{"id":9989,"date":"2020-02-29T21:09:35","date_gmt":"2020-02-29T20:09:35","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wababbel.de\/ferdi\/?page_id=9989"},"modified":"2020-03-01T23:48:26","modified_gmt":"2020-03-01T22:48:26","slug":"vierter-gesang","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/?page_id=9989","title":{"rendered":"Vierter Gesang"},"content":{"rendered":"<p>Jetzt in der Kammer, die noch des Mondes d\u00e4mmernder Strahl nur<br \/>\nSchwach erhellete, sank bet\u00e4ubt Simaitha auf&#8217;s Lager;<br \/>\nNicht mehr das ruhige nun, zu dem des heiteren Tages<br \/>\nL\u00e4chelndes Bild ihr gefolgt, im leisen Schlummer erl\u00f6schend.<br \/>\nWeich umfing vordem der mohnumkr\u00e4nzete Gott sie<br \/>\nHier mit schmeichelndem Arm, und kein der bunten Gebilde,<br \/>\nWelche die schweigende Nacht mit t\u00e4uschenden Farben erzeuget,<br \/>\nSchwebte sonst um das Haupt der sorglos schlummernden Jungfrau;<br \/>\nDoch sie floh der gef\u00e4llige Schlaf; in tr\u00fcber Erscheinung<br \/>\n<strong>10<\/strong> Schwebten des Tages Gebilde, die wohlbekannten Gestalten,<br \/>\nJetzo traurig und fremd an ihren Blicken vor\u00fcber.<br \/>\nAber Hoffnung fasste, die stets erfreuliche, sanft noch<br \/>\nEinmal der Jungfrau Hand mit liebreich tr\u00f6stendem Zuspruch:<br \/>\nFremd bis heute noch blieb der Schwester str\u00e4fliche Neigung<br \/>\nDeinem Gliebten vielleicht, ihm hatte zuerst sie der Zufall<br \/>\nUnwillkommen enth\u00fcllt, nur \u00dcberraschung und Mitleid<br \/>\nSprach sein staunender Blick; so fl\u00fcsterte schmeichelnde Hoffnung.<br \/>\nAber die Leucht&#8216; in der Hand betrat nun Likoris die Kammer,<br \/>\nNoch der \u00e4lteren Schwester zum Dienst, so wie sie gewohnt war.<br \/>\n<strong>20<\/strong> Und sie t\u00e4uschte der Schein, da abgewendet Simaitha<br \/>\nLag, mit verh\u00fclltem Gesicht, sie schien in Schlummer versenket.<br \/>\nDenn di Treffliche mied, bewegt und traurig, des M\u00e4dchens<br \/>\nAnblick, welcher so kurz noch willkommen ihr immer und s\u00fc\u00df war.<br \/>\nAber Likoris trat mit z\u00f6gernden Schritten nur vorw\u00e4rts,<br \/>\nAls sich die hohe Gestalt ihr zeigte der sch\u00f6nen Simaitha,<br \/>\nWie sie ruhend erschien in aller F\u00fclle der Anmut.<br \/>\nAlso bebte Psyche, die Gattin des l\u00e4chelnden Amors,<br \/>\nDa mit verbotemen Licht sie das duftende Lager erhellte,<br \/>\nUnd in himmlischem Reiz erblickte den ewigen J\u00fcngling.<br \/>\n<strong>30<\/strong> Still nun faltete sie die Gewande, eilte sodann auch<br \/>\nNahrung der Lampe zu geben, der n\u00e4chtlichen, zierliche Kettlein<br \/>\nHielten sie schwebend empor, und \u00fcber das Bette verbreitet<br \/>\nDrauf sie den Teppich, der weich aus bunter Wolle gewebt war.<br \/>\nLange heftete sie so, in finster stummer Betrachtung,<br \/>\nStarr auf die Schwester den Blick, doch heftig fasste sie Wehmut<br \/>\nUnd der gewaltige Schmerz, sie rief die klagenden Worte:<br \/>\nHochbegl\u00fcckte! vertr\u00e4umst du die Stunden s\u00fc\u00dfer Erwartung?<br \/>\nT\u00fcckisch zeigt sich f\u00fcrwahr der Schlaf, un feindlich den Menschen,<br \/>\nGern betr\u00fcgt er den G\u00fcnstling des Gl\u00fccks um des heiter&#8217;n Genusses<br \/>\n<strong>40<\/strong> Schnellbefl\u00fcgelte Stunden, die bald auf immer dahinfliehn.<br \/>\nNur wo mit Z\u00e4hren der Gram das traurige Lager benetzet,<br \/>\nNahet nimmer der Schlaf; mit allbesiegendem Zauber<br \/>\nG\u00fctig den qu\u00e4lenden Schmerz zu t\u00e4uschen in kurzem Vergessen.<br \/>\nAch was ordnet&#8216; ich hier gedankenlos diese Gewande?<br \/>\nNicht ziemt h\u00e4usliche Tracht so festlichem Tage, du prangest<br \/>\nMorgen in br\u00e4utlichem Putz; bewundernd schauet Diokles,<br \/>\nWohlgef\u00e4llig vielleicht, sie, die f\u00fcr ihn so geschm\u00fcckt ist.<br \/>\nUnd ich sollte dies Haar mit heiteren Blumen durchflechten,<br \/>\nFreude heuchelnd mich mischen ins Chor der fr\u00f6hlichen Jungfrau&#8217;n,<br \/>\n<strong>50<\/strong> Welche mit festlichem Tanz begleiten die Hymnen der Hochzeit?<br \/>\nHa! Schon stockt mir im Busen der fliehende Laut und es wanket,<br \/>\nWeil ich&#8217;s denke nur, den Dienst versagend, das Knie mir.<br \/>\nNein, der die Liebe mich lehrte, nicht lehrt&#8216; er so der Verstellung<br \/>\nOft willkommene Kunst das junge Herz, auch das schuldlos<br \/>\nKeines Wunsches bewusst sich der holden Neigung dahingab.<br \/>\nIhn zu sehen ja schien genug mir, ach! ihn zu lieben!<br \/>\nLange t\u00e4uscht&#8216; ich mich so; wie pl\u00f6tzlich ist es mir anders<br \/>\nNun geworden! Und fremd erschreckt mich die eigne Gesinnung.<br \/>\nAlso entz\u00fcndet geheim ein Funke, welcher der Lampe<br \/>\n<strong>60<\/strong> Unbeachtet entfiel, den Purpur weicher Gespinste,<br \/>\nWelche die Weberin sammelt; es steigt die zischende Flamme<br \/>\nSchnell empor und verzehrt der Jahre z\u00f6gernde M\u00fche;<br \/>\nWie im Busen mir jetzt Verlangen und liebende Sehnsucht<br \/>\nLang verhalten auch verzehrend lodert; nicht l\u00e4nger<br \/>\nBerg&#8216; ich die siegende Glut. O! H\u00e4tte nimmer sein Blick mir<br \/>\nLeuchtend ins Auge gestrahlt, von seiner Stimme der Wohllaut<br \/>\nNie mir die Seele durcht\u00f6nt; mit Worten holder Bedeutung<br \/>\nSchmeichelnd heimlichem Wunsche. Doch nein, nicht trauriges Mitleid<br \/>\nGab er der Liebenden nur, der Gegenliebe Gewissheit<br \/>\n<strong>70<\/strong> Strahlt mir heilig und hold; er teilt die Qualen der Sehnsucht,<br \/>\nSch\u00f6ner hat es sich ja und fest mir heute best\u00e4tigt.<br \/>\nO des entz\u00fcckenden Trosts! Doch halt, Unselige! Wagst du&#8217;s,<br \/>\nNoch dich trauriger Schmerzen zu freu&#8217;n des geliebtesten J\u00fcnglings?<br \/>\nNimmer vermag ich das Leiden, das unerh\u00f6rte, zu tragen;<br \/>\nJa der Herrliche selbst, er schaffe, wie der der Seele<br \/>\nKrankheit erreget, mir nun die Mittel auch der Genesung.<br \/>\nSchlafe du, Schwester, indes; es wache der nagende Jammer<br \/>\nNur in Likoris&#8216; Brust, mit braunen Fittichen weile<br \/>\nNun nicht l\u00e4nger die Nacht und meerw\u00e4rts lenk&#8216;, o Selene!,<br \/>\n<strong>80<\/strong> Still dein leuchtend Gespann: ihr Sterne sinkt, dass ich einmal,<br \/>\nWeil ich lebe zuletzt noch, das Haupt umfasse des Lieblings.<br \/>\nAlso das klagende M\u00e4dchen; und rasch verlie\u00df das Gemach sie,<br \/>\nAhndete nicht, wie aufs neu den kaum beschwichtigten Argwohn<br \/>\nSt\u00e4rker der Schwester das Wort verirrter Leidenschaft aufrief.<br \/>\nSchmerzlich b\u00fcsste Simaitha der niege\u00fcbten Verstellung<br \/>\nUnwillk\u00fcrliche Schuld, die, treulos gegen ihn selber,<br \/>\nDer sie gebrauchet, stets die heimlichen Waffen zur\u00fcckkehrt.<br \/>\nAlle Bande zerrissen des blutenden Herzens, von dem sich<br \/>\nMit der Liebe zugleich auch l\u00f6ste die tr\u00f6stende Hoffnung.<br \/>\n<strong>90<\/strong> Weh! So seufzete bang, nach langem Schweigen, die Jungfrau,<br \/>\nScheu das d\u00fcst&#8217;re Gemach mit zweifelnden Blicken durchirrend:<br \/>\nWebt, mich zu schrecken, der Schlaf entsetzlich t\u00e4uschende Tr\u00e4ume<br \/>\nNoch um das schwindelnde Haupt? O! Dass sein ernsterer Bruder,<br \/>\nSanft mich fassend zugleich, geg\u00f6nnt mir h\u00e4tte die T\u00e4uschung,<br \/>\nWelche mir ewig entflieht. Bewegte sich wirklich Likoris<br \/>\nMeinem Blicke vorbei? Ihr Kranz, den Locken entrissen,<br \/>\nLiegt entbl\u00e4ttert noch hier; der Freude heiteres Sinnbild<br \/>\nWird ein trauriger Zeuge mir nun verhasstester Wahrheit.<br \/>\nJa, das schwarze Bekenntnis entfloh den Lippen, die sonst nur<br \/>\n<strong>100<\/strong> Z\u00e4rtliche Worte des Dankes mir sprachen und f\u00fchlender Freundschaft;<br \/>\nUnd das Verh\u00e4ltnis erscheint mir nun in erschrecklicher Klarheit.<br \/>\nAllzu lang nur umw\u00f6lkte Vertrau&#8217;n den befangenen Blick mir;<br \/>\nDenn in schuldloser Brust wiegt blind und sicher sich Eros<br \/>\nStets, ein heiteres Kind, noch unbekannt mit dem Argwohn.<br \/>\nNur dem str\u00e4flichen Sinn erwachet Furcht mit der Neigung,<br \/>\nUnd so wird ihm Verrat ein hellersehender Amor.<br \/>\nWohl erkl\u00e4r&#8216; ich den t\u00e4tigen Flei\u00df nun, welcher die Schwester<br \/>\nNur seit kurzem belebt; ich pries vertrauend und arglos<br \/>\nFroh als Tugend an ihr die Frucht des t\u00fcckischen Undanks.<br \/>\n<strong>110<\/strong> Emsig sah ich sie immer bem\u00fcht, zu dienen dem J\u00fcngling;<br \/>\nLachte (Verdacht war mir fremd noch) der achtsam kindischen Sorgfalt.<br \/>\nSch\u00f6ner in seines Wunsches Erf\u00fcllung sah ich den meinen<br \/>\nStets gew\u00e4hrt mir, denn nur was ihn erfreute, bedacht&#8216; ich;<br \/>\nUnd so traf sie mein Herz, um das sie schmeichelnd ihr Netz schlang.<br \/>\nHatte der Lenze doch keiner, so schien mir&#8217;s, je noch der Blumen<br \/>\nGleiche Menge geweckt, frisch wanden an jeglichem Morgen<br \/>\nTausendfarbige Kr\u00e4nze sich rings um die S\u00e4ulen des Eingangs<br \/>\nAus Diokles Hand, er sa\u00df im Schatten des Ahorns<br \/>\nSo besch\u00e4ftigt mit ihr, ich pflegt&#8216; indessen des Haushalts.<br \/>\n<strong>120<\/strong> Doch wenn am Abend sich nun die duftenden Kelche gesenket,<br \/>\nL\u00f6ste Likoris das volle Geflecht, aufs eigene Lager<br \/>\nStreute die Welkenden sie; oft scherzt&#8216; ich, dass sie, was mein sei,<br \/>\nSo mir raube, sie log den Anschein heiterer Unschuld.<br \/>\nJa, sie schlummerte s\u00fc\u00df auf weichen Blumen der Liebe,<br \/>\nVon Diokles Hand f\u00fcr sie gereihet, ein Spott nur<br \/>\nWar ich beiden, ich f\u00fchl&#8217;s, und schamrot gl\u00fcht mir die Wange,<br \/>\nDie unwillig sich jetzt von schimpflichen Z\u00e4hren benetzt f\u00fchlt.<br \/>\nO! Der T\u00f6rin, die schon des Kummers volleste Schale<br \/>\nGanz geleeret w\u00e4hnte; noch blieb ihr des bitteren Trankes<br \/>\n<strong>130<\/strong> T\u00f6tende Hefe zur\u00fcck. Begl\u00fcckt ist, welchem das Schicksal<br \/>\nFr\u00fch, mit schonender Hand, entnimmt das Liebste, der Achtung,<br \/>\nAch! Und wert noch der Z\u00e4hren, des gern ern\u00e4hreten Trauerns<br \/>\nS\u00fc\u00dfen Zoll! Nicht dr\u00e4ngt im Busen schmerzlicher Unmut<br \/>\nSteigende Seufzer zur\u00fcck; noch ringt, gesch\u00e4rftere Qualen<br \/>\nBringt kein Kampf dem Herzen, mit Liebe dann die Verachtung.<br \/>\nDoch was sag&#8216; ich? Mit Huld noch schauen himmlische M\u00e4chte<br \/>\nMich, die, jegliches Schmerzes Vertraute, fremd noch der Schuld blieb.<br \/>\nDenn mit zerst\u00f6render Macht ergreift sie rastlos des Armen<br \/>\nBusen, der einmal sie nur, die vielgestaltete, aufnahm.<br \/>\n<strong>140<\/strong> So entlehnte sich schlau der Liebe lockenden Liebreiz,<br \/>\nFreundlicher Hoffnung Stimm&#8216; und stahl sich leicht in Likoris<br \/>\nUnbewahrtes Gem\u00fct, das jedem Eindruck sich hingibt.<br \/>\nAch! Auf immer vielleicht verscheucht sie den Frieden der Unschuld<br \/>\nAus der entweiheten Brust, vordem ein heiliger Wohnplatz.<br \/>\nStreitende Leidenschaft regt, emp\u00f6rt ihr die Tiefen der Seele,<br \/>\nRaubt, verbunden der Angst und furchtsam lauschendem Misstrau&#8217;n,<br \/>\nSo ihren N\u00e4chten die Ruh&#8216; wie jede Freude dem Tage.<br \/>\nIn der Freundschaft Blick liest still sie den mahnenden Vorwurf,<br \/>\nF\u00fchlet scheu und verwirrt im Arm der Liebe sich strafbar.<br \/>\n<strong>150<\/strong> Nein, zu strenge doch r\u00e4chst, o Nemesis! du der Vergeltung<br \/>\nErnste G\u00f6ttin, die Schuld, und ach!, in dem traurigen Herzen,<br \/>\nDem sie alles geraubt, erweckt die Gl\u00fcckliche Mitleid.<br \/>\nWie? Und b\u00fcsset auch er des Wankelsinnes Verschuldung<br \/>\nMit verborgenem Schmerz? Senkt tr\u00fcb&#8216; ein qu\u00e4lend Bewusstsein<br \/>\nNun Diokles Stirn, die j\u00fcngst so heiter und frei mir<br \/>\nGl\u00e4nzte? Elend, er ist&#8217;s, ihr G\u00f6tter! Denn er ist treulos!<br \/>\nM\u00f6chte der Liebenden doch auf immer verloren sein Herz sein,<br \/>\nH\u00e4tt&#8216; er der Tugend es nur, der Wahrheit treu noch bewahret!<br \/>\nTief versenktet ihr zwar in die liebende Seele sein Bildnis,<br \/>\n<strong>160<\/strong> Doch, g\u00f6nnt rein ihr es nicht, vertilgt es ganz aus der Brust mir.<br \/>\nNein! F\u00fchrt sie, die ich liebe, verkl\u00e4rt, im Glanze der Unschuld<br \/>\nAn die verwundete Brust zur\u00fcck, der Verirreten reicht&#8216; ich<br \/>\nGern vers\u00f6hnet die Hand. Ich dank&#8216; euch, himmlische M\u00e4chte!<br \/>\nTr\u00f6stend senket ihr schon im Vorgef\u00fchle die Wonne<br \/>\nDes Verzeihens mir in das Herz; mit gewaltigen Armen<br \/>\nHebt ihr empor die Schwache zu euern h\u00f6heren Freunden.<br \/>\nDoch du strebest umsonst, Unselige, l\u00e4nger ein Gl\u00fcck dir<br \/>\nFestzuhalten, das streng ein gebietendes Schicksal dahinrei\u00dft.<br \/>\nAlso bem\u00fcht am Gestade sich noch der Arme, der G\u00fcter<br \/>\n<strong>170<\/strong> Strandende Tr\u00fcmmer zu sammeln, von abw\u00e4rts rollenden Wogen<br \/>\nWeiter schon ihm entf\u00fchrt, er steht verarmt an dem Ufer,<br \/>\nWo ihm der Hoffnung Ziel aus blauer Ferne gestrahlt hat.<br \/>\nAlso sprach voll Schmerz Simaitha, streitenden Entschluss<br \/>\nTief in unruhiger Brust bewegend, heftete jetzt sie<br \/>\nStarr den d\u00fcster&#8217;n Blick hinaus auf die n\u00e4chtliche Landschaft.<br \/>\nWehend graues Gew\u00f6lk umzog die Sterne; nur Blitze<br \/>\nGossen, mit schwebendem Schein am fernen Saume des Himmels<br \/>\nZuckend, ein fl\u00fcchtiges Licht umher; doch schnell, wie es aufstrahlt,<br \/>\nSchnell auch verschlang es die Nacht. So hellt der freundlichen Hoffnung<br \/>\n<strong>180<\/strong> Lichter Funke vergebens den finster&#8217;n Geist, die Erscheinung<br \/>\nEines Augenblicks nur, besiegt von der d\u00fcsteren Trauer.<br \/>\nAber langsam erhob ihr strahlendes Auge die Jungfrau<br \/>\nDann, und der trockenen Wimper entst\u00fcrzte, lindernd, der Z\u00e4hren<br \/>\nReichlich flie\u00dfender Strom, entlockt von sanfterer Wehmut.<br \/>\nDie ihr in schweigender Luft mit gr\u00fcnenden Armen emporstrebt,<br \/>\nAlso rief sie bewegt: Ihr dachumkr\u00e4nzende Pappeln;<br \/>\nTraurend sah ich euch oft, wenn rau durch die schwankenden \u00c4ste,<br \/>\nHerbstlich sauste der Sturm, die falben Bl\u00e4tter entsch\u00fcttelnd,<br \/>\nHoch im Wirbelwind mit wildem Spiele sie umtrieb,<br \/>\n<strong>190<\/strong> Und der schlankere Wipfel sich neigte, seufzend und schmucklos.<br \/>\nMitleid durchbebte den Busen mir dann, des Lebens Empfindung<br \/>\nLieh ich dem traurenden Baum; und sollt&#8216; ich es irrigen Wahn jetzt<br \/>\nNennen! Neigen sich nicht in einsam schweigender Nacht mir,<br \/>\nDa der zerr\u00fcttende Sturm den eigenen Busen durchw\u00fchlet,<br \/>\nSanft die Wipfel herab? Sie s\u00e4useln freundliche Tr\u00f6stung<br \/>\nTraurig fl\u00fcsternd mit zu, und leisen zarteren Anteil.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jetzt in der Kammer, die noch des Mondes d\u00e4mmernder Strahl nur Schwach erhellete, sank bet\u00e4ubt Simaitha auf&#8217;s Lager; Nicht mehr das ruhige nun, zu dem des heiteren Tages L\u00e4chelndes Bild ihr gefolgt, im leisen Schlummer erl\u00f6schend. Weich umfing vordem der mohnumkr\u00e4nzete Gott sie Hier mit schmeichelndem Arm, und kein der bunten Gebilde, Welche die schweigende&#8230; <a class=\"more-link\" href=\"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/?page_id=9989\">Read More <span class=\"screen-reader-text\"> in Vierter Gesang<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":15,"featured_media":0,"parent":9979,"menu_order":3,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-9989","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/9989","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/15"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=9989"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/9989\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":10001,"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/9989\/revisions\/10001"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/9979"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=9989"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}