{"id":2618,"date":"2014-08-30T00:03:58","date_gmt":"2014-08-29T22:03:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wababbel.de\/ferdi\/?p=2618"},"modified":"2014-08-30T17:34:52","modified_gmt":"2014-08-30T15:34:52","slug":"erzaehlformen-das-reimpaar-1","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/?p=2618","title":{"rendered":"Erz\u00e4hlformen: Das Reimpaar (1)"},"content":{"rendered":"<p>Nun kann man zwei Verse sehr vieler Vers-Arten zu einem Reimpaar zusammenf\u00fcgen; hier soll es aber um das Reimpaar aus zwei iambischen Vierhebern gehen!<\/p>\n<p>Diese Form ist so alt wie die deutsche Dichtung selbst, und dementsprechend gro\u00df sind die &#8222;Altlasten&#8220;, die man sich ans Bein bindet, w\u00e4hlt man sie &#8230; Ich bin nicht wirklich sicher, ob im 21. Jahrhundert noch so erz\u00e4hlt werden kann; aber ausschlie\u00dfen will ich es auch nicht. Daher stelle ich hier im weiteren einige Texte vor, die so gebaut sind, und dann mag jeder f\u00fcr sich entscheiden!<\/p>\n<p>Den Anfang macht ein Text von Franz Werfel, &#8222;Die Fremdheit&#8220;; zu finden in seinen Gesammelten Werken, genauer, im Band &#8222;Das lyrische Werk&#8220; (Fischer 1967), auf Seite 440.<\/p>\n<p>Ein Reimpaar aus imabischen Vierhebern sieht so aus:<\/p>\n<p>x X \/ x X \/ x X \/ x X <strong>a<\/strong><br \/>\nx X \/ x X \/ x X \/ x X <strong>a<\/strong><\/p>\n<p>&#8211; Jedenfalls, solange man keine &#8222;weiblichen Reime&#8220; zul\u00e4sst, also den Vers auf eine unbetonte Silbe enden l\u00e4sst. So h\u00e4lt es Werfel, und er stellt auch jeden einzelnen Vers heraus, indem er kaum Zeilenspr\u00fcnge verwendet, zu Beginn gar keinen &#8211; jeder Vers entspricht einem Satz! Dann wird es in der Mitte ein wenig beweglicher, ehe am Schluss wieder &#8222;Vers = Satz&#8220; gilt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Er ging an einem Haus entlang.<br \/>\nEin Ruf aus einem Fenster sprang.<br \/>\nNichts. Nur ein M\u00e4dchen &#8222;Vater&#8220; rief.<br \/>\nEin fremder Bass erwidert tief.<br \/>\nDoch er blieb stehn, ins Herz verst\u00f6rt,<br \/>\nAls h\u00e4tt&#8216; er Gottes Ruf geh\u00f6rt,<br \/>\nDer ihn im Kindeslaut vermahnt,<br \/>\nWie unverquickt und unverzahnt<br \/>\nEr west im irdischen Verband,<br \/>\nEin Korn, geschleudert \u00fcbern Rand, &#8230;<br \/>\nDa horcht und harrt er totenbleich,<br \/>\nDass ihn ein neuer Ruf erreich&#8216;,<br \/>\nDoch nur das Fenster schlie\u00dft sich laut.<br \/>\nSein K\u00f6rper steht wie hingebaut.<br \/>\nAuf seinem Haupte, schief und steif,<br \/>\nDie Fremdheit sammelt sich wie Reif.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das ist vielleicht ein ganz guter Text, um den Vers als solchen erst einmal wahrzunehmen, was hier durch die Vereinzelung m\u00f6glich wird? Auch der Reim versteckt sich nicht, er formt und fordert den Vers wie den Satz und macht sich so bemerkbar.<\/p>\n<p>Sein K\u00f6rper steht wie hingebaut.<\/p>\n<p>&#8211; Als ich den Text zum ersten Mal gelesen habe vor Jahren, ist mir dieser Vers sofort im Ged\u00e4chtnis geblieben!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nun kann man zwei Verse sehr vieler Vers-Arten zu einem Reimpaar zusammenf\u00fcgen; hier soll es aber um das Reimpaar aus zwei iambischen Vierhebern gehen! 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