{"id":1439,"date":"2014-04-18T00:50:41","date_gmt":"2014-04-17T22:50:41","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wababbel.de\/ferdi\/?p=1439"},"modified":"2014-04-18T03:19:41","modified_gmt":"2014-04-18T01:19:41","slug":"die-bewegungsschule-13","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/?p=1439","title":{"rendered":"Die Bewegungsschule (13)"},"content":{"rendered":"<p>Zum Vers an sich ist inzwischen fast alles gesagt. Zeit also, sich der Beziehung zwischen den Versen zuzuwenden, und das meint: dem Zeilensprung.<\/p>\n<p>Der verh\u00e4lt sich hier wie bei allen anderen Versen auch (wobei ihn sicher ein Versma\u00df wie der Trimeter sparsamer verwendet als der Blankvers), kann aber in Hinsicht auf die Versbewegung eine wichtige Rolle spielen! Denn, keine Frage: Eine der Schwierigkeiten des Verses ist die doppelt besetzte Eingangssenkung &#8211; dagegen wehrt sich das Deutsche etwas, und man muss als Verfasser doch einigen Widerstand \u00fcberwinden. Der Zeilensprung kann dabei helfen!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Es ist K\u00fcmmernis-Nacht, und der Vollmond wirft<br \/>\nSein gespenstisches Licht auf das Schloss; aus dem Tor,<br \/>\nAn den Graben heran kommt Schemel, der Narr,<br \/>\nDenn es flieht ihn der Schlaf, und die Nacht wird ihm lang &#8211;<br \/>\nSie zu k\u00fcrzen, besucht er die Fr\u00f6sche.<\/p>\n<p>Die bemerken ihn nicht; von den Bergen herab<br \/>\nIn den Wald, und zum Schloss, und dann weiter ins Land<br \/>\nZog abends, und trug in die Ferne der Schar<br \/>\nWehm\u00fctigen Sinn:<br \/>\nEin Erschauern, ein Wispern von nacktem Gebein,<br \/>\nDas die Knochenfr\u00f6sche verk\u00fcndet.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das ist, mal wieder, ein eher sinnfreies St\u00fcck zum &#8222;K\u00f6nigreich von Sede&#8220; aus der \u00dcbungskladde. Quatsch, aber geeignet, um einige Dinge zu verdeutlichen?!<\/p>\n<p>Der Vers ist ohnehin etwas zu kurz, um einen l\u00e4ngeren Satz aufnehmen zu k\u00f6nnen; durch den Zeilensprung f\u00e4llt dann der Neueinsatz am Versbeginn leichter, da zum Beispiel Nebens\u00e4tze (&#8222;Denn &#8230;&#8220;), darunter auch Relativs\u00e4tze (&#8222;Das &#8230;&#8220;), eine unbetonte Silbe gleichsam vorgeben, an die leicht &#8222;angebaut&#8220; werden kann. Au\u00dferdem k\u00f6nnen mit zwei unbetonten Silben beginnende Satzteile an die Spitze des Verses treten, die dort nur schwer stehen k\u00f6nnten, beg\u00f6nne der Satz dort. Das alles sind keine sehr scharfen Zeilenspr\u00fcnge, weil ja zumindest die Grenze zwischen den Sinneinheiten beachtet wird; und so bekommt der Text Lebendigkeit und Abwechslung, w\u00e4hrend der Verfasser sich die Arbeit erleichtert. Was aber nicht hei\u00dft, dass keine heftigen Zeilenspr\u00fcnge vorkommen k\u00f6nnen hier und da; &#8222;der Schar \/\/ Wehm\u00fctigen Sinn&#8220; zum Beispiel f\u00fcgt sich ganz brauchbar ein, scheint mir?!<\/p>\n<p>Jedenfalls ist das ein Punkt, den man im Auge haben sollte. Auch hier gilt: Versuchen, was geht und dem eigenen Geschmack entspricht, sich einfinden und vertraut werden. Der Vers bietet, ich erw\u00e4hnte es, dem Schreibenden einigen Widerstand; aber gerade das macht ihn geeignet, sich \u00fcber Fragen der Versbewegung Klarheit zu verschaffen!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zum Vers an sich ist inzwischen fast alles gesagt. Zeit also, sich der Beziehung zwischen den Versen zuzuwenden, und das meint: dem Zeilensprung. 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