du bliebst allein von des goldenen Alters<br \/>\nParadiesischen Freuden zur\u00fcck auf Erden, und rufest<br \/>\nOft sie alle vom Himmel zur\u00fcck, wohin sie geflohen.<br \/>\nUnschuld, fr\u00f6hlicher Mut, Eintracht und goldene Treue<br \/>\nHa! sie steigen herab auf morgenr\u00f6tlichen Wolken,<br \/>\nGleich den strahlenden G\u00f6ttergestalten der herrlichen Vorwelt,<br \/>\nUnter dem wirtlichen Dach zu wohnen mit ihren Geweihten.<br \/>\nFriede sichert den Herd und facht die Glut mit dem \u00d6lzweig,<br \/>\nDass sie lodert und flammt, gleich Vestas ewigem Feuer.<br \/>\nHimmlische Gro\u00dfmut, reines Vertraun, vollherzige Liebe<br \/>\nSind des Hauses Penaten, und freundlich pfleget die G\u00fcte<br \/>\nIhres Altars, und streut in die Flamme k\u00f6stliches Rauchwerk.<br \/>\nH\u00e4usliche Ruh baut unter dem Dach ihr sicheres Nest sich,<br \/>\nUnd die Zufriedenheit w\u00fcrzt zum frohen Genusse das Leben.<br \/>\nHeiter und mild naht endlich der Abend, ein freundlicher Herold,<br \/>\nDer den begl\u00fcckten verk\u00fcndet des Tages verkl\u00e4renden Aufgang<br \/>\nDr\u00fcben in himmlischen Aun. Die Fackel des irdischen Hespers<br \/>\nZittert, verl\u00f6scht, und mit breitem Gefieder decket die Nacht sie,<br \/>\nBis zum gro\u00dfen Erwachen am festlichen Morgen der Sch\u00f6pfung.<br \/>\nAlso flie\u00dfet ein klarer, melodisch rieselnder Bach hin<br \/>\nDurch ein Ufer, worauf der Lenz ausruht in den Blumen;<br \/>\nTiefer im Tal verbirgt er sein silbernes Haupt in der Erde<br \/>\nK\u00fchlem Gekl\u00fcft, um bald von neuem in sch\u00f6neren Auen<br \/>\nHeller emporzustr\u00f6men, und \u00fcber Perlen und Goldkies<br \/>\nDurch ein Eden zu gleiten, wo rings ein ewiger Lenz bl\u00fcht.<\/p>\n<p>Allzulange verschloss ich den Gram um die traute Genossin<br \/>\nSchon in der Brust, schon allzulang verstummte der Manen<br \/>\nMeiner Lina der Saite Get\u00f6n; jetzt wecket Erinnrung<br \/>\nMir den innigsten Schmerz und nicht l\u00e4nger erduld ich ihn schweigend.<br \/>\nJetzt wehklage, mein Lied! Dich selbst auch liebete Lina.<\/p>\n<p>Ach, wir hoffeten einst, o du! Wie nennen sie dort dich,<br \/>\nWo du dem Bruder nunmehr in elysischen Hainen gesellt bist?<br \/>\nFreudig hofften wir einst in der Abendsp\u00e4te des Lebens<br \/>\nBeide zugleich in der Ruhe Gefild hin\u00fcberzuwallen,<br \/>\nWenn in gemeinsamer Urne versenkt nun unser Gebein lag:<br \/>\nDoch wir hofftens umsonst, das seltene Gl\u00fcck. Fr\u00fch trennte,<br \/>\nWeil dein Morgen noch schien, Holdselige, trennte der Tod uns.<br \/>\nAch, wir hofftens umsonst. Zu rein, um l\u00e4nger zu weilen<br \/>\nHier im Staub, entfloh dein Geist zu seinem Geburtsland,<br \/>\nAllzufr\u00fch f\u00fcr unseren Bund in den H\u00fctten der Trennung,<br \/>\nWo du verkl\u00e4rungsnah schon wandeltest, hold wie die Tugend,<br \/>\nDer dein seliges Leben geheiliget bis in den Tod war!<br \/>\nWo wart ihr? Ach! Welches Gefild, Schutzg\u00f6ttinnen, hielt euch,<br \/>\n<span style=\"color: #993366\">Als am schw\u00fcleren Tag die Gefahr wuchs<\/span>? Rettende Nymphen,<br \/>\nO wo wart ihr? Warum, heilbringende M\u00e4chte, warum nicht<br \/>\nEilet ihr beizustehn der Verschmachtenden, ach, in des Sommers<br \/>\nD\u00f6rrender Glut? &#8211; Umsonst gelobet&#8216; ich Dankhekatomben<br \/>\nFeierlich darzubringen den Himmlischen; nirgend erschien mir<br \/>\nFlehenden, nirgend ein Gott, der unserer Not sich erbarmte.<br \/>\nHelfende Nymphen, ihr selber erh\u00f6retet eures Geweihten<br \/>\nRuf nicht; kund war euch des Verh\u00e4ngnisses hehre Gewissheit:<br \/>\nDass die menschliche Seele die Gottheit w\u00fcrdigte, fr\u00fch schon<br \/>\nEinzugehn in die gro\u00dfe Versammlung seliger Geister.<br \/>\nSei den deinigen hold, fr\u00fchgl\u00fcckliche Seele! Vergiss nicht<br \/>\nUns, wir hoffens zu dir, in der seligen H\u00fctten, und bleibe,<br \/>\nWenn mein Flehn dich noch r\u00fchrt, du Liebende, bleibe der Treuen<br \/>\nSchutzgeist, welche dich einst anbeteten, ach und dir jetzo<br \/>\nZwar mit Tr\u00e4nen, allein mit den sanfteren Tr\u00e4nen der Hoffnung,<br \/>\nDich in Elysium wieder zu sehn, die Urne bekr\u00e4nzen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Erl\u00e4uterungen<\/strong><\/p>\n<p><span style=\"color: #993366\">Wo den ehernen Tafeln<\/span>: In dem Zeitalter Griechenlands, wo die Heilkunst noch in den Tempeln ausge\u00fcbt wurde, grub man die Namen der Kranken, ihre Krankheit und die Mittel, wodurch sie geheilt wurden, in metallene Tafeln oder S\u00e4ulen. Einige Inschriften dieser Weihtafeln (<em>tabulae votivae<\/em>) haben sich noch bis auf unsere Zeit erhalten. S. <em>Hundertmark de incrementis artis medicae per expositionem aegrotorum in vias publicas et templa. 4. Lips. 1749. <\/em><\/p>\n<p><span style=\"color: #993366\">Der herrlichen Maja Gestirn<\/span>: Mit dem Fr\u00fchaufgange der Plejaden, oder des Siebengestirns, begann den Alten die angenehme Sommerzeit, oder der Sp\u00e4tfr\u00fchling. Die Plejaden waren T\u00f6chter des Atlas, und eine davon, die Mutter Merkurs, hie\u00df Maja.<\/p>\n<p><span style=\"color: #993366\">Spadakrene<\/span>: Die Spaquelle.<\/p>\n<p><span style=\"color: #993366\">Wo den knospenden Tannnen<\/span>: Der liebliche Geruch der Tannenbl\u00fcte hat sehr viel \u00c4hnlichkeit mit dem Dufte der Weinbl\u00fcte. <em>Gesunder kann wohl,<\/em> schreibt Lentin, <em>die Luft zu keiner Zeit sein, so gef\u00e4hrlich man auch die Ger\u00fcche macht, die Blumen in verschlossenen Zimmern streuen. &#8211; Oft habe ich gedacht, drei Wochen Aufenthalt in solcher herrlichen Luft w\u00fcrde die langwierigsten Lungensch\u00e4den sicherer und angenehmer heilen als das Kontubernium im Kuhstalle.<\/em><\/p>\n<p><span style=\"color: #993366\">Der reinste \u00c4ther im Sonnenlicht<\/span>: Nach Ingen-Hou\u00df Beobachtungen entlocket das Sonnenlicht dem Pflanzengr\u00fcn eine gro\u00dfe Menge deflogistisierter Luft. Am meisten str\u00f6mt die untere Fl\u00e4che der Bl\u00e4tter die Luftart aus, die, weil sie schwerer ist als die gemeine, sich von den B\u00e4umen als ein wohlt\u00e4tiger Regen in die Tiefe senkt, und die atmosph\u00e4rische Luft verbessert.<\/p>\n<p><span style=\"color: #993366\">In den Hallen seines Scillonte<\/span>: Der Name von Xenophons Landgute im Peloponese.<\/p>\n<p><span style=\"color: #993366\">Bei der goldenen Schale der Enkelin P\u00e4ons<\/span>: Pausanias unterscheidet ausdr\u00fccklich die Tochter des Asklepios von der G\u00f6ttin Pallas Hygiea, welche zu Athen verehrt wurde. Erstere, die Tochter \u00c4skulaps, dessen Mutter Koronis, nach einem thessalischen Mythus, Apollon heimlich umarmte, hatte ihre Tempel bei Titane, Epidaurus, und an mehreren Orten Griechenlands; und wurde vorgestellt als ein bl\u00fchendes M\u00e4dchen von schlankem Wuchs, in einen langen Talar geh\u00fcllt. In der Hand hielt sie eine Schale voll Maza, oder Gerstenbrot, woraus ein Schlange fra\u00df. S. <em>Versuch einer pragmatischen Geschichte der Arzneikunde<\/em> von Kurt Sprengel, Erster Teil, S. 119.<\/p>\n<p><span style=\"color: #993366\">Die Kraft des Herakles<\/span>: Oder des Herkules, dem, wie der Dichter Pindar singt, die G\u00f6ttin Pallas zu Thermopyl\u00e4 ein warmes Bad entspringen lie\u00df, als er von seinem Abenteuer in Sizilien, dem alten Thrinakien, zur\u00fcckkam, woselbst er die Ochsen des Geryon vor sich her trieb. Nach ihm nannten die Griechen in der Folge alle warmen B\u00e4der \u2018\u0397\u03c1\u03b1\u03c7\u03bb\u03b5\u03b9\u03b1 \u03bb\u03bf\u03c5\u03c4\u03c1\u03b1, oder Herkulesb\u00e4der.<\/p>\n<p><span style=\"color: #993366\">Den Imperator<\/span>: C\u00e4sar Oktavianus Augustus badete sich auf den Rat seines Freigelassenen und nachher in den Ritterstand erhobenen Arztes Antonius Musa zu Baj\u00e4 und genas. Ungl\u00fccklicher fie die Badekur des Marcellus, des Sohnes der Oktavia, aus, der nach dem Gebrauche dieser B\u00e4der starb.<\/p>\n<p><span style=\"color: #993366\">Am gr\u00fcnlichen Abendhimmel<\/span>: Der Westhorizont in Italien prangt nach Sonnenuntergang noch \u00f6fter als in unsern Gegenden mit einer sch\u00f6nen, hellgr\u00fcnen Farbe.<\/p>\n<p><span style=\"color: #993366\">\u00a0Wo sich ein C\u00e4sar einst<\/span>: Hadrian ahmte am Fu\u00dfe der gebirge Tiboli die Wunderwerke der griechischen Kunst nach. Dort waren B\u00e4der, Theater, das Prytaneum, das Lyceum, die Stoa, der Tempel des Kanopus, die P\u00f6cile von Athen. Die Zeit hat alle diese Denkm\u00e4ler des Atertums zerst\u00f6rt.<\/p>\n<p><span style=\"color: #993366\">P\u00e4stums Rosen<\/span>: Um P\u00e4stum, oder Posidonia am p\u00e4stanischen Busen bl\u00fchten, wie Virgil bezeugt, die Rosen zweimal j\u00e4hrlich. Noch findet man hier Tr\u00fcmmer von B\u00e4dern und Tempeln.<\/p>\n<p><span style=\"color: #993366\">Der Lorbeer<\/span>: Der Lorbeerbaum, welcher einst an Virgils Grab gr\u00fcnte, und nun nicht mehr ist. Dass die Grotte des Berges Posilippo den Ascherest des Mantuaners in sich schlo\u00df, glaubt der Dichter, bis ihn jemand einmal vom Gegenteil \u00fcberf\u00fchrt.<\/p>\n<p><span style=\"color: #993366\">Parthenope<\/span>: Diesen Beinahmen f\u00fchrte Neapel von einer Sirene, die dort begraben lag. Virgil schrieb in dieser herrlichen Seestadt die letzten Ges\u00e4nge seines Gedichts \u00fcber den Landbau.<\/p>\n<p><span style=\"color: #993366\">Ein askr\u00e4isches Lied<\/span>: Der Flecken Askra in B\u00f6otien war der Geburtsort des Hesiodus, den Virgil vei seinem Landgedicht zum Muster nahm. Der Lieblings Augustus&#8216; singt selbst: <em>Und die r\u00f6mischen St\u00e4dte durchhallt mein askr\u00e4isches Feldlied.<\/em> Virg. Landbau v. Vo\u00df, II, 176.<\/p>\n<p><span style=\"color: #993366\">Demeter<\/span>: Oder Ceres, die G\u00f6ttin der Feldfr\u00fcchte. Pomona hie\u00df die G\u00f6ttin der Obstg\u00e4rten, und Pales ist der Name einer altr\u00f6mischen Hirteng\u00f6ttin.<\/p>\n<p><span style=\"color: #993366\">Dem heurigen Sp\u00e4tling der Trift<\/span>:\u00a0 Dem gl\u00fccklichen Bauern in Opitz&#8216; Gedicht von der Ruhe des Gem\u00fcts setzt die ehrliche Hausfrau vor: <em>Ein Lamm, das heute noch lief neben seiner Mutter<\/em>.<\/p>\n<p><span style=\"color: #993366\">Polenta<\/span>: Die bekannte Lieblingsspeise des gro\u00dfen K\u00f6nigs.<\/p>\n<p><span style=\"color: #993366\">Die gl\u00e4nzende Schleihe<\/span>: Vergl. Bloch, tab. XV. <em>Die Goldschleihe, die sich zumal in Schlesien findet, ist einer der prachtvollsten deutschen Fische. <\/em>Blumenbach. &#8211; Die Schleihe hei\u00dft zwar der Arzt der Fische, aber f\u00fcr die Menschen ist sie eben nicht die ges\u00fcndeste Fischart, ihr Fleisch ist hart und unverdaulich.<\/p>\n<p><span style=\"color: #993366\">Der Salm<\/span>: Der Lachs. &#8211; Engl. <em>the salmon<\/em>.<\/p>\n<p><span style=\"color: #993366\">Den silberschuppigen B\u00f6rs<\/span>: Dieser Fisch ist einer der ges\u00fcndesten und schmackhaftesten und kann selbst in manchen Krankheiten genossen werden.<\/p>\n<p><span style=\"color: #993366\">Wie meinem Schmit:<\/span> Friedrich Schmit, Professor der Literatur an der Ritterakademie zu Liegnitz und Mitglied des Pegnitzischen Blumenordens in N\u00fcrnberg, ein gef\u00fchlvoller Dichter, dem der Verfasser die erste Bekanntschaft mit den Musen zu verdanken hat.<\/p>\n<p><span style=\"color: #993366\">Dir ein kundiger Arzt<\/span>: Adam Melchior Weikard in seinen vermischten Schriften, Th. I, S. 245 und im medic. prakt. Handbuch, S. 251, wo die Austern als eine schickliche Speise bei der Fu\u00dfgicht empfohlen werden.<\/p>\n<p><span style=\"color: #993366\">Ein unergr\u00fcndlicher Abscheu<\/span>: Die \u00c4rzte nennen diese eigent\u00fcmliche Abneigung gegen gewisse Speisen <em>Idiosynkrasie<\/em>.<\/p>\n<p><span style=\"color: #993366\">Rheinwein kr\u00f6ne das Mahl<\/span>: Ein guter, alter Rheinwein ist gemeiniglich w\u00e4hrend einer Brunnenkur am zutr\u00e4glichsten. Der Mosler erhitzt wenig und ist daher den franz\u00f6sischen Weinen vorzuziehen. Der ungarische Wein ist, nach Hofmann, vorz\u00fcglich solchen dienlich, deren Magen viel S\u00e4ure erzeugt, und die ihn gewohnt sind.<\/p>\n<p><span style=\"color: #993366\">Der ceylonischen Palmfrucht<\/span>: Der k\u00fchlende Saft aus der Frucht der Kokospalme.<\/p>\n<p><span style=\"color: #993366\">Den Hallen des heiligen Bornes<\/span>: Der S\u00e4uerling bei Pyrmont. Zu der Vermischung mit Wein schicken sich auch der Fachinger, Codowaer, Selterser und viele andere Gesundbrunnen.<\/p>\n<p><span style=\"color: #993366\">Die Scherze der Margot<\/span>: S. <em>Reisen in die mitt\u00e4glichen Provinzen von Frankreich. Zweiter Teil.<\/em> Die Vorschriften aus der Seelenheilkunde, welche im ersten Teil ein Arzt seinem Jugendfreund gibt, sind besonders f\u00fcr jeden, der an einen Brunnenort reisen will, der Beherzigung wert. <em>Du gehst, hei\u00dft es, zu deinem Gl\u00fccke in das Land des Leichsinns; nutze diesen Umstand zu deiner geistigen und k\u00f6rperlichen Genesung, wie ihn andere zu ihrem Verderben mi\u00dfbrauchen.<\/em> Ferner: \u00a0 <em>Suche nirgends Erbauung als in den W\u00e4ldern, unter dem Gesange der V\u00f6gel, und an dem rieselnden Bache! So lange dir das Bl\u00f6ken der L\u00e4mmer dir nicht n\u00e4her ans Herz tritt als das Bl\u00f6ken der Menschen, so sage noch nicht, dass du gesund bist, und wertde noch wachsamer \u00fcber dich selbst! \u00dcberlasse dich auf einige Zeit ganz jener gl\u00fccklichen Art von M\u00fc\u00dfiggang, die mehr T\u00e4tigkeit in sich enth\u00e4lt als manches \u00c4mtchen im Staate.<\/em><\/p>\n<p><span style=\"color: #993366\">Als am schw\u00fcleren Tag die Gefahr wuchs<\/span>: Johanna Carolina Neubeck, geborene Bu\u00dfe, starb am 22. Juni 1795. Ihr 25. Geburtstag war der Tag ihrer Beerdigung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jetzo geb\u00fchrt uns dem Wink Hygieens willig zu folgen Zu des gefeierten Tempels orakelredendem Altar, Wo den ehernen Tafeln der Rat der Weisen vertraut ist, Wo der G\u00f6ttin Hand mit diamantenem Griffel Auch f\u00fcr den Trinker der Heilungsquellen die Regeln der Weihe Eingrub. Ohne Gel\u00fcbde gew\u00e4hren die reinen Najaden Nie der Genesung Gl\u00fcck; dem Gelobenden&#8230; <a class=\"more-link\" href=\"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/?page_id=4078\">Read More <span class=\"screen-reader-text\"> in Dritter Gesang<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":15,"featured_media":0,"parent":4037,"menu_order":2,"comment_status":"open","ping_status":"open","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-4078","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/4078","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/15"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=4078"}],"version-history":[{"count":26,"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/4078\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4267,"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/4078\/revisions\/4267"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/4037"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=4078"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}