{"id":3175,"date":"2014-10-30T01:45:50","date_gmt":"2014-10-29T23:45:50","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wababbel.de\/ferdi\/?p=3175"},"modified":"2014-10-30T10:07:22","modified_gmt":"2014-10-30T08:07:22","slug":"erzaehlformen-die-alkaeische-strophe-0","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/?p=3175","title":{"rendered":"Erz\u00e4hlformen: Die alk\u00e4ische Strophe (1)"},"content":{"rendered":"<p>Die &#8222;alk\u00e4ische Strophe&#8220; ist eine der wichtigsten antiken Oden-Strophen und damit eigentlich keine Strophe, die sich zur reinen Erz\u00e4hlung eignet; jedenfalls ist sie daf\u00fcr kaum verwendet worden. Eher haben die Dichter sie zur Betrachtung genutzt. Von daher ist es sicher nicht ganz richtig, sie beim <strong>Verserz\u00e4hler<\/strong> zu behandeln, und auch die Bezeichnung &#8222;Erz\u00e4hlform&#8220; f\u00fchrt leicht in die Irre?!<\/p>\n<p>Ich will diese Strophe aber trotzdem etwas gr\u00fcndlicher vorstellen. Zum einen ist sie eine vielgebrauchte Strophe, zum anderen aber auch eine sehr ausdrucksstarke und wandlungsf\u00e4hige, die vielfach und mit Gewinn eingesetzt werden kann; und schlie\u00dflich ist sie ein wunderbares Beispiel f\u00fcr die &#8222;innere Form&#8220;, daf\u00fcr, dass Strophen eben nicht nur eine festgelegte Abfolge von betonten und unbetonten Silben sind, sondern spannungsreiche Gebilde, in denen Gegens\u00e4tze und Entsprechungen angelegt sind, denen man als Verfasser gerecht werden muss, soll denn am Ende ein lebendiges, atmendes Gedicht stehen.<\/p>\n<p>Am Anfang soll aber gerade dieses reine Silbenschema stehen! So sieht die deutsche Nachbildung der antiken alk\u00e4ischen Strophe aus:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>x X x X x <span style=\"color: #ff0000\">|<\/span> X x x X x X<br \/>\nx X x X x <span style=\"color: #ff0000\">|<\/span> X x x X x X<br \/>\nx X x X x X x X x<br \/>\nX x x X x x X x X x<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wie immer mit x = unbetonte Silbe und X = betonte Silbe; <span style=\"color: #ff0000\">|<\/span> meint eine Z\u00e4sur &#8211;\u00a0 die tritt in der deutschen alk\u00e4ischen Strophe allerdings nicht immer in Erscheinung.<\/p>\n<p>Als erstes Beispiel dient ein sehr bekanntes Gedicht des gr\u00f6\u00dften deutschen Oden-Dichters, Friedrich H\u00f6lderlins &#8222;An die Parzen&#8220;:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Nur einen Sommer g\u00f6nnt, ihr Gewaltigen!<br \/>\nUnd einen Herbst zu reifem Gesange mir,<br \/>\nDass williger mein Herz, vom s\u00fc\u00dfen<br \/>\nSpiele ges\u00e4ttiget, dann mir sterbe.<\/p>\n<p>Die Seele, der im Leben ihr g\u00f6ttlich Recht<br \/>\nNicht ward, sie ruht auch drunten im Orkus nicht;<br \/>\nDoch ist mir einst das Heil&#8217;ge, das am<br \/>\nHerzen mir liegt, das Gedicht, gelungen,<\/p>\n<p>Willkommen dann, o Stille der Schattenwelt!<br \/>\nZufrieden bin ich, wenn auch mein Saitenspiel<br \/>\nMich nicht hinab geleitet; Einmal<br \/>\nLebt ich, wie G\u00f6tter, und mehr bedarfs nicht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Und weil es so ein ber\u00fchmtes Gedicht ist, gibt es auch viele Vortr\u00e4ge davon &#8211; hier drei:<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.lutzgoerner.de\/3sat\/164-25\" target=\"_blank\">Lutz G\u00f6rner<\/a> (gleich am Anfang der Folge)<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=5TsSsZ2VfRE\" target=\"_blank\">Christian Br\u00fcckner<\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.deutschelyrik.de\/index.php\/an-die-parzen.324.html\" target=\"_blank\">Fritz Stavenhagen<\/a><\/p>\n<p>&#8211; Das taugt schon sehr als erster Eindruck?!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die &#8222;alk\u00e4ische Strophe&#8220; ist eine der wichtigsten antiken Oden-Strophen und damit eigentlich keine Strophe, die sich zur reinen Erz\u00e4hlung eignet; jedenfalls ist sie daf\u00fcr kaum verwendet worden. Eher haben die Dichter sie zur Betrachtung genutzt. Von daher ist es sicher nicht ganz richtig, sie beim Verserz\u00e4hler zu behandeln, und auch die Bezeichnung &#8222;Erz\u00e4hlform&#8220; f\u00fchrt leicht&#8230; <a class=\"more-link\" href=\"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/?p=3175\">Read More <span class=\"screen-reader-text\"> in Erz\u00e4hlformen: Die alk\u00e4ische Strophe (1)<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":15,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[],"tags":[],"class_list":["post-3175","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3175","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/15"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3175"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3175\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3180,"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3175\/revisions\/3180"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3175"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3175"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3175"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}