{"id":2782,"date":"2014-09-21T00:34:56","date_gmt":"2014-09-20T22:34:56","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wababbel.de\/ferdi\/?p=2782"},"modified":"2014-09-21T00:37:33","modified_gmt":"2014-09-20T22:37:33","slug":"erzaehlformen-das-reimpaar-6","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/?p=2782","title":{"rendered":"Erz\u00e4hlformen: Das Reimpaar (6)"},"content":{"rendered":"<p>Hinweg mit dir! spricht das Gebot,<br \/>\nDas tatest du, dein ist der Tod.<br \/>\nAber die Gnade ruft: Komm her,<br \/>\nUnd s\u00fcndige fortan nicht mehr.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ein doppeltes Reimpaar Emanuel Geibels, zu finden unter seinen &#8222;Gelegenheitsgedichten, Spr\u00fcchen, Scherzen&#8220;. Sicher keine gro\u00dfe Dichtung, aber vielleicht doch geeignet, \u00fcber die Besonderheiten des iambischen Vierhebers nachzudenken?!<\/p>\n<p>Es geht um den dritten Vers. Wenn man es genau nimmt, beginnt er mit einer &#8222;versetzten Betonung&#8220;:<\/p>\n<p><strong>A<\/strong>ber \/ die <strong>Gna<\/strong>&#8211; \/ de <strong>ruft<\/strong>: \/ Komm <strong>her<\/strong>,<\/p>\n<p>X x \/ x X \/ x X \/ x X<\/p>\n<p>Das &#8222;Aber&#8220; ist kein besonders starkes Wort, die Wirkung h\u00e4lt sich also in Grenzen; und ist doch deutlich vernehmbar. Ein iambischer F\u00fcnfheber wie der Blankvers nutzt diese M\u00f6glichkeit der Auflockerung vergleichsweise h\u00e4ufig &#8211; und warum auch nicht: Nach einer versetzten Betonung am Anfang ist der restliche Vers noch lang genug, um das Ohr wieder in die gew\u00f6hnliche Bewegung zur\u00fcckzuf\u00fchren.\u00a0 Das f\u00e4llt dem zwei Silben k\u00fcrzeren Vierheber deutlich schwerer, und dementsprechend ist die Wirkung einer solchen versetzten Betonung viel st\u00e4rker!<\/p>\n<p>Geibel hat sich jedenfalls sehr bewusst f\u00fcr diese Wirkung entschieden:\u00a0 Er h\u00e4tte ja auch ganz einfach schreiben k\u00f6nnen:<\/p>\n<p>Die <strong>Gna<\/strong>&#8211; \/ de <strong>a<\/strong>&#8211; \/ ber <strong>ruft<\/strong>: \/ Komm <strong>her<\/strong>,<\/p>\n<p>x X \/ x X \/ x X \/ x X<\/p>\n<p>&#8211; Und das w\u00e4re ein guter, unauff\u00e4lliger, &#8222;glatter&#8220; iambischer Vierheber gewesen?!<\/p>\n<p>Noch viel mehr &#8222;Auflockerung&#8220; k\u00f6nnte man erzielen, wenn man den gew\u00e4hlten Vers so versteht:<\/p>\n<p>Aber \/ die <strong>Gna<\/strong>&#8211; de <strong>ruft<\/strong>: \/ <strong>Komm<\/strong> <strong>her<\/strong>,<\/p>\n<p>x x \/ x X \/ x X \/ X X<\/p>\n<p>&#8211; Alles da, vier betonte, vier unbetonte Silben, nur ungew\u00f6hnlich verteilt &#8230; Aber das ist f\u00fcr einen Text, in dem die restlichen Verse &#8222;brave&#8220; iambische Vierheber sind, sicher zu bewegt; der Unterschied w\u00e4re zu gro\u00df. In einem kernigen Text aus zum Beispiel Knittelversen h\u00f6rte sich die Sache aber schon anders an!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hinweg mit dir! spricht das Gebot, Das tatest du, dein ist der Tod. Aber die Gnade ruft: Komm her, Und s\u00fcndige fortan nicht mehr. &nbsp; Ein doppeltes Reimpaar Emanuel Geibels, zu finden unter seinen &#8222;Gelegenheitsgedichten, Spr\u00fcchen, Scherzen&#8220;. Sicher keine gro\u00dfe Dichtung, aber vielleicht doch geeignet, \u00fcber die Besonderheiten des iambischen Vierhebers nachzudenken?! 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