{"id":1926,"date":"2014-06-07T00:41:47","date_gmt":"2014-06-06T22:41:47","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wababbel.de\/ferdi\/?p=1926"},"modified":"2014-06-07T00:43:49","modified_gmt":"2014-06-06T22:43:49","slug":"buecher-zum-vers-34","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/?p=1926","title":{"rendered":"B\u00fccher zum Vers (34)"},"content":{"rendered":"<p>Die bisher vorgestellten dreiunddrei\u00dfig B\u00fccher waren allesamt B\u00fccher \u00fcber Dichter, Dichtung und Gedichte; dieses hier ist eine Gedichtsammlung. Noch dazu eine mit weitl\u00e4ufigem Namen:<\/p>\n<p><strong>Gustav Noll: Arsenal<\/strong>. <em>Poesie deutscher Minderdichter vom 16. bis zum 20. Jahrhundert. Ausgew\u00e4hlt, bearbeitet, eingeleitet, mit Dichterbiographien versehen und herausgegeben von<\/em> <strong>Bernd Thum<\/strong>. <em>Berlin: Propyl\u00e4en 1973.<\/em><\/p>\n<p>&#8222;Minderdichter&#8220;: Das ist, sagt Bernd Thum in seiner Einleitung, die Eindeutschung des lateinischen <em>auctor minor<\/em>, was zusammen mit dem <em>auctor major <\/em>die Grundlage einer &#8222;komparavistischen, graduierenden Einteilung&#8220; ist, wie sie zum Beispiel das Mittelalter gekannt hat; und die in Deutschland der mit der Klassik aufgekommene Dualismus &#8222;Kunst \/\u00a0 Kitsch&#8220; verdr\u00e4ngt hat.<\/p>\n<p>Warum aber neunhundertsechsundneunzig Gedichte solcher Minderdichter sammeln?! Auf Seite Siebzehn schreibt Thum dazu:<\/p>\n<p><em>Die engen, aber stets unsicheren Grenzen der Wirklichkeit auszuweiten und neu abzustecken, den Vorrat an Zeichen zu vergr\u00f6\u00dfern, welche die Verst\u00e4ndigung der Menschen verbessern und auch ihrer Sehsch\u00e4rfe n\u00fctzlich sind, dies ist, meine ich, die wesentliche Aufgabe der Poesie. Minderdichter erf\u00fcllen diese noble Pflicht nur ungen\u00fcgend. Warum dann diese Sammlung? Weil die darin enthaltenen Gedichte den Zeitgenossen wichtiges mitzuteilen hatten; weil diese Gedichte \u00dcbersetzungen sind von einst vertrauten Begriffen und Normen; weil sie Schattenbilder waren der sie umgebenden und auf anscheinend sicheren Fundamenten ruhenden Wirklichkeit; weil sie das kollektive Denken, F\u00fchlen, Sehen, Reden, Handeln ihrer Zeit und ihrer Gesellschaft wiedergeben; kurz, weil sie mindestens im gleichen Ma\u00dfe wie die Gro\u00dfen, wenn auch anders, an der Geschichte teilhaben. Durch diese Teilhabe setzen sie den heutigen Leser dem Anprall der Vergangenheit aus. Wie der Zusammensto\u00df mit dem Neuerschaffenen bewirkt dies: Wirklichkeitserweiterung, Sch\u00e4rfung der Wahrnehmung und Sensibilit\u00e4t.<\/em><\/p>\n<p>&#8222;Der Anprall der Vergangenheit&#8220; also. Wer ab und an im <strong>Verserz\u00e4hler<\/strong> vorbeischaut, wundert sich nicht, dass ich damit viel anfangen kann &#8230; Aber auch noch in anderer Hinsicht ist diese Sammlung den Verserz\u00e4hlern von Nutzen &#8211; sie versammelt eine gewaltige Masse an Gedichtformen, die fast alle genutzt werden k\u00f6nnen, um Geschichten in Verse zu kleiden:\u00a0 Anregungen und Beispiele, so weit das Auge reicht!<\/p>\n<p>Wer den Band in die Hand bekommt, sollte die Gelegenheit also nutzen, Bekannschaft mit diesem oder jenem &#8222;Minderdichter&#8220; zu machen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die bisher vorgestellten dreiunddrei\u00dfig B\u00fccher waren allesamt B\u00fccher \u00fcber Dichter, Dichtung und Gedichte; dieses hier ist eine Gedichtsammlung. Noch dazu eine mit weitl\u00e4ufigem Namen: Gustav Noll: Arsenal. Poesie deutscher Minderdichter vom 16. bis zum 20. Jahrhundert. 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