{"id":2972,"date":"2014-10-11T00:23:16","date_gmt":"2014-10-10T22:23:16","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wababbel.de\/ferdi\/?p=2972"},"modified":"2014-10-11T01:07:10","modified_gmt":"2014-10-10T23:07:10","slug":"erzaehlformen-das-reimpaar-10","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/?p=2972","title":{"rendered":"Erz\u00e4hlformen: Das Reimpaar (10)"},"content":{"rendered":"<p>Bestimmte Formen erwecken bestimmte Erwartungen. Eindeutige Zuordnungen gibt es da zwar nicht; aber wenn ein Text mit &#8222;Das Sein&#8220; \u00fcberschrieben ist, erwartet man nicht unbedingt, dass er in Reimpaaren aus iambischen Vierhebern gestaltet ist?! Solche Reimpaare werden eher mit &#8222;Lustigem&#8220; verbunden, bei &#8222;Gedanken-Gedichten&#8220; erwartet man vielleicht ein Sonett. Friedrich Hebbel sind derlei \u00dcberlegungen gleichg\u00fcltig:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Das Sein<\/strong><\/p>\n<p>Geheimnis, wunderbar wie keins,<br \/>\nDes In- und Durcheinanderseins<br \/>\nIn dem unendlichsten Gew\u00fchl<br \/>\nDurch Sinn, Gedanken und Gef\u00fchl.<br \/>\nDer ewige Strom flie\u00dft ab und zu,<br \/>\nWo fang ich an? Wo endest du?<br \/>\nDu sprichst ein volles, tiefes Wort,<br \/>\nDas wirkt in meiner Seele fort,<br \/>\nSo webst du dich in mich hinein,<br \/>\nDenn, was es schafft, ist dein wie mein.<br \/>\nUnd was der Mund nicht sagen kann,<br \/>\nSieht eines doch dem andern an,<br \/>\nAlsbald erwacht Verschlingungstrieb,<br \/>\nUnd eines hat das andre lieb.<br \/>\nDer fernen Sonne ew&#8217;ge Glut<br \/>\nDurchdringt belebend mir das Blut,<br \/>\nWas in dem Scho\u00df der Erde gor,<br \/>\nRankt sich als Wein zu mir empor,<br \/>\nUnd was nicht in die Sinne f\u00e4llt,<br \/>\nH\u00e4lt ahnungsvoll das Herz geschwellt,<br \/>\nSo dass selbst Gott mich nur erdr\u00fcckt,<br \/>\nDamit er mich mir selbst entr\u00fcckt.<br \/>\nSo braust in wohlgemessnem Takt<br \/>\nDahin des Lebens Katarakt,<br \/>\nDass jeder Tropfen, der entspringt,<br \/>\nNach Ma\u00df jedwedes Sein durchdringt,<br \/>\nDass alle Form nur Grenzen steckt,<br \/>\nDamit sie Eigenstes erweckt,<br \/>\nUnd dass das ungeheure All<br \/>\nSich umw\u00e4lzt in dem kleinsten Ball.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ob der Versuch gelungen ist? Sicher ist Hebbels Sprache hier wie in allen seinen Gedichten &#8211; wie er hier einen Satz durch acht Vierheber f\u00fchrt, f\u00fchrt er ihn anderswo auch durch acht Hexameter oder vier Distichen. Daran kann das leichte Fremdeln, das sich beim Lesen einstellt, kaum r\u00fchren &#8230; Also doch ein ungewohntes Zusammenkommen von <em>dieser<\/em> Form und <em>dieser<\/em> in ihr verhandelten Sache?!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bestimmte Formen erwecken bestimmte Erwartungen. Eindeutige Zuordnungen gibt es da zwar nicht; aber wenn ein Text mit &#8222;Das Sein&#8220; \u00fcberschrieben ist, erwartet man nicht unbedingt, dass er in Reimpaaren aus iambischen Vierhebern gestaltet ist?! Solche Reimpaare werden eher mit &#8222;Lustigem&#8220; verbunden, bei &#8222;Gedanken-Gedichten&#8220; erwartet man vielleicht ein Sonett. 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