{"id":1689,"date":"2014-05-09T00:02:30","date_gmt":"2014-05-08T22:02:30","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wababbel.de\/ferdi\/?p=1689"},"modified":"2015-10-12T21:59:03","modified_gmt":"2015-10-12T19:59:03","slug":"die-bewegungsschule-19","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/?p=1689","title":{"rendered":"Die Bewegungsschule (19)"},"content":{"rendered":"<p>Der in der Bewegungsschule vorgestellte Vers ber\u00fchrt sich in vielen Punkten mit anderen Versen. Ich m\u00f6chte daher hier ein Gedicht von Johann Heinrich Vo\u00df einstellen, &#8222;Friedensreigen&#8220;. Ich stelle seinen Bauplan vor und werfe einen etwas genaueren Blick auf zwei Strophen (wer das ganze Gedicht lesen m\u00f6chte, kann unter &#8222;Gesammeltes&#8220; vorbeischaun, wo ich den Bereich &#8222;Anap\u00e4stische Verse&#8220; etwas umgebaut habe &#8211; unter anderem ist da jetzt auch\u00a0 &#8222;Friedensreigen&#8220; zu finden, nebst Anmerkungen von Wilhelm August Schlegel zum Aufbau des Gedichts).<\/p>\n<p>Die von Vo\u00df entworfene Strophe hat neun Verse:<\/p>\n<p>ta ta <strong>TAM<\/strong> ta <strong>TAM<\/strong> ta ta <strong>TAM<\/strong> ta<br \/>\nta ta <strong>TAM<\/strong> ta ta <strong>TAM<\/strong> ta <strong>TAM<\/strong><br \/>\nta ta <strong>TAM<\/strong> ta <strong>TAM<\/strong> ta ta <strong>TAM<\/strong> ta<br \/>\nta ta <strong>TAM<\/strong> ta ta <strong>TAM<\/strong> ta <strong>TAM<\/strong><br \/>\nta ta <strong>TAM<\/strong> ta <strong>TAM<\/strong> ta ta <strong>TAM<\/strong> ta<br \/>\nta ta <strong>TAM<\/strong> ta <strong>TAM<\/strong> ta ta <strong>TAM<\/strong> ta<br \/>\nta ta <strong>TAM<\/strong> ta <strong>TAM<\/strong><br \/>\nta ta <strong>TAM<\/strong> ta <strong>TAM<\/strong><br \/>\nta ta <strong>TAM<\/strong> ta ta <strong>TAM<\/strong> ta ta <strong>TAM<\/strong> ta <strong>TAM<\/strong><\/p>\n<p>Das Reimschema lautet <strong>a b a b c c d d d<\/strong>.<\/p>\n<p>Die verwendeten Verse kommen sehr vertraut daher: V1, V3, V5, V6 sind &#8222;Schlussverse&#8220;, V7 und V8 sind &#8222;Halbverse&#8220;; und V9 ist ein &#8222;Vollvers&#8220;! Sicher, da sind einige &#8222;Verk\u00fcrzungen&#8220; eingemischt, aber die \u00e4ndern nicht viel. Das tata<strong>TAM <\/strong>ist deutlich vernehmbar der Grundbaustein der Versbewegung, wie gleich in der ersten Strophe deutlich wird:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Mit Gesang und Tanz sei gefeiert,<br \/>\nO du Tag und, o Nacht, auch du!<br \/>\nDenn er k\u00f6mmt, der Fried, und erneuert<br \/>\nDie Gefild uns mit Heil und Ruh!<br \/>\nVon der Grenze kehrt, wer gestritten,<br \/>\nMit der Eichen Laub in die H\u00fctten!<br \/>\nOh, wie eilt ihr Gang<br \/>\nIn der Trommeln Klang,<br \/>\nIn der H\u00f6rner Get\u00f6n und dem Siegsgesang!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&#8222;Mit Ge<strong>sang<\/strong>&#8222;, &#8222;O du <strong>Tag<\/strong>&#8222;, &#8222;Denn er <strong>k\u00f6mmt<\/strong>&#8222;, &#8222;Die Ge<strong>fild<\/strong>&#8220; &#8211; alles Sinneinheiten der Art &#8222;ta ta <strong>TAM<\/strong>&#8220; am Versanfang! Und in der zweiten Strophe geht das genau so weiter: &#8222;Wer da<strong>heim<\/strong>&#8222;, &#8222;O hin<strong>aus<\/strong>&#8222;, &#8222;Mit der <strong>Lieb<\/strong>&#8218;&#8220;, &#8222;Das Ge<strong>p\u00e4ck<\/strong>&#8222;, &#8222;Ja er <strong>lebt<\/strong>&#8222;, &#8222;Ja er <strong>lebt<\/strong>&#8222;, sechs &#8222;ta ta <strong>TAM<\/strong>&#8220; er\u00f6ffnen die ersten sechs Verse.<\/p>\n<p>Da soll dem Leser und H\u00f6rer also etwas eingebl\u00e4ut werden; eine Bewegung erst einmal wirklich bewusst werden, ehe es an ihre Abwandlung geht. Und das gilt durchaus f\u00fcr ganze Verse: Das<\/p>\n<p>ta ta <strong>TAM<\/strong> \/ ta <strong>TAM<\/strong> \/ ta ta <strong>TAM<\/strong> ta<\/p>\n<p>des allerersten Verses kehrt immer und immer wieder. Zum Beispiel in der vierten Strophe:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wie umzog uns schwarz das Gewitter<br \/>\nDer Verschwornen zu Fu\u00df und Ross,<br \/>\nDer Tyrannen Schwarm und der Ritter,<br \/>\nEin unz\u00e4hlbarer Mietlingstross!<br \/>\nDoch ein Hauch verweht das Get\u00fcmmel<br \/>\nUnd es strahlt die Sonn an dem Himmel.<br \/>\nNun beginnt der Tanz<br \/>\nIn dem Eichenkranz<br \/>\nUm der Freiheit Altar und des Vaterlands!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>V1, V5, V6: Alles &#8222;ta ta <strong>TAM<\/strong> \/ ta <strong>TAM<\/strong> \/ ta ta <strong>TAM<\/strong> ta&#8220;. Nur V3 weicht leicht ab!<\/p>\n<p>Noch zum neuten Vers, dem letzten der Strophe &#8211; hier &#8222;Vollverse&#8220; zu sehen wird auch durch die Z\u00e4sur best\u00e4rkt, die in allen Strophen dort sitzt, wo sie in &#8222;unserem&#8220; Vers auch sitzt; n\u00e4mmlich genau in der Mitte. Also:<\/p>\n<p>In der <strong>H\u00f6r<\/strong>ner Ge<strong>t\u00f6n<\/strong> <span style=\"color: #ff0000\">||<\/span> und dem <strong>Siegs<\/strong>ge<strong>sang<\/strong>!<\/p>\n<p>Um der <strong>Frei<\/strong>heit Al<strong>tar<\/strong> <span style=\"color: #ff0000\">||<\/span> und des <strong>Va<\/strong>ter<strong>lands<\/strong>!<\/p>\n<p>Es g\u00e4be sicher noch viel zu entdecken in dieser Strophe, aber ich lasse es damit gut sein, denke ich. Wer mag, kann ja noch selbst schauen; und vielleicht ist die eine oder andere Anregung dabei f\u00fcr das Entwerfen einer eigenen Strophe?!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der in der Bewegungsschule vorgestellte Vers ber\u00fchrt sich in vielen Punkten mit anderen Versen. Ich m\u00f6chte daher hier ein Gedicht von Johann Heinrich Vo\u00df einstellen, &#8222;Friedensreigen&#8220;. Ich stelle seinen Bauplan vor und werfe einen etwas genaueren Blick auf zwei Strophen (wer das ganze Gedicht lesen m\u00f6chte, kann unter &#8222;Gesammeltes&#8220; vorbeischaun, wo ich den Bereich &#8222;Anap\u00e4stische&#8230; <a class=\"more-link\" href=\"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/?p=1689\">Read More <span class=\"screen-reader-text\"> in Die Bewegungsschule (19)<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":15,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[],"tags":[],"class_list":["post-1689","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1689","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/15"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1689"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1689\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5233,"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1689\/revisions\/5233"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1689"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1689"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1689"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}