{"id":9240,"date":"2019-07-14T16:51:05","date_gmt":"2019-07-14T15:51:05","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wababbel.de\/ferdi\/?page_id=9240"},"modified":"2019-07-14T16:54:18","modified_gmt":"2019-07-14T15:54:18","slug":"ein-halbes-hundert-liebes-sonette","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/?page_id=9240","title":{"rendered":"Ein halbes Hundert Liebes-Triolette"},"content":{"rendered":"<p><strong>(1)<\/strong> Im Garten ist es aufgegangen!<br \/>\nDer Vogel singt, noch ohne Nest,<br \/>\nIn alle L\u00fcfte sein Verlangen.<br \/>\nIm Garten ist es aufgegangen,<br \/>\nEs drang und rang in s\u00fc\u00dfem Bangen,<br \/>\nDie Bl\u00fcten sch\u00fcttelt lauer West.<br \/>\nIm Garten ist es aufgegangen,<br \/>\nDer Vogel singt &#8211; noch &#8211; ohne Nest!<\/p>\n<p><strong>(2)<\/strong> Wie Liebes musste mir gelingen,<br \/>\nDa ich so gut den Falter fing,<br \/>\nDen blinkenden mit flinken Schwingen!<br \/>\nWie Liebes musste mir gelingen!<br \/>\nSie lie\u00df ein helles Lob erklingen:<br \/>\nSie sprach es wie zum Schmetterling.<br \/>\nWie Liebes musste mir gelingen,<br \/>\nDa ich so gut den Falter fing!<\/p>\n<p><strong>(3)<\/strong> Ich sahe sie das Bl\u00fcmchen pfl\u00fccken,<br \/>\nMein Leben lang vergess&#8216; ich&#8217;s nicht:<br \/>\nSo lieblich tat sie da sich b\u00fccken!<br \/>\nIch sahe sie das Bl\u00fcmchen pfl\u00fccken!<br \/>\nSie sagte l\u00e4chelnd: \u201eLass es gl\u00fccken!\u201c<br \/>\nUnd gab mir das Vergissmeinnicht.<br \/>\nIch sahe sie das Bl\u00fcmchen pfl\u00fccken,<br \/>\nMein Leben lang vergess&#8216; ich&#8217;s nicht!<\/p>\n<p><strong>(4)<\/strong> Wie kurz ist doch ein Kuss im Leben,<br \/>\nIch w\u00fcsste nichts, was k\u00fcrzer ist!<br \/>\nZuweilen tappt man gar daneben &#8211;<br \/>\nWie kurz ist doch ein Kuss im Leben!<br \/>\nBeim Nehmen schon zur\u00fcck ihn geben,<br \/>\nIst Eins, wenn Keines sich vergisst.<br \/>\nWie kurz ist doch ein Kuss im Leben,<br \/>\nIch w\u00fcsste nichts, was k\u00fcrzer ist!<\/p>\n<p><strong>(5)<\/strong> Wann ward ich selig neugeboren?<br \/>\nWo gab sie mir den ersten Kuss,<br \/>\nUnd hat mir Treue zugeschworen?<br \/>\nWann ward ich selig neugeboren?<br \/>\nWenn sie mich fragt, ich bin verloren,<br \/>\nDass ich es so vergessen muss!<br \/>\nWann ward ich selig neugeboren?<br \/>\nWo gab sie mir den ersten Kuss?<\/p>\n<p><strong>(6)<\/strong> Ach k\u00f6nnten wir spazieren gehen,<br \/>\nDa hingest du an meinem Arm,<br \/>\nDas d\u00fcrften alle Leute sehen!<br \/>\nAch k\u00f6nnten wir spazieren gehen!<br \/>\nSo muss ich schleichen auf den Zehen<br \/>\nUnd sein allein in Pein und Harm.<br \/>\nAch k\u00f6nnten wir spazieren gehen,<br \/>\nDa hingest du an meinem Arm!<\/p>\n<p><strong>(7)<\/strong> Ich warte hier, dich abzuholen<br \/>\nUnd sehe mich beinahe blind!<br \/>\nDu hast es doch mir anbefohlen!<br \/>\nIch warte hier, dich abzuholen:<br \/>\nIch sah verstohlnen Wink verstohlen &#8211;<br \/>\nSag, wessen Augen L\u00fcgner sind?<br \/>\nIch warte hier, dich abzuholen,<br \/>\nUnd sehe mich beinahe blind!<\/p>\n<p><strong>(8)<\/strong> Hier seh&#8216; ich ihre Spur im Sande!<br \/>\nLeicht ging dahin der Liebsten Fu\u00df<br \/>\nVor\u00fcber wohl im Sonnenbrande!<br \/>\nHier seh&#8216; ich ihre Spur im Sande!<br \/>\nDer fl\u00fcchtige Sand schl\u00e4gt mich in Bande,<br \/>\nFest zaubert mich der Zaubergru\u00df!<br \/>\nHier seh ich &#8211; ihre Spur im Sande &#8211;<br \/>\nLeicht ging dahin der Liebsten Fu\u00df!<\/p>\n<p><strong>(9)<\/strong> Ich ging heraus, dir zu begegnen,<br \/>\nDu schriebst: ich komme ganz allein.<br \/>\nDie sch\u00f6ne F\u00fcgung musst&#8216; ich segnen!<br \/>\nIch ging heraus, dir zu begegnen,<br \/>\nNun zieht ein Wetter her mit Regnen,<br \/>\nUnd schl\u00e4gt mit Blitz und Donner drein.<br \/>\nIch ging heraus, dir zu begegnen &#8211;<br \/>\nDu schriebst: Ich komme ganz allein!<\/p>\n<p><strong>(10)<\/strong> Ich sollte zwar zu Hause bleiben,<br \/>\nAllein ich gehe lieber aus,<br \/>\nSonst m\u00fcsst ich ihr ein Briefchen schreiben.<br \/>\nIch sollte zwar zu Hause bleiben!<br \/>\nIch sollt&#8216; auch ihr die Zeit vertreiben &#8211;<br \/>\nJa ja &#8211; sie ist allein zu Haus!<br \/>\nIch sollte zwar zu Hause bleiben,<br \/>\nAllein ich gehe lieber aus!<\/p>\n<p><strong>(11)<\/strong> Du sagtest: Fange keine Grillen!<br \/>\nEin Grillchen lebt vom Tau, und stirbt:<br \/>\nWer kann so zartes D\u00fcrsten stillen?<br \/>\nDu sagtest: Fange keine Grillen!<br \/>\nAllein ich tat nach meinem Willen,<br \/>\nIch fing ein Grillchen und &#8211; es zirpt!<br \/>\nDu sagtest: Fange keine Grillen,<br \/>\nEin Grillchen lebt von Tau, und stirbt!<\/p>\n<p><strong>(12)<\/strong> Der Zauberei muss ich erliegen:<br \/>\nBei blondem Haare, himmelblau<br \/>\nDies Augenglanz- und Himmels-Wiegen!<br \/>\nDer Zauberei muss ich erliegen!<br \/>\nMuss da noch himmelblau sich schmiegen<br \/>\nDas Kleid um Leibes schlanken Bau?<br \/>\nDer Zauberei muss ich erliegen:<br \/>\nBei blondem Haare Himmelblau!<\/p>\n<p><strong>(13)<\/strong> Heut soll ich deinen Anblick missen?<br \/>\nEin solches Heute lass ich aus,<br \/>\nVerschlafe die Nacht mir, kissenbeflissen!<br \/>\nHeut soll ich deinen Anblick missen?<br \/>\nIch werde Licht zu schlagen wissen!<br \/>\nIch schlage L\u00e4rm in deinem Haus!<br \/>\nHeut soll ich deinen Anblick missen?<br \/>\nEin solches Heute lass ich &#8211; aus!<\/p>\n<p><strong>(14)<\/strong> Ich sprach: O sei nur ohne Sorgen,<br \/>\nEs ist ein solcher Blumenstrau\u00df,<br \/>\nDass er noch bl\u00fchn soll manche Morgen!<br \/>\nIch sprach: O sei nur ohne Sorgen!<br \/>\nSie sprach: Du h\u00e4ltst dich sehr verborgen!<br \/>\nNichts, scheint es, zieht dich mehr ins Haus!?<br \/>\nIch sprach: O sei nur ohne Sorgen,<br \/>\nEs ist ein solcher Blumenstrau\u00df!<\/p>\n<p><strong>(15)<\/strong>Ich w\u00fcnschte so sehr, ihren Schatten zu haben,<br \/>\nSie setzte sich ins beste Licht,<br \/>\nUnd ich begann dann dem Stifte zu schaben.<br \/>\nIch w\u00fcnschte so sehr, ihren Schatten zu haben!<br \/>\nAllein was da sich f\u00fcr Dinge begaben &#8211;<br \/>\nMit meinem Zeichnen ging es nicht!<br \/>\nIch &#8211; w\u00fcnschte so sehr, ihren Schatten zu haben &#8211;<br \/>\nSie &#8211; setzte sich ins beste Licht!<\/p>\n<p><strong>(16)<\/strong> Wie deine Blicke mich verkl\u00e4ren<br \/>\nDurch deiner Augen Seelenlicht<br \/>\nUnd Sehnsucht stillen mir und n\u00e4hren!<br \/>\nWie deine Blicke mich verkl\u00e4ren,<br \/>\nO wie empfangen und geb\u00e4ren<br \/>\nDie Augen dein mein Angesicht!<br \/>\nWie deine Blicke mich verkl\u00e4ren<br \/>\nDurch deiner Augen Seelen-Licht!<\/p>\n<p><strong>(17)<\/strong> In meinen Himmel wollt&#8216; ich kommen,<br \/>\nIn deine Seelen-K\u00e4mmerlein!<br \/>\nAch Liebste, hast du nichts vernommen?<br \/>\nIn meinen Himmel wollt&#8216; ich kommen,<br \/>\nUnd schwimme nun und bin geschwommen<br \/>\nIm Tr\u00e4nenborn der Augen dein!<br \/>\nIn meinen Himmel wollt&#8216; ich kommen,<br \/>\nIn deine Seelen-K\u00e4mmerlein!<\/p>\n<p><strong>(18)<\/strong> Aus welcher Tiefe kams gezogen<br \/>\nIm Tau der Perlen ungez\u00e4hlt,<br \/>\nVon keiner Sonnen aufgezogen?<br \/>\nAus welcher Tiefe kams gezogen!<br \/>\nO wunderholder Regenbogen!<br \/>\nO Dunkel mit dem Licht verm\u00e4hlt!<br \/>\nAus welcher Tiefe kams gezogen<br \/>\nIm Tau der Perlen ungez\u00e4hlt?<\/p>\n<p><strong>(19)<\/strong> Gehorchen deinen L\u00e4chelwinken<br \/>\nDich hochzuhalten minniglich<br \/>\nZu deinen F\u00fc\u00dfen hinzusinken,<br \/>\nGehorchen deinen L\u00e4chelwinken,<br \/>\nEin Tr\u00e4nchen auch dir wegzutrinken<br \/>\nIst meine Lust, des freu&#8216; ich mich!<br \/>\nGehorchen deinen L\u00e4chelwinken<br \/>\nDich hochzuhalten minniglich!<\/p>\n<p><strong>(20)<\/strong> Wie w\u00e4re&#8216; es sch\u00f6n, von dir zu tr\u00e4umen,<br \/>\nWas hier die Gegenwart gew\u00e4hrt,<br \/>\nIn jenen fernen Trennuns-R\u00e4umen!<br \/>\nWie w\u00e4r&#8216; es sch\u00f6n, von dir zu tr\u00e4umen!<br \/>\nVerlier&#8216; ich jetzt schon mich in sch\u00e4umen?<br \/>\nDazu bin ich zu aufgekl\u00e4rt!<br \/>\nWie? W\u00e4r&#8216; es sch\u00f6n, von dir zu tr\u00e4umen,<br \/>\nWas hier die Gegenwart gew\u00e4hrt?!<\/p>\n<p><strong>(21)<\/strong> Was ist aus einer Hand zu k\u00fcssen?<br \/>\nWas kommt in eine Hand hinein<br \/>\nMit Kussgenuss und Kusserg\u00fcssen?<br \/>\nWas ist aus einer Hand zu k\u00fcssen?<br \/>\nDas solltest du mir sagen m\u00fcssen,<br \/>\nDu musst ja dessen kundig sein!<br \/>\nWas ist aus einer Hand zu k\u00fcssen?<br \/>\nWas kommt in eine Hand hinein?<\/p>\n<p><strong>(22)<\/strong> Dies Zwillingslob vernimm vom Stricken,<br \/>\nEs geht aus Einem Zug und St\u00fcck<br \/>\nUnd ist daran auch nicht zu flicken!<br \/>\nDies Zwillingslob vernimm &#8211; vom Stricken!<br \/>\nEin Ganzes legt vor unsern Blicken<br \/>\nDen Weg in Zahl und Ma\u00df zur\u00fcck!<br \/>\nDies Zwillingslob vernimm vom Stricken,<br \/>\nEs geht aus Einem Zug und St\u00fcck!<\/p>\n<p><strong>(23)<\/strong> Sie sprach mit heiterer Betonung:<br \/>\nWie du mein Spiel beachtest fein,<br \/>\nDas, liebster Freund, verdient Belohnung!<br \/>\nSie sprach&#8217;s mit heiterer Betonung!<br \/>\nWer spielte heut&#8216; in meiner Wohnung?<br \/>\nIch h\u00f6rt&#8216; es fern und schlich herein.<br \/>\nSie sprach mit heiterer Betonung:<br \/>\nWie du mein Spiel beachtest fein!<\/p>\n<p><strong>(24)<\/strong> Welch m\u00e4chtig brausendes Tonflut-Wogen<br \/>\nDurchsch\u00fcttert den Raum, durchbebt den Sinn?<br \/>\nWas will geschehn, was kommt gezogen?<br \/>\nWelch m\u00e4chtig brausendes Tonflut-Wogen!<br \/>\nDie Engel sind herangeflogen<br \/>\nUnd dienen einer K\u00f6nigin!<br \/>\nWelch m\u00e4chtig brausendes Tonflut-Wogen<br \/>\nDurchsch\u00fcttert den Raum, durchbebt den Sinn!<\/p>\n<p><strong>(25)<\/strong> Den Blasebalg hab&#8216; ich gezogen &#8211;<br \/>\nUnd voll und rund klang Orgelton,<br \/>\nNicht wie von einem Fiedelbogen!<br \/>\nDen Blasebalg hab ich gezogen,<br \/>\nDes Orgelspiels hat sie gepflogen,<br \/>\nUnd herrlich sa\u00df sie auf dem Thron!<br \/>\nDen Blasebalg hab&#8216; ich gezogen<br \/>\nUnd voll und rund klang Orgelton.<\/p>\n<p><strong>(26)<\/strong> Wir lie\u00dfen uns zusammen taufen,<br \/>\nWir wollten &#8211; endlich &#8211; doch nach Haus<br \/>\nDurch Regengu\u00df und Traufe laufen!<br \/>\nWir lie\u00dfen uns zusammen taufen.<br \/>\nSie sprach: o lass mich nicht ersaufen,<br \/>\nDich bitt&#8216; ich mir zum Paten aus!<br \/>\nWir &#8211; lie\u00dfen uns zusammen taufen<br \/>\nWir wollen endlich doch nach Haus!<\/p>\n<p><strong>(27)<\/strong> Sie musst&#8216; ich \u00fcber die Taufe heben,<br \/>\nDas war mir nicht besonders schwer;<br \/>\nDoch mag es kleinere Patchen geben!<br \/>\nSie musst&#8216; ich \u00fcber die Taufe heben,<br \/>\nSoll ihr auch meinen Namen geben<br \/>\nIst seit der Zeit ihr Herzbegehr.<br \/>\nSie musst&#8216; ich \u00fcber die Taufe heben,<br \/>\nDas &#8211; war mir nicht besonders schwer!<\/p>\n<p><strong>(28)<\/strong> Wir sind nur immer zugegangen,<br \/>\nUnd keines hat ein Wort gesagt;<br \/>\nWir hatten weiter kein Verlangen.<br \/>\nWir sind nur immer zugegangen,<br \/>\nS\u00fc\u00df vom Zusammensein umfangen,<br \/>\nUnd haben keinen Laut gewagt.<br \/>\nWir sind nur immer zugegangen<br \/>\nUnd keines hat ein Wort gesagt!<\/p>\n<p><strong>(29)<\/strong> Sie sagten sich: er ist ein Maler,<br \/>\nDas blonde Kind ist seine Frau;<br \/>\nDie h\u00fcbschen Leutchen haben Taler!<br \/>\nSie sagten sich: Er ist ein Maler,<br \/>\nUnd fragten, wo bekam, wo stahl er<br \/>\nDie sch\u00f6nen Augen himmelblau?<br \/>\nSie sagten sich: Er ist ein Maler,<br \/>\nDas blonde Kind ist seine Frau.<\/p>\n<p><strong>(30)<\/strong> Das hei\u00df&#8216; ich Z\u00f6pfe! sagte jede<br \/>\nUnd dort der Lang-Haar ist ihr Mann!<br \/>\nRingsum entstand ein genick und Gerede.<br \/>\nDas hei\u00df&#8216; ich Z\u00f6pfe! sagte jede,<br \/>\nIhr eignes Ma\u00df besa\u00df jedwede,<br \/>\nUnd fing damit zu messen an.<br \/>\nDas hei\u00df&#8216; ich Z\u00f6pfe, sagte jede<br \/>\nUnd dort der Lang-Haar ist ihr Mann!<\/p>\n<p><strong>(31)<\/strong> Wir sa\u00dfen auf des Berges Spitze,<br \/>\nVon Lindenzweigen \u00fcberdacht,<br \/>\nGesch\u00fctzt vor Wind und Mittag-Hitze.<br \/>\nWir sa\u00dfen auf des Berges Spitze!<br \/>\nDa kosten wir auf einem Sitze<br \/>\nUnd haben keine zwei gemacht.<br \/>\nWir sa\u00dfen auf des Berges Spitze<br \/>\nVon Lindenzweigen \u00fcberdacht!<\/p>\n<p><strong>(32)<\/strong> Wir sind zusammen heimgefahren<br \/>\nDie lange Stra\u00dfe traut allein:<br \/>\nWas sollten wir die K\u00fcsse sparen?<br \/>\nWie sind zusammen heimgefahren!<br \/>\nDas hat von lantgen k\u00fcnftigen Jahren<br \/>\nPr\u00e4ludium uns sollen sein!<br \/>\n\u201eWir sind zusammen heim gefahren\u201c<br \/>\nDie lange Stra\u00dfe traut allein!<\/p>\n<p><strong>(33)<\/strong> Wo gibt es eine H\u00f6lle wieder &#8211;<br \/>\nSo nahe bei dem Himmelreich!<br \/>\nHalb kannt&#8216; ich sie durch Hebels Lieder!<br \/>\nWo gibt es eine \u201eH\u00f6lle\u201c wieder?<br \/>\nWir stiegen darin auf und nieder,<br \/>\nDen Seligen in Liebe gleich!<br \/>\nWo gibt es eine H\u00f6lle wieder<br \/>\nSo nahe bei dem Himmelreich?!<\/p>\n<p><strong>(34)<\/strong> Am Ufer sa\u00dfen wir des Rheines<br \/>\nUnd sahn dem Strom des Wassers zu &#8211;<br \/>\n(Er hei\u00dft jedoch der Strom des Weines!)<br \/>\nAm Ufer sa\u00dfen wir des Rheines,<br \/>\nMit aber schwimmen wollte keines,<br \/>\nWir sa\u00dfen gar in guter Ruh!<br \/>\nAm Ufer sa\u00dfen wir des Rheines<br \/>\nUnd sahn dem Strom des Wassers zu.<\/p>\n<p><strong>(35)<\/strong> Zuoberst auf der Pyramide &#8211;<br \/>\nHoch oben auf dem Weisenstein &#8211;<br \/>\nWie f\u00fchlten wir, das nichts uns schiede!<br \/>\nZuoberst auf der Pyramide<br \/>\nUmschlang Umschlung&#8217;ne hoher Frieden<br \/>\nVor einer Welt in Sonnenschein!<br \/>\nZuoberst auf dem Pyramide<br \/>\nHoch oben auf dem Wei\u00dfenstein!<\/p>\n<p><strong>(36)<\/strong> So sprich von unserm Lieblings-Sitze<br \/>\nDoch auch ein Wort &#8211; wer h\u00f6rt es denn?<br \/>\nDu glaubst nicht, wie ich darauf mich spitze!<br \/>\nSo sprich von unserm Lieblingssitze,<br \/>\nJa sprich und schweig in zarter Skizze<br \/>\nVon diesem lieben heimlichen!<br \/>\nSo sprich von unserm Lieblings-Sitze<br \/>\nDoch auch ein Wort, wer h\u00f6rt es denn?<\/p>\n<p><strong>(37)<\/strong> Ein Triolett vom Lieblingspl\u00e4tzchen<br \/>\nWird, mit den Reimen, ungereimt!<br \/>\nBedenke &#8211; Sch\u00e4tzchen &#8211; K\u00e4tzchen &#8211; R\u00e4tzchen!<br \/>\nEin Triolett vom Lieblingspl\u00e4tzchen!<br \/>\nVon Fr\u00e4tzchen spricht&#8217;s, von T\u00e4tzchen, Schm\u00e4tzchen,<br \/>\nKurz Dingen, welche kaum gekeimt!<br \/>\nEin Triolett vom Lieblingspl\u00e4tzchen<br \/>\nWird mit den Reimen ungereimt!<\/p>\n<p><strong>(38)<\/strong> Du f\u00e4ngst dich drin! Trotz Witz und Blitzen?!<br \/>\nVerf\u00e4ngliche Begehrlichkeit<br \/>\nEin Triolett dir selbst zu schnitzen!<br \/>\nDu f\u00e4ngst dich drin! Trotz Witz und Bliten!<br \/>\nMit deinem werd&#8216; ich dich besitzen,<br \/>\nMit deinem kommst du kaum so weit!<br \/>\nDu f\u00e4ngst dich drin trotz Witz und Blitzen:<br \/>\nVerf\u00e4ngliche Begehrlichkeit!<\/p>\n<p><strong>(39)<\/strong> Wie feine Zaubrer sind die Reime!<br \/>\nSie locken, was da fliegen kann<br \/>\nUnd wirken gleich dem Vogelleime!<br \/>\nWie feine Zaubrer sind die Reime,<br \/>\nSie fragen traut nach s\u00fc\u00dfem Seime<br \/>\nGleich Zellen bei Gef\u00fchlen an,<br \/>\nWie feine Zauber sind die Reime,<br \/>\nSie locken was da fliegen kann!<\/p>\n<p><strong>(40)<\/strong> Ein Lieblichen ist ein kleines Wesen,<br \/>\nEin Liedchen ist ein Tropfen Tau,<br \/>\nUnd zittert Lichter auserlesen!<br \/>\nEin Liedchen ist ein kleines Wesen,<br \/>\nF\u00fcr Fegerei mit B\u00fcrst&#8216; und Besen<br \/>\ngar viel zu fl\u00fcchtig und zu schlau.<br \/>\nEin Liedchen ist ein kleines Wesen,<br \/>\nEin Liedchen ist ein Tropfen Tau!<\/p>\n<p><strong>(41)<\/strong> Ein Liedchen gaukelt ohne Z\u00fcgel,<br \/>\nEin Liedchen ist ein loses Ding<br \/>\nUnd lacht nur \u00fcber Sporn und B\u00fcgel!<br \/>\nEin Liedchen gaukelt ohne Z\u00fcgel<br \/>\nEin Liedchen leidet kein Gekl\u00fcgel,<br \/>\nEs ist ein kecker Schmetterling.<br \/>\nEin Liedchen gaukelt ohne Z\u00fcgel,<br \/>\nEin Liedchen ist ein loses Ding!<\/p>\n<p><strong>(42)<\/strong> Wir sa\u00dfen t\u00e4glich in der Laube:<br \/>\nEs hat gekeimt, es hat gebl\u00fcht,<br \/>\nGereift ist endlich selbst die Traube.<br \/>\nWir sa\u00dfen t\u00e4glich in der Laube,<br \/>\nWir sa\u00dfen fern vom Stra\u00dfen-Staube,<br \/>\nWer h\u00e4tte sich um uns bem\u00fcht?<br \/>\nWir sa\u00dfen t\u00e4glich in der Laube:<br \/>\nEs hat gekeimt &#8211; es hat gebl\u00fcht!<\/p>\n<p><strong>(43)<\/strong> \u201eDie gro\u00dfe Liebe bleibt verschwiegen<br \/>\nUnd nur die kleine zeigt sich laut,<br \/>\nBereit, auf Blumen sich zu wiegen.\u201c<br \/>\nDie gro\u00dfe LIebe bleibt verschwiegen,<br \/>\nO lass du nur mich jubelnd fliegen,<br \/>\nEs teilt sich mir, geliebte Braut!<br \/>\nDie gro\u00dfe LIebe bleibt verschwiegen<br \/>\nUnd nur die kleine zeigt sich laut!<\/p>\n<p><strong>(44)<\/strong> Sie sprach: im Meiden sucht&#8216; ich Leiden,<br \/>\nUm deinetwillen litt ich dann &#8211;<br \/>\nUnd konnt&#8216; mich am Geheimnis weiden!<br \/>\nIn trunknem Meiden sucht&#8216; ich Leiden,<br \/>\nNur musst&#8216; ich bald mich derber scheiden<br \/>\nUnd \u00e4rgerte mich dann und wann.<br \/>\nIm trunknen Meiden sucht&#8216; ich Leiden,<br \/>\nUm deinetwillen litt ich dann!<\/p>\n<p><strong>(45)<\/strong> Ich darf dir wohl den Apfel geben?<br \/>\nSie sprach: wird sind im Paradies!<br \/>\nUnd ich: Das Gleichnis geht daneben!<br \/>\nIch darf dir wohl den Apfel geben:<br \/>\nWenn Eva gibt, so muss man beben,<br \/>\nAls Wiederkehr betrachte dies!<br \/>\nIch darf dir wohl den Apfel geben!<br \/>\nSie sprach: Wir &#8211; sind im Paradies!<\/p>\n<p><strong>(46)<\/strong> In unserm Walde gibt es Eichen<br \/>\nUnd F\u00f6hren auch, et cetera,<br \/>\nDie her bis an den Garten reichen.<br \/>\nIn unserm Walde gibt es Eichen<br \/>\nUnd Hagebuchen und dergelichen,<br \/>\nSo fanden wir es fern und nah.<br \/>\nIn unserm Walde gibt es Eichen<br \/>\nUnd F\u00f6hren auch et cetera.<\/p>\n<p><strong>(47)<\/strong> Der erste Kuss vor andern bitzelt:<br \/>\nIn G\u00e4rung ist der s\u00fc\u00dfe Most<br \/>\nUnd leidet nicht, dass einer witzelt!<br \/>\nDer erste Kuss vor andern bitzelt:<br \/>\nDer Geist der Zukunft wirkt und kitzelt,<br \/>\nAuf Erden ist die Himmels-Kost!<br \/>\nDer erste Kuss vor andern bitzelt:<br \/>\nIn G\u00e4rung ist der s\u00fc\u00dfe Most!<\/p>\n<p><strong>(48)<\/strong> Reseda, zartestes Blumenfeuer,<br \/>\nUmduftet mich nun allerw\u00e4rts:<br \/>\nMir ist es und der Liebsten so teuer!<br \/>\nReseda, zartestes Blumenfeuer,<br \/>\nSie bot und sprach: \u201eReseda, Getreuer!\u201c<br \/>\nIch nahm und sprach: \u201eDu stillest den Schmerz.\u201c<br \/>\nReseda, zartestes Blumenfeuer,<br \/>\nUmduftet mich nun allerw\u00e4rts!<\/p>\n<p><strong>(49)<\/strong> Nichts kann ich meiner Liebsten schenken,<br \/>\nNichts, nicht einmal in meinem Lied:<br \/>\nDer Himmel wollt&#8216; es anders lenken!<br \/>\nNichts kann ich meiner Liebsten schenken,<br \/>\nNichts kann ich, als zu ihr mich denken,<br \/>\nSeit das Geschick uns also schied.<br \/>\nNichts kann ich meiner Liebsten schenken,<br \/>\nNichts, nicht einmal in meinem Lied.<\/p>\n<p><strong>(50)<\/strong> An-rankt sich die Rebe mit tausend Ranken,<br \/>\nHin-s\u00e4uselt ein lauer, ein lieblicher West,<br \/>\nUnd da bl\u00fchen und wanken und schwanken die schlanken<br \/>\nAn-rankt sich die Rebe mit tausend Ranken!<br \/>\nSo spielen und schwanken auch meine Gedanken<br \/>\nUnd halten doch immer an dir nur fest.<br \/>\nAn-rankt sich die Rebe mit tausend Ranken,<br \/>\nHin-s\u00e4uselt ein lauer, ein lieblicher West!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(1) Im Garten ist es aufgegangen! Der Vogel singt, noch ohne Nest, In alle L\u00fcfte sein Verlangen. Im Garten ist es aufgegangen, Es drang und rang in s\u00fc\u00dfem Bangen, Die Bl\u00fcten sch\u00fcttelt lauer West. Im Garten ist es aufgegangen, Der Vogel singt &#8211; noch &#8211; ohne Nest! (2) Wie Liebes musste mir gelingen, Da ich&#8230; <a class=\"more-link\" href=\"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/?page_id=9240\">Read More <span class=\"screen-reader-text\"> in Ein halbes Hundert Liebes-Triolette<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":15,"featured_media":0,"parent":9235,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-9240","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/9240","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/15"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=9240"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/9240\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":9243,"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/9240\/revisions\/9243"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/9235"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=9240"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}