{"id":1831,"date":"2014-05-26T00:56:09","date_gmt":"2014-05-25T22:56:09","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wababbel.de\/ferdi\/?p=1831"},"modified":"2014-05-26T00:56:09","modified_gmt":"2014-05-25T22:56:09","slug":"die-bewegungsschule-22","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/?p=1831","title":{"rendered":"Die Bewegungsschule (22)"},"content":{"rendered":"<p>Im letzten Eintrag zur Bewegungsschule habe ich einen von Klopstock ersonnenen Vers vorgestellt. Klopstock war wirklich gut in dieser Hinsicht, seine eigenen Verse haben immer etwas besonderes an sich, das sie h\u00f6renswert macht. Aber aus den grundlegenden Bewegungsbausteinen einen Vers zusammensetzen &#8211; das kann eigentlich jeder!<\/p>\n<p>Dieselben drei Grundeinheiten, die Klopstock verwendet hat, verwendet zum Beispiel auch der alte Vers, den ich heute kurz vorstellen m\u00f6chte:<\/p>\n<p>ta ta <strong>TAM<\/strong> \/ ta <strong>TAM<\/strong> \/ ta <strong>TAM TAM<\/strong><\/p>\n<p>Sprachliche Wirklichkeit kann dieser Vers sicher anhand dieser &#8222;Grundeinheiten&#8220; gewinnen &#8211; dann, wenn sie auch &#8222;Sinneinheiten&#8220; werden:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span class=\"postbody\">Wer den Stuhl nicht ehrt: der sitzt tief. <\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span class=\"postbody\">Ein eigener \u00dcbungsvers ( auch die folgenden Verse sind solche \u00dcbungsverse &#8211; den Inhalt also bitte nicht so wichtig nehmen &#8230;): Wer den <strong>Stuhl<\/strong> \/ nicht <strong>ehrt<\/strong>: \/ der <strong>sitzt tief<\/strong>. <\/span><\/p>\n<p>F\u00fcr gew\u00f6hnlich wird eine solche \u00dcbereinstimmung aber nur selten vorkommen?! In folgendem Vierzeiler ist es im dritten Vers der Fall, die anderen drei Verse haben eine andere Einteilung.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span class=\"postbody\">Was der Menschen Sinn umfasst h\u00e4lt,<br \/>\nIst der Tod, das gro\u00dfe Angst-Wort;<br \/>\nDas den Mann, die Frau, das Kind dr\u00fcckt<br \/>\nUnd verstummen l\u00e4sst; und klein macht. <\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Da klingt die Grundbewegung deutlich durch. Zu deutlich, vielleicht?! Viel Abwechslung l\u00e4sst ein so kurzer Vers ja nicht zu. Man k\u00f6nnte ihn selbstredend mit einem anderen Vers verbinden zu einem Verspaar, was die Abwechslung mehrt:<\/p>\n<p>ta ta <strong>TAM<\/strong> \/ ta <strong>TAM<\/strong> \/ ta <strong>TAM TAM<\/strong><br \/>\nta <strong>TAM TAM<\/strong> \/ ta <strong>TAM<\/strong><\/p>\n<p>&#8211; Ein noch k\u00fcrzerer Vers, aus den Bestandteilen des ersten bestehend und damit diesem verwandt; aber doch neu und anders durch die unterschiedliche Anordung der Grundeinheiten. Das klingt dann ungef\u00e4hr so:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span class=\"postbody\">Als des K\u00f6nigs Macht dahinschwand,<br \/>\nSich aufl\u00f6ste, starb,<br \/>\nUnd der H\u00e4ndler Stolz emporwuchs<br \/>\n(Es n\u00e4hrt Gold den Stolz): <\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wer mag, kann ja von hier aus weiterdenken und -versuchen; und nach eigenen L\u00f6sungen f\u00fcr die Frage fahnden, wie denn das Gleichgewicht zwischen Wiederholung und Abwechslung sich gestalten kann, so dass der Vers immer als Einheit erfahrbar bleibt, aber auch das Ohr durch vierlf\u00e4ltige Wirkungen erfreut. Selbst mit nur den drei hier (und von Klopstock) verwendeten Einheiten lassen sich da noch viele, viele h\u00f6renswerte Verse ersinnen! Zu beachten ist eigentlich nur (ein letzter \u00dcbungsvers):<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span class=\"postbody\">Das Gedicht bedarf des Wohlklangs.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im letzten Eintrag zur Bewegungsschule habe ich einen von Klopstock ersonnenen Vers vorgestellt. Klopstock war wirklich gut in dieser Hinsicht, seine eigenen Verse haben immer etwas besonderes an sich, das sie h\u00f6renswert macht. Aber aus den grundlegenden Bewegungsbausteinen einen Vers zusammensetzen &#8211; das kann eigentlich jeder! 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