{"id":2898,"date":"2014-10-04T00:53:19","date_gmt":"2014-10-03T22:53:19","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wababbel.de\/ferdi\/?p=2898"},"modified":"2014-10-04T00:55:00","modified_gmt":"2014-10-03T22:55:00","slug":"das-koenigreich-vonsede","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/?p=2898","title":{"rendered":"Das K\u00f6nigreich von Sede (54)"},"content":{"rendered":"<p><strong>Dies ist ein Herbsttag, wie ich keinen sah!<\/strong><\/p>\n<p>Personen:<\/p>\n<p>PRINZ KLAPPSTUHL, <em>Wie viele Prinzen ein Gr\u00fcbler<\/em><br \/>\nSCHEMEL, <em>Des alten K\u00f6nigs alter Hofnarr<\/em><br \/>\nPRITSCHE, <em>Hauptmann der Stadtwache, also: der Oberpolizist.<br \/>\n<\/em><br \/>\n<strong>Vohang auf&#8230;<\/strong><\/p>\n<p><em>Ein H\u00fcgel mit Blick zum Wald,<br \/>\nDarauf: <\/em>PRINZ KLAPPSTUHL<em><br \/>\nIn der Ferne das Gasthaus \u201eZum Tintenf\u00e4sschen\u201c<\/em><\/p>\n<p>PRINZ KLAPPSTUHL <em>wirft die Arme um sich:<\/em><br \/>\nIn Licht und W\u00e4rme ruht schon lang die Welt<br \/>\nUnd w\u00e4hnt vom Werden frei sich und Vergehen;<br \/>\nDoch unerbittlich greift das Rad ins Rad,<br \/>\nMaschinengleich vertickt und tickt das Jahr<br \/>\nMomente, Stunden, Tag um Tag und l\u00e4sst<br \/>\nDie Nacht mit jedem Male fr\u00fcher fallen,<br \/>\nVermischt mit diesem Sommerwehen l\u00e4ngst<br \/>\nDie weit entfernt geglaubte, k\u00fchle Herbstluft.<\/p>\n<p>SCHEMEL <em>steigt von links zum Prinzen auf:<\/em><br \/>\nAch Junge, stehst du wieder mal hier oben<br \/>\nUnd gr\u00fcbelst, f\u00fchrst Gedanken um Gedanken<br \/>\nIn unfruchtbaren Kreisen um dich her &#8211;<br \/>\nWie w\u00e4r\u2018s, wenn du, statt in der B\u00e4ume Gr\u00fcn<br \/>\nDes Herbstes Farbenschillern schon zu ahnen,<br \/>\nDich aufraffst, handelst, einfach mal was tust!<\/p>\n<p>PRINZ KLAPPSTUHL:<br \/>\nDen Lauf der Welt vermag die k\u00fchnste Tat<br \/>\nDes allergr\u00f6\u00dften Helden nicht zu bremsen&#8230;<\/p>\n<p>SCHEMEL:<br \/>\nVon Heldentaten red ich nicht \u2013 das Schwert,<br \/>\nDer Kampf und all das Zeugs sind mir egal!<br \/>\nDie Feder sollst du f\u00fchren, sollst mit Versen<br \/>\nDie Welt in deinem Kopf, in meinem Denken<br \/>\nAuf wunderbare Weise neu gestalten!<br \/>\nStatt diese gottverdammte Weltmaschine<br \/>\nMit gro\u00dfen Augen hilflos anzustarren,<br \/>\nHast du Gelegenheit, den Hebbel umzulegen!<br \/>\nPass auf, ich gebe dir ein kleines Beispiel&#8230;<br \/>\n<em>Deklamiert nach kurzem Nachdenken:<br \/>\n<\/em><br \/>\nEin Vogel wollt\u2018 nach S\u00fcden fliegen,<br \/>\nda stand ein Baum im Wege;<br \/>\n\u201eDu willst mich um mein Gl\u00fcck betr\u00fcgen!\u201c<br \/>\nrief er, und: \u201eEine S\u00e4ge!\u201c<\/p>\n<p>PRINZ KLAPPSTUHL:<br \/>\nEs f\u00fchrt mich dein Gedicht auf sichrem Wege<br \/>\nVon den verschlungnen Pfaden meines Sinnens<br \/>\nAns Licht \u2013 schon denk ich einen andren Herbst!<br \/>\n<em>Wirft sich in Positur; mit f\u00fcrchterlichem Hohn:<\/em><br \/>\nNun wenn die Bl\u00e4tter fallen, muss die Krone nach!<\/p>\n<p>SCHEMEL:<br \/>\nNa bitte, geht doch! Nun, da dies Problem<br \/>\nGel\u00f6st scheint, schlag ich vor, dass wir hinunter<br \/>\nZum Tintenf\u00e4sschen schlendern und den Lauf<br \/>\nDer Welt bei einem Bier erneut bedenken?!<\/p>\n<p>PRINZ KLAPPSTUHL:<br \/>\nDer zweite gute Rat in kurzer Zeit!<\/p>\n<p><em>Beide gehen zum in der Ferne sichtbaren Gasthaus;<br \/>\nVon rechts ersteigt PRITSCHE den H\u00fcgel.<br \/>\n<\/em><br \/>\nPRITSCHE:<br \/>\nMan sagt, hier wird ein Dichtermord geplant?!<\/p>\n<p><strong>&#8230; Vorhang zu.<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dies ist ein Herbsttag, wie ich keinen sah! Personen: PRINZ KLAPPSTUHL, Wie viele Prinzen ein Gr\u00fcbler SCHEMEL, Des alten K\u00f6nigs alter Hofnarr PRITSCHE, Hauptmann der Stadtwache, also: der Oberpolizist. 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