{"id":2916,"date":"2014-10-06T00:03:50","date_gmt":"2014-10-05T22:03:50","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wababbel.de\/ferdi\/?p=2916"},"modified":"2014-10-06T00:07:57","modified_gmt":"2014-10-05T22:07:57","slug":"erzaehlverse-der-trochaeische-vierheber-31","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/?p=2916","title":{"rendered":"Erz\u00e4hlverse: Der troch\u00e4ische Vierheber (31)"},"content":{"rendered":"<p><strong>Robert Hamerlings &#8222;Homunkulus&#8220; (2)<\/strong><\/p>\n<p>Das ganze Epos vorzustellen, w\u00e4re zu aufw\u00e4ndig; aber zumindest in den zweiten Gesang m\u00f6chte ich noch einen Blick werfen!<\/p>\n<p>Im weiteren Verlauf des esten Gesangs erweist sich der Homunkulus als lebensunf\u00e4hlig; sein Sch\u00f6pfer bet\u00e4ubt ihn und f\u00fchrt in zur\u00fcck in einen embryonalen Zustand. Dann, in den letzten Versen des Gesangs:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Und nachdem ihm dies gelungen<br \/>\nMit uns\u00e4glichem Bem\u00fchen,<br \/>\nSacht&#8216; den Embryo verpflanzt&#8216; er<br \/>\nAuf geheimnisvolle Weise<br \/>\nIn den Mutterscho\u00df der Gattin<br \/>\nEines armen Dorfschulmeisters.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Eine fr\u00fche Form der Leihmutterschaft?! Jedenfalls wird der Homunkulus im zweiten Gesang ganz gew\u00f6hnlich geboren und w\u00e4chst heran, und wird: Dichter. Als solcher scheitert er mit diesem und jenem und sucht sich danach neue Themen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Und er fand zwar nichts, was <em>neu<\/em>,<br \/>\nAber manches doch, was <em>Mode<\/em>.<br \/>\nDichtermode war zum Beispiel<br \/>\nMittelalter just, das &#8222;finstre&#8220;,<br \/>\nUnd das Altertum, das &#8222;graue&#8220;.<br \/>\nUnd so schrieb er denn ein Epos,<br \/>\nAllerneu&#8217;ste &#8222;Nibelungen&#8220;,<br \/>\nDacht&#8216; es stracks wie eine Bombe<br \/>\nZ\u00fcndend in das Volk zu werfen.<br \/>\nEs gelang ihm, einzuschleichen<br \/>\nSich mit zartem Minnesange<br \/>\nIn das Herz der sch\u00f6nen Tochter<br \/>\nEines reichen Buchverlegers.<br \/>\nDiesem bot er an sein Epos,<br \/>\nWarb zugleich um seine Tochter.<br \/>\nDoch der Buchverleger sagte:<br \/>\n&#8222;Willst du nach der Myrthe greifen,<br \/>\nErst verdiene dir den Lorbeer!&#8220; \u2013<br \/>\nUnd das Buch, es ward gedruckt,<br \/>\nUnd es ward hinaus gesendet<br \/>\nIn die Welt und hochgepriesen<br \/>\nWard&#8217;s, in die Posaune stie\u00dfen<br \/>\nAlle Kritiker, die Ohren<br \/>\nGellten wie der angeschlag&#8217;ne<br \/>\nHeil&#8217;ge Erzschild zu Dodona<br \/>\nMondenlang dem Publikum.<br \/>\nW\u00e4hrend so vom Lob des Buches<br \/>\nDie Journale widerhallten,<br \/>\nSchwand das Jahr, und sieh, vergriffen<br \/>\nWaren \u2013 dreizehn Exemplare.<br \/>\nD&#8217;raufhin wies der Buchverleger<br \/>\nStumm die T\u00fcr dem Minnesinger,<br \/>\nGab die Tochter einem Andern,<br \/>\nUnd das Epos stampft&#8216; er ein.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Mittelalter &#8211; in der Tat immer mal wieder Mode. Allerdings mehr in Romanform, heutzutage &#8230; Und nicht die Nibelungen, oder zumindest selten. Aber im 19. Jahrhundert waren solche Stoffe noch sehr im Schwange, und Hamerling nimmt hier, wie an vielen Stellen seines Homunkulus, Dinge seiner Zeit auf die Schippe &#8211; knapp 20 Jahre vor dem Homunkulus war zum Beispiel Wilhelm Jordans Epos &#8222;Die Nibelungen&#8220; erschienen.<\/p>\n<p>Hamerlings Vers zeigt eine deutliche Formung des Satzes durch die Vorgaben des Verses, was manchmal etwas hart klingt, aber oft auch\u00a0 anziehend?!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Robert Hamerlings &#8222;Homunkulus&#8220; (2) Das ganze Epos vorzustellen, w\u00e4re zu aufw\u00e4ndig; aber zumindest in den zweiten Gesang m\u00f6chte ich noch einen Blick werfen! Im weiteren Verlauf des esten Gesangs erweist sich der Homunkulus als lebensunf\u00e4hlig; sein Sch\u00f6pfer bet\u00e4ubt ihn und f\u00fchrt in zur\u00fcck in einen embryonalen Zustand. 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