{"id":2664,"date":"2014-09-05T00:33:20","date_gmt":"2014-09-04T22:33:20","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wababbel.de\/ferdi\/?p=2664"},"modified":"2014-09-05T00:46:34","modified_gmt":"2014-09-04T22:46:34","slug":"erzaehlverse-der-hexameter-68","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/?p=2664","title":{"rendered":"Erz\u00e4hlverse: Der Hexameter (66)"},"content":{"rendered":"<p>Hymnenvoll ist die Seele, sie soll sich in Hymnen ergie\u00dfen!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ein Hexameter Karl Ludwig von Knebels, der zu seiner Zeit vielleicht G\u00fcltigkeit hatte; heute ist das &#8230; schwierig. Schriebe man im Jahre 2014 einen Text, in Hexametern gar, in dem sich ein &#8222;Ich&#8220; in seinem spannungvollen Verh\u00e4ltnis zum &#8222;G\u00f6ttlichen&#8220; beschreibt &#8211; wer l\u00e4se das?! Genau.<\/p>\n<p>Aber trotzdem, es ist schade; denn auch diese alten Texte haben einen besonderen Ton, etwas, das ins Heute \u00fcbersetzt zu werden verdiente. Knebels obiger Vers steht einleitend vor seiner eigentlichen &#8222;Hymne an die Sonne&#8220;; deren Beginn, nach altem Brauch eine Anrufung der verhandelten, sprich zu verehrenden und zu preisenden Wesenheit, liest sich so:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wie er dem Scho\u00dfe des Meers entsteigt, der gewaltige Titan,<br \/>\nSein viellockiges Haupt mit neuen Strahlen umwunden!<br \/>\nErde schweigt, es schweiget das Meer, es schweigen die L\u00fcfte,<br \/>\nUnd ein heilig Gef\u00fchl durchdringt die Pole des Weltalls.<br \/>\nLebenerwecker, komm! O komm, du freundlicher Tongott,<br \/>\nSing dein unsterbliches Lied an der blauen Schale des Himmels!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&#8222;Titan&#8220;, etwas unerwartet, auf der ersten Silbe betont?! Jedenfalls w\u00e4re so eine Hymne eine gute Gelegenheit f\u00fcr jeden Versmacher, einmal \u00fcber etwas anderes als sich selbst zu reden, zumindest: <em>auch<\/em> \u00fcber etwas anderes.<\/p>\n<p>Knebels &#8222;Hymnus an den Geist der Natur&#8220; ist Fragment geblieben, die ersten Zeilen des Bruchst\u00fccks lauten:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&#8230;<br \/>\nH\u00f6re mich, Geist des Guten, und wende zum Guten das Schicksal!<br \/>\nNur aus dem Herzen kommt, was Gl\u00fcck uns bringet und gut ist.<br \/>\nGib, dass ich ohne Verblendung und Wahn, nicht frevelnd noch t\u00f6richt,<br \/>\nMesse der Dinge Wert nach richtigem Ma\u00df und Verh\u00e4ltnis.<br \/>\nLass micht verstehen dein Wort, und \u00f6ffne das Herz und den Sinn mir,<br \/>\nDass vor eitlem Schall ich vernehme die Stimme der Wahrheit.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Schon ein Gebet, aber das geh\u00f6rt zu einer klassisch dreiteiligen Hymne am Schluss ja auch dazu?!<\/p>\n<p>Nun ist das sicher keine gro\u00dfe Dichtung, ganz einfach, weil Knebel kein gro\u00dfer Dichter war. Aber einen gepflegten Hexameter zu schreiben verstand er, und einen Eindruck von den M\u00f6glichkeiten eine Hymne kann er auch vermitteln; durchaus.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hymnenvoll ist die Seele, sie soll sich in Hymnen ergie\u00dfen! &nbsp; Ein Hexameter Karl Ludwig von Knebels, der zu seiner Zeit vielleicht G\u00fcltigkeit hatte; heute ist das &#8230; schwierig. 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