{"id":1774,"date":"2014-05-19T00:03:02","date_gmt":"2014-05-18T22:03:02","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wababbel.de\/ferdi\/?p=1774"},"modified":"2014-05-19T00:03:02","modified_gmt":"2014-05-18T22:03:02","slug":"erzaehlverse-der-hexameter-39","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/?p=1774","title":{"rendered":"Erz\u00e4hlverse: Der Hexameter (39)"},"content":{"rendered":"<p><strong>Paul Heyses &#8222;Thekla&#8220; (7)<\/strong><\/p>\n<p>Die zentrale Szene der Legende, daher auch ohne gro\u00dfe verstheoretische Unterbrechung vorgestellt!<\/p>\n<p>Alles str\u00f6mt ins Amphitheater, obwohl das Wetter nicht das beste ist:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Da schwand v\u00f6llig der Mond, ein pl\u00f6tzlicher Sturmwind w\u00e4lzte<br \/>\nHinter den Bergen hervor ein Wolkengebirg, und bedrohlich,<br \/>\nWie ein geborsten Gew\u00f6lb, hings \u00fcber den H\u00e4uptern der Menge.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Midas will Thekla nackt und gefesselt auf dem Scheiterhaufen sehen; das mit dem Nackten wei\u00df aber Skyron zu verhindern, und die Fesslung ist unn\u00f6tig, weil Thekla den Scheiterhaufen freiwillig besteigt und sich an den Pfahl stellt. Midas h\u00e4lt, die Fackel in der Hand, eine Rede, und dann:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Riefs und schleudert den Brand in das Fichtengestr\u00fcpp, und die Seinen<br \/>\nTaten es nach. Und ein Qualm stieg auf, und es schw\u00e4rmten die Funken<br \/>\nKnisternd im Nadelgezweig.<br \/>\n<span style=\"color: #ffff99\">.\u00a0\u00a0<\/span>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Da horch! Hochher vom Gebirge<br \/>\nSchwang sich die Windsbraut auf und schnaubt&#8216; in die Tiefe. Ger\u00f6lle<br \/>\nRiss sie vom Abhang nieder und trieb es in w\u00fctendem Wirbel<br \/>\n\u00dcber die Stufen hinab ins dichteste Menschengewoge.<br \/>\nUnd sie fuhr in die Br\u00e4nde, zerw\u00fchlte sie, dr\u00e4ngte mit schwerem<br \/>\nOdem die Gluten zur\u00fcck und zerstreute die schweifenden Funken,<br \/>\nDass die feurigen Zungen verloderten unten im Sande.<br \/>\nDoch in Purpur geh\u00fcllt, hoch unter dem Nachtfirmamente,<br \/>\nRaste das Wetter heran, und die Wolke zerriss, und ein Blitzstrahl<br \/>\nFlammte, solang wie ein Schwimmer den Hauch anhielte des Atems,<br \/>\nDass in zuckendem Glanze die Nacht zum Tag sich erhellte.<br \/>\nNur ein Schrei des Entsetzens erscholl ringsum in der Menge.<br \/>\nDenn als lie\u00dfe der Berg sein felsiges Haupt von der H\u00f6he<br \/>\nRollen, den Bau zu begraben und weit zu versch\u00fctten die Ebne,<br \/>\nSo vom Himmel erklang die bet\u00e4ubende Stimme des Donners<br \/>\nFurchtbar lange Minuten. Die Helle verschwand, und im Finstern<br \/>\nDr\u00f6hnte der Schall noch fort und ersch\u00fctterte Mauern und Stufen.<br \/>\nJetzo ein k\u00fcrzerer Blitz, da brach das Gew\u00f6lk, und der Regen<br \/>\nPrasselte laut in die Tiefe. Der Donner verscholl, von des Flutschwalls<br \/>\nTosendem Heulen verschlungen. Hinaus in die ebene Landschaft<br \/>\nWanderte schwer der Orkan und w\u00e4lzte die Wucht des Gewitters<br \/>\n\u00dcber Ikonium hin und den See, und der d\u00fcsteren Reise<br \/>\nZeigten die Blitze den Weg.<br \/>\n<span style=\"color: #ffff99\">.<\/span>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Im Sand, auf triefenden Sitzreihn<br \/>\nLag das versammelte Volk mit geblendeten Augen und Sinnen<br \/>\nW\u00fcst ineinander gewirrt. Besinnungslos in der Runde<br \/>\nIrrten in t\u00f6richter Flucht um die Zinne des Amphitheaters<br \/>\nWeiber mit flatterndem Haar, am Arme die schreienden Kinder.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Und Thekla, in all der Verwirrung? Nun:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"color: #ffff99\">.<\/span>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Da wagten versch\u00fcchterte Blicke<br \/>\nSich vom Boden zu l\u00f6sen, und sieh, in Mitten der B\u00fchne<br \/>\nStand noch immer das Opfer und wartete willig des Endes.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Nun gut &#8230; Und die anderen? Der Pr\u00e4tor kommt gerade wieder auf die Beine, da<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Deutet er, schaudernd erwacht, mit gebrochenem Schrei an den Boden<br \/>\nNeben dem Holzsto\u00df hin. Da lag zu F\u00fc\u00dfen der Leiter<br \/>\nTot, das Gesicht vom Blitze verkohlt, der Kybelepriester.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Da scheint es mir berechtigt, zu sagen: Der Himmel hat, so oder so, sein Urteil gesprochen!<\/p>\n<p>Ansonsten mal wieder eine Gewitter-Szene &#8211; zu denen scheinen sich die Dichter hingezogen zu f\u00fchlen &#8230; Eine gut gestaltete?! Hm, wei\u00df nicht. Die Verse gefallen mir, aber inhaltlich ists nat\u00fcrlich schon sehr das \u00dcbliche. Na, mal sehen, wie es weitergeht &#8211; noch sind zwei Ges\u00e4nge zu durchschreiten!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Paul Heyses &#8222;Thekla&#8220; (7) Die zentrale Szene der Legende, daher auch ohne gro\u00dfe verstheoretische Unterbrechung vorgestellt! Alles str\u00f6mt ins Amphitheater, obwohl das Wetter nicht das beste ist: &nbsp; Da schwand v\u00f6llig der Mond, ein pl\u00f6tzlicher Sturmwind w\u00e4lzte Hinter den Bergen hervor ein Wolkengebirg, und bedrohlich, Wie ein geborsten Gew\u00f6lb, hings \u00fcber den H\u00e4uptern der Menge&#8230;. <a class=\"more-link\" href=\"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/?p=1774\">Read More <span class=\"screen-reader-text\"> in Erz\u00e4hlverse: Der Hexameter (39)<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":15,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[],"tags":[],"class_list":["post-1774","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1774","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/15"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1774"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1774\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1775,"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1774\/revisions\/1775"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1774"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1774"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1774"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}