{"id":9254,"date":"2019-07-18T07:03:54","date_gmt":"2019-07-18T06:03:54","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wababbel.de\/ferdi\/?page_id=9254"},"modified":"2019-07-18T07:04:22","modified_gmt":"2019-07-18T06:04:22","slug":"karl-heinrich-bruger","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/?page_id=9254","title":{"rendered":"Karl Heinrich Bruger"},"content":{"rendered":"<p><strong>(1) Die beste Zeit<\/strong><br \/>\nDie Jugend ist die beste Zeit<br \/>\nVon aller Zeit hienieden;<br \/>\nDenn f\u00fcr die Liebe, weit und breit,<br \/>\nDie Jugend ist die beste Zeit.<br \/>\nUnd ob ich gleich des Herzens queit,<br \/>\nSo bin ich&#8217;s doch zufrieden:<br \/>\nDie Jugend ist die beste Zeit<br \/>\nVon aller Zeit hernieden!<\/p>\n<p><strong>Ewiger Fr\u00fchling<\/strong><\/p>\n<p><strong>(2)<\/strong> Liebe ist des Lebens Mai,<br \/>\nBlumen sind des Lenzes Feier!<br \/>\nJedes Herz, der Liebe treu,<br \/>\nJubelt in des Lebens Mai.<br \/>\nHell erklingt und froh und frei<br \/>\nHaineslied und S\u00e4ngers Leier:<br \/>\nLiebe ist des Lebens Mai,<br \/>\nBlumen sind des Lenzes Feier!<\/p>\n<p><strong>(3)<\/strong> Liebe ist des Lebens Mai,<br \/>\nWenn auch Lenzesblumen scheiden.<br \/>\nIn dem Herzen, liebetreu,<br \/>\nBl\u00fchet stets des Lebens Mai.<br \/>\nOb es Herbst, ob Winter sei,<br \/>\nLiebe kennt nur Lenzesfreuden,<br \/>\nLiebe ist des Lebens Mai,<br \/>\nWenn auch Lenzesblumen scheiden!<\/p>\n<p><strong>(4)<\/strong> Liebe ist des Lebens Mai,<br \/>\nWenn das Leben l\u00e4ngst verglommen.<br \/>\nNur das Herz, der Liebe treu,<br \/>\nGr\u00fc\u00dft des ew&#8217;gen Lebens Mai,<br \/>\nNur der Geist, vom K\u00f6rper frei,<br \/>\nIn das Himmelreich gekommen,<br \/>\nLebt in ew&#8217;ger Liebe Mai,<br \/>\nWenn das Leben l\u00e4ngst verglommen.<\/p>\n<p><strong>(5) Guter Rat<\/strong><br \/>\nWenn die M\u00e4cht&#8217;gen Kirschen essen,<br \/>\nAch, so sei auf deiner Hut!<br \/>\nSind f\u00fcr dich die Steine gut,<br \/>\nWenn die M\u00e4cht&#8217;gen Kirschen essen?<br \/>\nL\u00e4sst es sich doch leicht ermessen,<br \/>\nWie der Steinwurf wehe tut!<br \/>\nWenn die M\u00e4cht&#8217;gen Kirschen essen,<br \/>\nAch, so sei auf deiner Hut!<\/p>\n<p><strong>(6) Aufruf<\/strong><br \/>\nWenn die Fr\u00fchlingssonne scheinet,<br \/>\nM\u00fcssen Eis und Schnee verschwinden<br \/>\nUnd es bl\u00fchen duft&#8217;ge Linden,<br \/>\nWenn die Fr\u00fchlingssonne scheinet.<br \/>\n\u00dcberlass&#8216; den leichten Winden,<br \/>\nWas das Herz zu Eis versteinert:<br \/>\nWenn die Fr\u00fchlingssonne scheinet,<br \/>\nM\u00fcssen Eis und Schnee verschwinden.<\/p>\n<p><strong>(7) Missg\u00f6nnt mir&#8217;s nicht<\/strong><br \/>\nMeine Tr\u00e4ume lasst mir! Meine Tr\u00e4ume<br \/>\nSind das einz&#8217;ge Leben, das ich lebe.<br \/>\nZerrt sie nicht in diese kalten R\u00e4ume,<br \/>\nMeine Tr\u00e4ume lasst mir, meine Tr\u00e4ume!<br \/>\nOb der Rebe Gold im Becher sch\u00e4ume,<br \/>\nOb die Liebe and&#8217;rer Herzen hebe:<br \/>\nMeine Tr\u00e4ume lasst mir! Meine Tr\u00e4ume<br \/>\nSind das einz&#8217;ge Leben. das ich lebe!<\/p>\n<p><strong>An A. S. &#8230;<\/strong><\/p>\n<p><strong>(8)<\/strong> Ach, ob ich dich wiederseh&#8216;,<br \/>\nO, du mein geliebtes Leben?<br \/>\nIn dem Tale, auf der H\u00f6h&#8216;,<br \/>\nAch, ob ich dich wiederseh&#8216;?<br \/>\nHeil und Segen, Wohl und Weh&#8216;<br \/>\nKann dein s\u00fc\u00dfes Auge geben:<br \/>\nAch, ob ich dich wiederseh&#8216;,<br \/>\nO, du mein geliebtes Leben?<\/p>\n<p><strong>(9)<\/strong> Ob das arme Herz auch bricht,<br \/>\nEwig wird es dein gedenken;<br \/>\nS\u00e4ngertreue endet nicht,<br \/>\nOb das arme Herz auch bricht!<br \/>\nLeuchte mir, du goldnes Licht,<br \/>\nWeil sich meine Sterne senken,<br \/>\nOb das arme Herz auch bricht,<br \/>\nEwig wird es dein gedenken!<\/p>\n<p><strong>(10) Ach, warum?<\/strong><br \/>\nWarum muss es Trennung geben,<br \/>\nDie das arme Herz zerbricht?<br \/>\nSterben ist so bitter nicht,<br \/>\nWarum muss es Trennung geben?<br \/>\nOhne Liebe kann ich leben,<br \/>\nOhne die Geliebte nicht!<br \/>\nWarum muss es Trennung geben,<br \/>\nDie das arme Herz zerbricht?<\/p>\n<p><strong>(11) Ihr Auge<\/strong><br \/>\nNicht so sehr am Erdenmaie<br \/>\nH\u00e4ng&#8216; ich als am Maienblick,<br \/>\nUnd es liegt mein Erdengl\u00fcck<br \/>\nNicht zu sehr im Erdenmaie.<br \/>\nAus des klaren Auges Bl\u00e4ue<br \/>\nStrahlt der ew&#8217;ge Mai zur\u00fcck.<br \/>\nNicht so sehr am Erdenmaie<br \/>\nH\u00e4ng&#8216; ich, als am Maienblick!<\/p>\n<p><strong>(12) Post nubila Phoebus<\/strong><br \/>\nSoll der Kiel im Sande rasten,<br \/>\nWenn die Wellen dich betrogen?<br \/>\nWarum grollest du den Wogen,<br \/>\nSoll der Kiel im Sande rasten?<br \/>\nEinmal hat das Meer gelogen,<br \/>\nDoch es beugt sich dem Gefassten:<br \/>\nWenn die Welle dich betrogen,<br \/>\nSoll der Liel im Sande rasten?<\/p>\n<p><strong>(13) Willenskraft<\/strong><br \/>\nZwischen Wollen und Erf\u00fcllen<br \/>\nBleibt das Leben immer jung.<br \/>\nWage nur den kecken Sprung<br \/>\nZwischen Wollen und Erf\u00fcllen!<br \/>\nAlles Gl\u00fcck liegt nur im Willen,<br \/>\nWolle! Und du hast genung!<br \/>\nZwischen Wollen und Erf\u00fcllen<br \/>\nBleibt das Leben immer jung!<\/p>\n<p><strong>(14) Kindischer Unwille<\/strong><br \/>\nWarum z\u00fcrnest du verwegen<br \/>\nAuf des Gl\u00fcckes rasche Welle?<br \/>\nMich erfreuet ihre Schnelle,<br \/>\nWarum z\u00fcrnest du verwegen?<br \/>\nNur wenn str\u00f6mend sie entgegen<br \/>\nDr\u00e4nget, kommst du von der Stelle,<br \/>\nWarum z\u00fcrnest du verwegen<br \/>\nAuf des Gl\u00fcckes rasche Welle?<\/p>\n<p><strong>(15) Verschiedene Neigungen<\/strong><br \/>\nIch will nichts als Wein und Liebe,<br \/>\nAlles and&#8217;re geb&#8216; ich hin!<br \/>\nOb ich eigenn\u00fctzig bin? &#8211;<br \/>\nIch will nichts als Wein und Lieb!<br \/>\nGold und Titel, im Geschiebe,<br \/>\nH\u00e4ufet ihr, f\u00fcr euch Gewinn:<br \/>\nLasset mir den Wein, die Liebe,<br \/>\nAlles and&#8217;re geb&#8216; ich hin!<\/p>\n<p><strong>(16) Waffenwahl<\/strong><br \/>\nTrifft dich nicht die ernste Rede,<br \/>\nTreffe dich der leichte Reim!<br \/>\nEr befrucht&#8216; den Liebeskeim,<br \/>\nTrifft dich nicht die ernste Rede!<br \/>\nLiebe liebt nur leichte Fehde,<br \/>\nH\u00f6lty starb, es siegte Gleim.<br \/>\nTrifft dich nicht die ernste Rede,<br \/>\nTreffe dich der leichte Reim!<\/p>\n<p><strong>(17) Grausamkeit<\/strong><br \/>\nWarum soll ich denn nicht gr\u00fc\u00dfen,<br \/>\nWenn du auch verwehrst den Dank?<br \/>\nWandelst du an mir entlang,<br \/>\nWarum soll ich denn nicht gr\u00fc\u00dfen?<br \/>\nTief geb\u00fcckt will ich es b\u00fc\u00dfen,<br \/>\nDass ich dich so hoch besang.<br \/>\nWarum soll ich denn nicht gr\u00fc\u00dfen,<br \/>\nWenn du auch verwehrst den Dank?<\/p>\n<p><strong>(18) Genuss der Gegenwart<\/strong><br \/>\nHasch&#8216; die Freude, die behende,<br \/>\nPfl\u00fcck&#8216; die Rose, schl\u00fcrf&#8216; den Wein.<br \/>\nWarum willst du traurig sein?<br \/>\nHasch die Freude, die behende!<br \/>\nWei\u00dft du, was der Morgen sende?<br \/>\nHeut&#8216; sind Wein und Rose dein:<br \/>\nHasch&#8216; die Freude, die behende,<br \/>\nPfl\u00fcck&#8216; die Rose, schl\u00fcrf&#8216; den Wein!<\/p>\n<p><strong>(19) Bundesgenossen<\/strong><br \/>\nBlumen, Liebe, Lust und Wein,<br \/>\nDas sind gar so sch\u00f6ne Dinge.<br \/>\nZ\u00fcrnet nicht, wenn ich besinge<br \/>\nBlumen, Liebe Lust und Wein!<br \/>\nW\u00e4hlet diese K\u00e4mpfer fein,<br \/>\nDass das H\u00f6chste euch gelinge:<br \/>\nBlumen, Liebe, Lust und Wein,<br \/>\nDas sind gar so sch\u00f6ne Dinge!<\/p>\n<p><strong>(20) Einseitig<\/strong><br \/>\nDu trafst mich mit dem Liebespfeil,<br \/>\nDu kleiner loser K\u00f6chergott,<br \/>\nHast du mich nur zu Hohn und Spott<br \/>\nGetroffen mit dem Liebespfeil?<br \/>\nWas du vernichtet, mach&#8216; es heil.<br \/>\nWas du gestaudet, mach&#8216; es flott.<br \/>\nO richte schnell den Gegenpfeil,<br \/>\nDu kleiner, loser K\u00f6chergott!<\/p>\n<p><strong>(21) Winterseufzer<\/strong><br \/>\nWie ein Br\u00e4utigam umher<br \/>\nZieht der Fr\u00fchling durch die Auen.<br \/>\nAch, mir wird das Herz so schwer,<br \/>\nZieht der Fr\u00fchling durch die Auen.<br \/>\nHolde M\u00e4dchen, sch\u00f6ne Frauen &#8211;<br \/>\nMeine achtet keine mehr,<br \/>\nZieht der Fr\u00fchling durch die Auen<br \/>\nWie ein Br\u00e4utigam umher!<\/p>\n<p><strong>(22) Best\u00e4tigt<\/strong><br \/>\n\u201eEinsam bin ich nicht allein\u201c,<br \/>\nDieser Spruch ist sicher wahr.<br \/>\nNur in gro\u00dfer Menschenschar<br \/>\nBin ich einsam und alleine.<br \/>\nDoch wenn ich alleine scheine,<br \/>\nFragt ihr, ob ich einsam war?<br \/>\nEinsam bin ich und alleine<br \/>\nNur in gro\u00dfer Menschenschar!<\/p>\n<p><strong>(23) Gegenbeweis<\/strong><br \/>\nDichter lieben s\u00fc\u00dfe Trauben,<br \/>\nLieben sch\u00f6ne M\u00e4gdelein.<br \/>\nWie willst du ein Dichter sein?<br \/>\nDichter lieben s\u00fc\u00dfe Trauben.<br \/>\nN\u00fcchtern selbst in Rebenlauben,<br \/>\nBleibst du kalt im Liebesschein:<br \/>\nDichter lieben Lieb&#8216; und Trauben,<br \/>\nWie willst du ein Dichter sein?<\/p>\n<p><strong>(24) Leichter Kampf<\/strong><br \/>\nMit einem kleinen Triolett<br \/>\nWill ich dich, kleiner Sievers, gr\u00fc\u00dfen.<br \/>\nDu schossest plump! Ich will nur schie\u00dfen<br \/>\nMit einem kleinen Triolett.<br \/>\nDass ich verschleudert das Sonett,<br \/>\nDas will mich heute ba\u00df verdrie\u00dfen.<br \/>\nIst nicht das kleine Triolett<br \/>\nGen\u00fcgend stark, dich totzuschie\u00dfen?<\/p>\n<p><strong>(25) Schluss<\/strong><br \/>\nGerne m\u00f6cht&#8216; ich weiter tanzen,<br \/>\nDoch es wird zu eng das Haus.<br \/>\nAlle Lichter gehen aus,<br \/>\nGerne m\u00f6cht&#8216; ich weiter tanzen!<br \/>\nGebet mir den leichten Ranzen!<br \/>\nIn den Sonnenstrahl hinaus<br \/>\nWill ich jetzo weiter tanzen,<br \/>\nDenn es wird zu eng das Haus!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(1) Die beste Zeit Die Jugend ist die beste Zeit Von aller Zeit hienieden; Denn f\u00fcr die Liebe, weit und breit, Die Jugend ist die beste Zeit. Und ob ich gleich des Herzens queit, So bin ich&#8217;s doch zufrieden: Die Jugend ist die beste Zeit Von aller Zeit hernieden! Ewiger Fr\u00fchling (2) Liebe ist des&#8230; <a class=\"more-link\" href=\"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/?page_id=9254\">Read More <span class=\"screen-reader-text\"> in Karl Heinrich Bruger<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":15,"featured_media":0,"parent":9226,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-9254","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/9254","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/15"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=9254"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/9254\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":9255,"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/9254\/revisions\/9255"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/9226"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=9254"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}