{"id":1854,"date":"2014-05-29T00:26:22","date_gmt":"2014-05-28T22:26:22","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wababbel.de\/ferdi\/?p=1854"},"modified":"2014-05-29T00:46:12","modified_gmt":"2014-05-28T22:46:12","slug":"buecher-zum-vers-33","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/?p=1854","title":{"rendered":"B\u00fccher zum Vers (33)"},"content":{"rendered":"<p><strong>Alexander Nitzberg: Lyrikbaukasten. Wie man ein Gedicht macht.<br \/>\n<\/strong><br \/>\nDieses 2006 bei DuMont erschienene Werk ist ein Lehrbuch des Gedichtemachens. Allerdings keiner dieser herzlich \u00fcberfl\u00fcssigen Ratgeber, die vermitteln, wie man das n\u00e4chst anstehende Geburtstags- oder Hochzeitsgedicht zusammenschustert, sondern ein ernsthafter Versuch, dem Leser durch Erkl\u00e4rungen und \u00dcbungen die Produktion moderner Lyrik zu erm\u00f6glichen.<\/p>\n<p>Die Kapitel lauten: <em>Die Sprache der Lyrik, Phonetik, Stilistik, Tropik, Komposition, Die Rezitation, Der Dichter.<br \/>\n<\/em><br \/>\nDaraus kann man ja vielleicht schon ersehen, dass Reim, festes Metrum etc hier zwar auch verkommen, aber nur eine Nebenrolle spielen. Insgesamt ein Werk, aus dem alle noch etwas mitnehmen k\u00f6nnen, die schon l\u00e4nger schreiben &#8211; wenn nicht inhatlich, so doch auf jeden Fall durch Nachdenken \u00fcber die von Nitzberg formulierten Thesen. Man muss nicht allem zustimmen (ich pers\u00f6nlich mache es bestimmt nicht), aber bedenkenswert ist eigentlich alles.<\/p>\n<p>Ich gebe ein Beispiel aus dem Kapitel Tropik. Nitzberg sagt \u00fcber das Bild: <em>Bilder m\u00fcssen um jeden Preis sichtbar sein<\/em> und gibt davon ausgehend dann zehn Eigenschaften, die ein (lyrisches) Bild aufweisen sollte:<\/p>\n<p><em>1. Ein Bild muss konkret sein. Abstrakt und sichtbar geht nicht.<br \/>\n2. Ein Bild muss positiv sein. Was es nicht gibt, kann nicht gesehen werden.<br \/>\n3. Ein Bild muss in sich geschlossen sein. Es erschafft seine eigene Realit\u00e4t.<br \/>\n4. Ein Bild muss schlicht sein. Das Auge braucht \u00dcberschaubarkeit.<br \/>\n5. Ein Bild muss logisch sein. Nicht &#8222;alltags-logisch&#8220;, sondern &#8222;augen-logisch&#8220;.<br \/>\n6. Ein Bild muss unmittelbar sein. Es spricht aus sich selbst, braucht keinen Kommentar.<br \/>\n7. Ein Bild muss statisch sein. Auch gemalte Bilder bewegen sich nicht.<br \/>\n8. Ein Bild muss glaubw\u00fcrdig sein. Die Notwendigkeit, &#8222;im Bild&#8220; zu bleiben.<br \/>\n9. Ein Bild muss faszinierend sein. Das Staunen des Dichters muss das des Lesers werden.<br \/>\n10. Ein Bild muss au\u00dferordentlich sein. Keine Klischees ohne visuelle Ausstrahlung.<\/em><\/p>\n<p>Nitzberg erl\u00e4utert diese zehn Punkte nat\u00fcrlich viel ausf\u00fchrlicher, oft \u00fcber eine Seite oder mehr, stets mit guten Argumenten. Manchem der zehn Punkte wird man sofort zustimmen, andere reizen zum Widerspruch: Muss ein Bild wirklich statisch sein? Sind verneinende Bilder wirklich gef\u00e4hrlich? Aber wie oben gesagt &#8230;<\/p>\n<p>Also, wer den Band in die Hand bekommt, sollte hineinsehen; ich denke, die Zeit ist nicht vertan.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Alexander Nitzberg: Lyrikbaukasten. Wie man ein Gedicht macht. Dieses 2006 bei DuMont erschienene Werk ist ein Lehrbuch des Gedichtemachens. 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