{"id":9945,"date":"2020-02-19T21:49:52","date_gmt":"2020-02-19T20:49:52","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wababbel.de\/ferdi\/?page_id=9945"},"modified":"2020-03-08T23:07:00","modified_gmt":"2020-03-08T22:07:00","slug":"siebter-gesang","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/?page_id=9945","title":{"rendered":"Siebter Gesang"},"content":{"rendered":"<p>Wort hielt Helios ihm. Er kehrte nach wenigen Stunden<br \/>\nWieder zur\u00fcck aus den Fluten des Meers, in erneuetem Glanze.<br \/>\nFr\u00fchrot, Sonne, und Mond, sie folgten einander, und gingen,<br \/>\nFesten, geregelten Gangs, um die Erde die ewigen Bahnen.<br \/>\nNimmer versiegten der W\u00e4rm&#8216; und des Lichts heilbringende Quellen;<br \/>\nTag ward immer und Nacht, nach ewigen, weisen Gesetzen.<br \/>\nJeglichen Morgen erfreute der Mensch sich des herrlichen Lichtes,<br \/>\nDas, barmherzig, herab ihm Zeus von dem Himmel gesendet.<br \/>\nUnd fromm dankt&#8216; er daf\u00fcr, am Altar auf die Knie gesunken.<br \/>\n<strong>10<\/strong> Weit oft ging er umher, zu beschaun die beleuchtete Erde,<br \/>\nStieg auf Felsen und Berge, durchwanderte T\u00e4ler und Schluchten.<br \/>\nNeues, Erhabenes viel sah da sein staunendes Auge!<br \/>\nHochaufget\u00fcrmt und geschichtet, in unabsehlichen Massen,<br \/>\nGrad&#8216; aufsteigend und schr\u00e4g Steinarten verschiedener Gattung:<br \/>\nPorphyr, Schiefer, Granit, Serpentin, Gneus, Glimmer und Marmor<br \/>\nWar, vielartig geformt und gef\u00e4rbt, stolz prangend zu schauen;<br \/>\nFest aneinandergereiht hier harte, basaltene S\u00e4ulen,<br \/>\nDort der erstarrete Lava-Strom und zerst\u00fcckelter Bimsstein!<br \/>\nSo viel neues zu schau&#8217;n, so viel unerkl\u00e4rliche R\u00e4tsel.<br \/>\n<strong>20<\/strong> Hell aus den Bergen hervor quoll k\u00fchles, kristallenes Wasser,<br \/>\nDas, mit der Hand von dem Wandrer gesch\u00f6pft, gab k\u00fchlende Labung.<br \/>\nQuellen vereinigten sich zu vergn\u00fcgt anwachsenden B\u00e4chen,<br \/>\nIrrten die T\u00e4ler entlang, oft st\u00fcrzend felsab in die Tiefe,<br \/>\nBrausten und sch\u00e4umten, sich selbst ausw\u00fchlend das steinerne Bette,<br \/>\nWuchsen, in tr\u00e4gerem Lauf, zu gewaltigen Fl\u00fcssen und Str\u00f6men,<br \/>\nTreue Vasallen Neptuns, in das Meer sich endlich ergie\u00dfend.<br \/>\nWo hin schweifte der Blick, \u00fcberall gleich war er gefesselt.<br \/>\nDoch als sinnend der Mensch einst sa\u00df, in Betrachtung verlorenen<br \/>\n\u00dcber das bunte Gestein, hell schillernd aus d\u00fcsterm Gekl\u00fcfte,<br \/>\n<strong>30<\/strong> War&#8217;s, als t\u00f6nte herauf d\u00e4monischer Ruf aus der Tiefe:<br \/>\n\u201eSteige herab, schaulustiger Mensch, in die Kl\u00fcfte der Berge!<br \/>\nSteige herab! Hier warten auf dich unermessliche Sch\u00e4tze!<br \/>\nAdern von Erz, reichhaltig und stark, durchstreichen die Felsen:<br \/>\nEisen und Blei, zu gewichtigem Dienst f\u00fcr den Starken erschaffen;<br \/>\nAuch, zu erg\u00f6tzlichem Spiele, Topase, Smaragden, Rubinen,<br \/>\nFunkelnde, pr\u00e4cht&#8217;ge Demanten, und Klumpen gediegenen Goldes &#8211;<br \/>\nAlles enthalten, in nie zu ersch\u00f6pfender F\u00fclle, die Berge!<br \/>\nHerr von allem zu sein, steig&#8216; mutig hinab in die Tiefe!<br \/>\nIch will, kr\u00e4ftigen Arms, beim Heben der Sch\u00e4tze dir helfen!\u201c<br \/>\n<strong>40<\/strong> Still hin horchte der Mensch, und schaute mit forschendem Auge<br \/>\nNeugiervoll in die Tiefe hinab nach den heimlichen Sch\u00e4tzen.<br \/>\nR\u00e4tsel enthielten die Worte des boshaft lauernden D\u00e4mons.<br \/>\nDie unschuldiger Sinn nicht wusste zu l\u00f6sen, zu deuten.<br \/>\nAber die Neugier ward, ernst sinnend, zur steigenden Sehnsucht,<br \/>\nUnd schon hob sich er Fu\u00df, zu bestehn das gef\u00e4hrliche Wagst\u00fcck.<br \/>\nDa war pl\u00f6tzlich die Sonne bedeckt von verh\u00fcllenden Wolken,<br \/>\nWelche, von Sturme gejagt, auf stiegen in dunkeln Gestalten.<br \/>\nD\u00fcster beschattet im Nu war Tal und Gebirg&#8216;, und im Wirbel<br \/>\nBrauste der Sturm, der lange geruht, von dem Meere her\u00fcber.<br \/>\n<strong>50<\/strong> Jetzt aus der Wolke herab ein Blitz fuhr nieder zur Erde,<br \/>\nSchlug in die Spalte hinein, aus welcher gesprochen der D\u00e4mon,<br \/>\nUnd laut krachender Donner ersch\u00fctterte T\u00e4ler und Berge!<br \/>\n\u201eWeh mir!\u201c, klagte der Mensch &#8211; \u201eZeus z\u00fcrnt! Was hab&#8216; ich verbrochen?\u201c<br \/>\nUnd von der Spalte hinweg weit floh er zu seinem Altar hin,<br \/>\nW\u00e4hrend in Str\u00f6men herab floss warmer, erquickender Regen.<br \/>\nAn den Altar hinknieend, erhob er die H\u00e4nde zum Himmel,<br \/>\nBetete reuig zu Zeus, und gelobte, zu fliehen den D\u00e4mon.<br \/>\nDa trat wieder hervor an dem westlichen Himmel die Sonne;<br \/>\nTr\u00e4ufelnd verzog sich das d\u00fcstre Gew\u00f6lk; und am \u00f6stlichen Himmel<br \/>\n<strong>60<\/strong> Baute sich auf &#8211; dort \u00fcber dem Meer, dort \u00fcber dem Tale &#8211;<br \/>\nGro\u00df und herrlich zu schaun, ein pr\u00e4chtig erhabener Bogen,<br \/>\nLieblichst gemalt mit sanft aneinander gereiheten Farben,<br \/>\nSchwebend, als hinge durch ihn mit dem Himmel die Erde zusammen.<br \/>\nFreudig erstaunt hin blickte der Mensch nach der sch\u00f6nen Erscheinung.<br \/>\n\u201eSei mir gegr\u00fc\u00dft!\u201c, so sprach er vergn\u00fcgt, &#8222;du herrlicher Bogen!<br \/>\nDurch dich mahnen die G\u00f6tter mich wohl, ich solle nach oben,<br \/>\nNicht in die Tiefe hinab hier schauen nach irdischen Sch\u00e4tzen!<br \/>\nWo kann sch\u00f6neren Schmuck aufweisen die d\u00fcstere Erde,<br \/>\nAls dort oben der Himmel mir zeigt, nach dem Winke der G\u00f6tter?<br \/>\n<strong>70<\/strong> Rasch fort eilt&#8216; er, um n\u00e4her zu sehen den herrlichen Bogen;<br \/>\nAber die Sonne verschwand, und die lieblichen Farben erblichen!<br \/>\nDa stand traurig der Mensch, in dem Wahn&#8216;, er beleid&#8217;ge die G\u00f6tter,<br \/>\nDass er die Hand k\u00fchn habe gestreckt nach dem Glanze des Himmels,<br \/>\nUnd still wankt er zur\u00fcck nach der alten, befreundeten St\u00e4tte.<br \/>\nFreudlos klagt&#8216; er: \u201eWie bin ich so arm! Und stehe doch zwischen<br \/>\nBlendenden Sch\u00e4tzen da oben, und blendenden Sch\u00e4tzen da unten!<br \/>\nT\u00e4ler und Berge, so weit hin reichen die F\u00fc\u00dfe, die Blicke;<br \/>\nDoch nur \u00e4rmliches, d\u00fcstres Gestein liegt offen zu Tage,<br \/>\nW\u00e4hrend da unten der Sch\u00e4tze so viel, der verborgenen, ruhen,<br \/>\n<strong>80<\/strong> W\u00e4hrend der Himmel so reich an erfreulichen Farben und Glanz ist,<br \/>\nAch, nach denen die Hand ich nicht darf strecken, ich Armer!\u201c<br \/>\nSp\u00e4t erst schlummert&#8216; er ein, denn lang&#8216;, in Gedanken verloren,<br \/>\nHatt&#8216; er gesessen und hatt&#8216; er gefragt neugierig sich selber,<br \/>\nWas f\u00fcr Sch\u00e4tz&#8216; im verschwiegenen Scho\u00df wohl berge die Erde?<br \/>\nImmer jedoch aufs neue gelobt&#8216; er sich selbst, sie zu meiden,<br \/>\nWeil Zeus zorniger Blitz ihm gedienet zur drohenden Warnung.<br \/>\nDoch kaum hatte der Schlaf ihm ruhig die Augen geschlossen:<br \/>\nH\u00f6rt&#8216; er im Traum schon wieder des D\u00e4mons lockenden Zuruf,<br \/>\nStieg er, mit pochendem Herzen, hinab in die Tiefen der Erde,<br \/>\n<strong>90<\/strong> Sucht&#8216; er vergeblich nach Sch\u00e4tzen, und fand nicht wieder den R\u00fcckweg,<br \/>\nH\u00f6rt&#8216; er den Donner des Zeus laut, lauter und zorniger t\u00f6nen,<br \/>\nSah er aufs neu sich entzogen das Licht und die Gnade der G\u00f6tter!<br \/>\nAls, schwer atmend, er endlich erwacht&#8216; aus dem Traume,<br \/>\nUnd ihm wiedergekehrt war ruhiges, klares Besinnen,<br \/>\nSchlug er den Blick froh wieder empor, und atmete freier,<br \/>\nOhne zu fassen, woher so t\u00e4uschende Qual ihm gekommen.<br \/>\nAber von neuem get\u00e4uscht schon glaubt&#8216; er das staunende Auge,<br \/>\nAls er, erheiterten Muts, nun wollte die Gegend beschauen;<br \/>\nDenn kaum wieder erkannt&#8216; er die lachenden T\u00e4ler und Berge,<br \/>\n<strong>100<\/strong> So hat alles umher sich verwandelt bei n\u00e4chtlicher Weile.<br \/>\nZeus, tief schauend mit g\u00f6ttlichem Blick in das innerste Herz ihm,<br \/>\nSah die gef\u00e4hrlich Lust nach Sch\u00e4tzen im Scho\u00dfe der Erde<br \/>\nUnheildrohend erregt in dem leicht zu verf\u00fchrenden Menschen.<br \/>\n\u201eWeh ihm\u201c, sprach er, &#8222;vergreift er sich dreist an den blinkenden Erzen!<br \/>\nL\u00e4sst er sie still nicht ruhn: wird blutig das Eisen sich r\u00e4chen,<br \/>\nWerden ihm Gold und Edelgestein Fluch bringen und Ungl\u00fcck!<br \/>\nVon dem gef\u00e4hrlichen Glanz ab will ich ihm lenken die Blicke.<br \/>\nDass er vergess&#8216;, und nicht ausforsche verborgene Sch\u00e4tze,<br \/>\nDass er, als traurig und arm, nicht ferner die Erde verklage,<br \/>\n<strong>110<\/strong> Werde sie lachend geschm\u00fcckt mit unz\u00e4hligen, heitern Gew\u00e4chsen!\u201c<br \/>\nSprach&#8217;s; und was er geboten, alsbald auch ward es vollzogen:<br \/>\nDrum kaum traute der Mensch, aufschauend, dem staunenden Auge.<br \/>\nWelch ein Wunder! Es war ein gr\u00fcnender Teppich gebreitet<br \/>\n\u00dcber Gebirg und Tal, hell gl\u00e4nzend im Strahle der Sonne!<br \/>\nSammetner Rasen bedeckte die H\u00f6hen und Tiefen der Berge;<br \/>\nSaftiges Gras und vielerlei Kr\u00e4uter bedeckten die T\u00e4ler,<br \/>\nFlechten und Moose versuchten sogar, zu bekleiden den Felsen.<br \/>\nLieblichst versch\u00f6nt war pl\u00f6tzlich die alte, zerr\u00fcttete Erde,<br \/>\nHatte das Totengewand von den starren Gebeinen geworfen,<br \/>\n<strong>120<\/strong> War in jugendlich festlichem Schmuck von den G\u00f6ttern gekleidet,<br \/>\nSchien, in entz\u00fcckendem Glanz, froh \u00fcber sich selbst zu erstaunen.<br \/>\nTausende schlummernder Keime, sie waren, vom Regen befruchtet,<br \/>\nAuf des Allm\u00e4cht&#8217;gen Gehei\u00df, zu Bl\u00e4ttern und Stengeln geworden,<br \/>\nDie nun freudig in Licht und in W\u00e4rme sich dehnten,<br \/>\nLeise vom Zephyr bewegt, sich nickend einander begr\u00fc\u00dften.<br \/>\nWonnig umher, in die H\u00f6h&#8216; und die Tief&#8216;, in die N\u00e4h&#8216; und die Ferne,<br \/>\nSchweife der trunkene Blick des erstaunten, entz\u00fcckten Beschauers.<br \/>\nNiedergekniet, weit breitet&#8216; er aus die verlangenden Arme,<br \/>\nDr\u00fcckt&#8216; auf den schwellenden Rasen die Brust mit dem klopfenden Herzen,<br \/>\n<strong>130<\/strong> Gleich, als sollt&#8216; an dem Herzen der Erde das seinige schlagen,<br \/>\nGleich, als wollt&#8216; er die Erde mit liebenden Armen umfangen.<br \/>\nDoch viel sch\u00f6ner geschm\u00fcckt, noch reizender sollte sie werden!<br \/>\nScharen von Genien kamen herab von dem Himmel geflattert,<br \/>\nBoten Silvans, und Pomonas, und Floras, der freundlichen G\u00f6ttin,<br \/>\nWeit sich zerstreuend umher auf der Erd&#8216;, in gesch\u00e4ftiger Eile.<br \/>\nWo sie weilten, und s\u00e4ten, und schufen, da keimt&#8216; es und sprosst&#8216; es<br \/>\nZauberisch kr\u00e4ftig empor, schnell wurzelnd im \u00fcppigen Boden,<br \/>\nSchnell aufschie\u00dfend, in tausendfach wechselnden Formen und Farben.<br \/>\nSchattige W\u00e4lder zu werden, erhoben sich Palmen, Plantanen,<br \/>\n<strong>140<\/strong> Zedern, und Eichen, und Tannen, phantastische, trauernde Weiden;<br \/>\nViel auch sprossten Zypressen hervor, Oleander, Granaten,<br \/>\nMyrten, der G\u00f6ttin der Liebe geweiht, und geheiligter Lorbeer,<br \/>\nTrauliche Haine zu bilden f\u00fcr sinnige Wonne und Wehmut.<br \/>\nDass auch nimmer dem Menschen es fehl&#8216; an Nahrung und Labsal,<br \/>\nHoben die Kronen empor Fruchtb\u00e4ume verschiedener Gattung,<br \/>\nWurzelte Brotbaum hier, dort Maulbeer, Mandel und Feige,<br \/>\nGl\u00fchten Orangen hervor aus Kr\u00e4nzen von duftenden Bl\u00fcten.<br \/>\nFr\u00f6hliche Reben sogar, sich hierhin neigend und dorthin,<br \/>\nSchlangen an B\u00e4umen sich auf, mit der Krone der Fr\u00fcchte, der Traube,<br \/>\n<strong>150<\/strong> Dass sie, gereift in der gl\u00fchenden Sonne, den Menschen erquicke,<br \/>\nDass ihr geistiger Saft ihm fr\u00f6hliche Feste bereite,<br \/>\nBis an des Daseins Ziel dem Ermatteten St\u00e4rkung gew\u00e4hre.<br \/>\naber um ganz zum entz\u00fcckenden Garten zu zaubern die Erde,<br \/>\nPflanzten und formten und malten die freundlichen Boten der Flora<br \/>\nBlumen und bl\u00fchend Gestr\u00e4uch mit den zartesten, flei\u00dfigsten Fingern,<br \/>\nRankten an Felsen den Efeu hinauf und das schwankende Geisblatt,<br \/>\nSchm\u00fcckten mit Blumen die Berge, mit duftenden Kelchen die S\u00fcmpfe,<br \/>\nFelsen der W\u00fcste sogar mit dem prachtvoll bl\u00fchenden Kaktus.<br \/>\nWas nur sch\u00f6pfrische Laune vergn\u00fcgt zu erfinden vermochte,<br \/>\n<strong>160<\/strong> Stellten sie hin, anmutig und reizend gef\u00e4rbt und gestaltet.<br \/>\nKleines und Gro\u00dfes, bescheiden Geb\u00fccktes, und prangend Erhobnes<br \/>\nStand, in dem buntesten Wechsel, vereinzelt und nebeneinander.<br \/>\nTief in dem Grase versteckt sah nieder zur Erde das Veilchen,<br \/>\nStand, wie sch\u00fcchtern verzagend im Kreise der gr\u00f6\u00dferen Schwestern<br \/>\nOb es an lieblichem Duft gleich viele der sch\u00f6nsten besch\u00e4mte.<br \/>\nDoch, jungfr\u00e4ulicher noch, Sinnpflanzen erschraken bei jeder<br \/>\nLeisen Ber\u00fchrung so sehr, dass erdw\u00e4rts sanken die Zweige.<br \/>\nKr\u00e4ftig daneben empor hielt Reihen von Bl\u00fcten die Malve;<br \/>\nWeit aus breiteten sich der Hortensie bl\u00fchende Str\u00e4u\u00dfe;<br \/>\n<strong>170<\/strong> Herrlichst gestaltet in Bl\u00e4ttern und Kelch hob hoch sich die Calla;<br \/>\nPrangende Tulpen und Mohn, sie fragten, ob sch\u00f6nere Farben<br \/>\nK\u00f6nne das Innre der Erd&#8216; aufweisen an Edelgesteinen?<br \/>\nN\u00e4chtliche graue Violen, und Lilien, edel gestaltet,<br \/>\nHeliotrop, Tuberos&#8216;, und unz\u00e4hlige andere Blumen<br \/>\nHauchten den lieblichen Duft als Opfer dem Menschen entgegen.<br \/>\nAch, wie ging er vergn\u00fcgt von der einen zur andern, und k\u00fcsste<br \/>\nDieser den duftenden Kelch, und jener die prangende Krone!<br \/>\nJegliche redet&#8216; er an, und jegliche schien sich zu freuen,<br \/>\nDass er zu ihr sich geneigt, schien lieblicher dann zu erbl\u00fchen,<br \/>\n<strong>180<\/strong> Und missg\u00f6nnte doch nimmer der Nachbarin gr\u00f6\u00dfre Triumphe.<br \/>\nAber die herrlichen Rosen, gesandt von der G\u00f6ttin der Liebe,<br \/>\nDass als Braut sie geschm\u00fcckt dastehe, die lachende Erde,<br \/>\nAls er auf diese den Blick jetzt warf mit dem frohsten Erstaunen,<br \/>\nRief er entz\u00fcckt: \u201eDich nenn&#8216; ich, o Rose, die Blume der Liebe,<br \/>\nDenn du stammst aus den duftenden Lauben der reizenden G\u00f6ttin,<br \/>\nUnd sie sendet dich mir, als Zeichen vers\u00f6hneter Liebe!\u201c<br \/>\nFreudig an Lippen und Herz dann dr\u00fcckt&#8216; er die sch\u00f6nste der Rosen,<br \/>\nUnwillk\u00fcrlich sie brechend vom \u00fcppig umbl\u00fcheten Strauche.<br \/>\nHin zum Altar drauf eilt&#8216; er mit ihr, und legte darauf sie,<br \/>\n<strong>190<\/strong> Fromm-dankbaren Gef\u00fchls, als Opfer den g\u00fctigen G\u00f6ttern;<br \/>\nUnd sein n\u00e4chtlicher Traum lie\u00df nichts als Blumen ihn sehen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wort hielt Helios ihm. Er kehrte nach wenigen Stunden Wieder zur\u00fcck aus den Fluten des Meers, in erneuetem Glanze. Fr\u00fchrot, Sonne, und Mond, sie folgten einander, und gingen, Festen, geregelten Gangs, um die Erde die ewigen Bahnen. Nimmer versiegten der W\u00e4rm&#8216; und des Lichts heilbringende Quellen; Tag ward immer und Nacht, nach ewigen, weisen Gesetzen&#8230;. <a class=\"more-link\" href=\"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/?page_id=9945\">Read More <span class=\"screen-reader-text\"> in Siebter Gesang<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":15,"featured_media":0,"parent":9928,"menu_order":6,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-9945","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/9945","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/15"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=9945"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/9945\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":10027,"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/9945\/revisions\/10027"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/9928"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=9945"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}