{"id":3001,"date":"2014-10-14T01:24:02","date_gmt":"2014-10-13T23:24:02","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wababbel.de\/ferdi\/?p=3001"},"modified":"2014-10-14T14:18:55","modified_gmt":"2014-10-14T12:18:55","slug":"buecher-zum-vers-52","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/?p=3001","title":{"rendered":"B\u00fccher zum Vers (52)"},"content":{"rendered":"<p><strong>Karl Vietor: Geschichte der deutschen Ode.<\/strong><\/p>\n<p>Schon 1923 zum ersten Mal erschienen, ist dieser Band auch heute noch eine \u00dcbersicht, die eigentlich jeder gelesen haben sollte, der selbst Oden schreiben m\u00f6chte.<\/p>\n<p>Die ersten hundert Seiten behandeln die Zeit vom Mittelalter bis zum Beginn des 18. Jahrhunderts; auch wichtig, aber der eigentlich entscheidene Teil des Buches sind die dann folgenden Seiten, die Enwicklung der Ode bis hin zu ihrem H\u00f6hepunkt, den Oden H\u00f6lderlins; und ihrem daran anschlie\u00dfenden &#8222;Nachleben&#8220;, insgesamt noch einmal 200 Seiten, auf denen die verschiedenen Auspr\u00e4gungen der Ode untersucht, erl\u00e4utert und eingeordnet werden mit Hilfe beispielhafter Gedichte.<\/p>\n<p>Aber auch allgemein sagt Vietor manches bedenkenswerte zur Ode. So zum Beispiel auf Seite 173 (der zweiten, 1961 in der Wissenschaftlichen Buchgesellschaft Darmstadt erschienenen Auflage):<\/p>\n<p>&#8222;Man hat von jeher gesehen, dass die Ode zwischen Lied und Hymnus steht; zwischen der subjektiven, reinen Lyrik und der schon fast episch-objektivierenden Gattung des feierlichen Gesangs. &#8230; Denn es unterscheidet die Ode stark von den benachbarten Gattungen, von Lied und Hymnus, dass sie nicht geradezu einen Gef\u00fchlszustand, sondern immer zugleich ein <em>gedankliches Element<\/em>, ein Element der <em>Reflexion<\/em> enth\u00e4lt. Und gegen die reine Gedankendichtung grenzt sie andererseits ein Gef\u00fchlselement ab. &#8230; Ein ernster, w\u00fcrdevoller, gedanklich-empfindungshafter Charakter ist der Gattung durchaus urspr\u00fcnglich.&#8220;<\/p>\n<p>Das ist eine Gattungsbestimmung jedenfalls nicht vom Aufbau, von der\u00a0 (metrischen) Form her, und dementsprechend wird man auch entt\u00e4uscht, sucht man Wissen um den Aufbau und die Verwendung von zum Beispiel antiken Strophenformen. Derartiges, wie etwa die sapphische, alk\u00e4ische,\u00a0 asklepiadeische Strophe, streift Vietor nur am Rande (Seite 176):<\/p>\n<p>&#8222;Man kann nur herausf\u00fchlen, wie gerade diese rhythmisch durchgebildeten, abgemessen einherschreitenden, reimlosen Strophen dem Streben auf das kunstm\u00e4\u00dfig Strenge und auf den hohen Stil hin entgegenkamen.&#8220;<\/p>\n<p>Aber gerade dieser weitere, vor allem inhaltliche Blick auf die Ode ist etwas, das zu \u00fcberdenken sehr fruchtbar ist, will man sich selbst als Oden-Schreiber versuchen! Und in den Beispielen sind diese Strophen dann doch zumindest gegenw\u00e4rtig.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Karl Vietor: Geschichte der deutschen Ode. Schon 1923 zum ersten Mal erschienen, ist dieser Band auch heute noch eine \u00dcbersicht, die eigentlich jeder gelesen haben sollte, der selbst Oden schreiben m\u00f6chte. Die ersten hundert Seiten behandeln die Zeit vom Mittelalter bis zum Beginn des 18. 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