{"id":9274,"date":"2019-07-20T22:26:15","date_gmt":"2019-07-20T21:26:15","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wababbel.de\/ferdi\/?page_id=9274"},"modified":"2019-07-20T22:26:44","modified_gmt":"2019-07-20T21:26:44","slug":"ernst-schulze","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/?page_id=9274","title":{"rendered":"Ernst Schulze"},"content":{"rendered":"<p><strong>(1) Frage<\/strong><br \/>\nDie Blume starb, der Fr\u00fchling ist vorbei;<br \/>\nWas frommt es jetzt, dir Kr\u00e4nze noch zu winden?<br \/>\nNur bittrer wird dies Scheinbild dir verk\u00fcnden:<br \/>\nDie Blume starb, der Fr\u00fchling ist vorbei!<br \/>\nWohl tr\u00e4umt&#8216; auch ich so s\u00fc\u00df im sel&#8217;gen Mai<br \/>\nVon Lieb&#8216; und Lust; doch musst&#8216; ich bald empfinden:<br \/>\nDie Blume starb, der Fr\u00fchling ist vorbei;<br \/>\nWas frommt es jetzt, dir Kr\u00e4nze noch zu winden?<\/p>\n<p><strong>(2) Antwort<\/strong><br \/>\nWo Freud&#8216; und Reiz zum Kranze sich verflicht,<br \/>\nKann nimmermehr der frische Lenz vergehen.<br \/>\nNacht wird zum Tag und Sturm zum Fr\u00fchlingswehen,<br \/>\nWo Freud&#8216; und Reiz zum Kranze sich verflicht.<br \/>\nO sieh empor ins l\u00e4chelnde Gesicht<br \/>\nDer Freundlichen, dann wirst du gern gestehen:<br \/>\nWo Freud&#8216; und Reiz zum Kranze sich verflicht,<br \/>\nKann nimmermehr der frische Lenz vergehen.<\/p>\n<p><strong>Triolette<\/strong><\/p>\n<p><strong>(3)<\/strong> Wie sie dort auf dem Altane steht,<br \/>\nLeis&#8216; umwebt vom zarten Mondenschimmer!<br \/>\nAch, so sch\u00f6n erblickt&#8216; ich sie noch nimmer,<br \/>\nWie sie dort auf dem Altane steht.<br \/>\nWeh mir, sie bemerkt mich, ach, sie geht,<br \/>\nUnd doch sieht mein Auge sie noch immer<br \/>\nWie sie dort auf dem Altane steht,<br \/>\nLeis&#8216; umweht vom zarten Mondenschimmer.<\/p>\n<p><strong>(4)<\/strong> Liebst du mich, so eil&#8216;, es mir zu sagen,<br \/>\nDenn den Zweifel trag ich l\u00e4nger nicht;<br \/>\nBrich dein Schweigen, f\u00f6rdre mein Gericht,<br \/>\nLiebst du mich, so eil&#8216;, es mir zu sagen,<br \/>\nAch, wie wird mein Herz dir Wonne tragen,<br \/>\nWenn du schweigst, und nur dein Auge spricht:<br \/>\nLiebst du mich, so eil&#8216;, es mir zu sagen,<br \/>\nDenn den Zweifel trag ich l\u00e4nger nicht.<\/p>\n<p><strong>(5)<\/strong> Willst du den losen Amor fangen,<br \/>\nSo werde keck und wild wie er;<br \/>\nKein Wagest\u00fcck sei dir zu schwer,<br \/>\nWillst du den losen Amor fangen,<br \/>\nDenn stille Treu und leises Bangen,<br \/>\nDie reizen jetzt den Schalk nicht mehr.<br \/>\nWillst du den losen Amor fangen,<br \/>\nSo werde keck und wild wie er.<\/p>\n<p><strong>(6)<\/strong> O wie s\u00fc\u00df ist ein geraubter Kuss.<br \/>\nWenn das M\u00e4dchen keusche Lieb&#8216; empfindet,<br \/>\nUnd ihr Auge leise nur verk\u00fcndet:<br \/>\nO wie s\u00fc\u00df ist ein geraubter Kuss!<br \/>\nGlaube nicht, sie tu&#8216; es aus Verdruss.<br \/>\nWenn sie dann sich deinem Arm entwindet;<br \/>\nNein, zu s\u00fc\u00df ist ein geraubter Kuss,<br \/>\nWenn das M\u00e4dchen keusche Lieb empfindet.<\/p>\n<p><strong>(7)<\/strong> Geh&#8216; nur, ich kann dich nimmer lieben,<br \/>\nSo riefst du, und ich bebte nicht.<br \/>\nDas Wort scheint manchem von Gewicht:<br \/>\nGeh nur, ich kann dich nimmer lieben!<br \/>\nDoch wird es mich nicht leicht betr\u00fcben.<br \/>\nDer Hass ist stumm, die Liebe spricht:<br \/>\nGeh nur, ich kann dich nimmer lieben!<br \/>\nSo riefst du, und ich bebte nicht.<\/p>\n<p>Ernst Schulze<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(1) Frage Die Blume starb, der Fr\u00fchling ist vorbei; Was frommt es jetzt, dir Kr\u00e4nze noch zu winden? Nur bittrer wird dies Scheinbild dir verk\u00fcnden: Die Blume starb, der Fr\u00fchling ist vorbei! Wohl tr\u00e4umt&#8216; auch ich so s\u00fc\u00df im sel&#8217;gen Mai Von Lieb&#8216; und Lust; doch musst&#8216; ich bald empfinden: Die Blume starb, der Fr\u00fchling&#8230; <a class=\"more-link\" href=\"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/?page_id=9274\">Read More <span class=\"screen-reader-text\"> in Ernst Schulze<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":15,"featured_media":0,"parent":9226,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-9274","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/9274","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/15"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=9274"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/9274\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":9275,"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/9274\/revisions\/9275"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/9226"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=9274"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}