{"id":2522,"date":"2014-08-18T00:02:07","date_gmt":"2014-08-17T22:02:07","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wababbel.de\/ferdi\/?p=2522"},"modified":"2014-08-18T00:02:07","modified_gmt":"2014-08-17T22:02:07","slug":"erzaehlverse-der-blankvers-39","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/?p=2522","title":{"rendered":"Erz\u00e4hlverse: Der Blankvers (39)"},"content":{"rendered":"<p>&#8222;Erlebnis&#8220; ist ein in Blankversen geschriebenes Gedicht Hugo von Hofmannsthals. Wie so viele seiner Gedichte kommt es schwer daher und langsam, voll mit Dingen und Eigenschaften von Dingen, und mit unglaublich vielen Wiederholungen &#8230;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Mit silbergrauem Dufte war das Tal<br \/>\nDer D\u00e4mmerung erf\u00fcllt, wie wenn der Mond<br \/>\nDurch Wolken sickert. Doch es war nicht Nacht.<br \/>\nMit silbergrauem Duft des dunklen Tales<br \/>\nVerschwammen meine d\u00e4mmernden Gedanken,<br \/>\nUnd still versank ich in dem webenden,<br \/>\nDurchsichtgen Meere und verlie\u00df das Leben.<br \/>\nWie wunderbare Blumen waren da,<br \/>\nMit Kelchen dunkelgl\u00fchend! Pflanzendickicht,<br \/>\nDurch das ein gelbrot Licht wie von Topasen<br \/>\nIn warmen Str\u00f6men drang und glomm. Das Ganze<br \/>\nWar angef\u00fcllt mit einem tiefen Schwellen<br \/>\nSchwerm\u00fctiger Musik. Und dieses wusst ich,<br \/>\nObgleich ichs nicht begreife, doch ich wusst es:<br \/>\nDas ist der Tod. Der ist Musik geworden,<br \/>\nGewaltig sehnend, s\u00fc\u00df und dunkelgl\u00fchend,<br \/>\nVerwandt der tiefsten Schwermut.<br \/>\n<span style=\"color: #ffff99\">.\u00a0<\/span>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Aber seltsam!<br \/>\nEin namenloses Heimweh weinte lautlos<br \/>\nIn meiner Seele nach dem Leben, weinte,<br \/>\nWie einer weint, wenn er auf gro\u00dfem Seeschiff<br \/>\nMit gelben Riesensegeln gegen Abend<br \/>\nAuf dunkelblauem Wasser an der Stadt,<br \/>\nDer Vaterstadt, vor\u00fcberf\u00e4hrt. Da sieht er<br \/>\nDie Gassen, h\u00f6rt die Brunnen rauschen, riecht<br \/>\nDen Duft der Fliederb\u00fcsche, sieht sich selber,<br \/>\nEin Kind, am Ufer stehn, mit Kindesaugen,<br \/>\nDie \u00e4ngstlich sind und weinen wollen, sieht<br \/>\nDurchs offne Fenster Licht in seinem Zimmer &#8211;<br \/>\nDas gro\u00dfe Seeschiff aber tr\u00e4gt ihn weiter,<br \/>\nAuf dunkelblauem Wasser lautlos gleitend<br \/>\nMit gelben, fremdgeformten Riesensegeln.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das muss man m\u00f6gen?!\u00a0 Ich denke aber unabh\u00e4ngig vom Gefallen kann man an der Art, wie Hofmannsthal den Blankvers trotz aller F\u00fclle beweglich und dem Ohr interessant h\u00e4lt, einiges abschauen f\u00fcr die eigenen Verse! Denn von den Freiheiten, die dem Blankvers offenstehen, erlaubt sich Hofmannsthal hier keine einzige; es ist ein stetiges, unab\u00e4nderliches Auf und Ab (auch wenn ein Blankvers geteilt wird).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Erlebnis&#8220; ist ein in Blankversen geschriebenes Gedicht Hugo von Hofmannsthals. Wie so viele seiner Gedichte kommt es schwer daher und langsam, voll mit Dingen und Eigenschaften von Dingen, und mit unglaublich vielen Wiederholungen &#8230; &nbsp; Mit silbergrauem Dufte war das Tal Der D\u00e4mmerung erf\u00fcllt, wie wenn der Mond Durch Wolken sickert. 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