{"id":331,"date":"2013-12-24T22:32:45","date_gmt":"2013-12-24T20:32:45","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wababbel.de\/ferdi\/?p=331"},"modified":"2014-02-05T00:27:21","modified_gmt":"2014-02-04T22:27:21","slug":"das-einvers-gedicht-1","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/?p=331","title":{"rendered":"Das Ein-Vers-Gedicht (1)"},"content":{"rendered":"<p>Die meisten Beitr\u00e4ge dieses Blogs drehen sich um &#8222;Erz\u00e4hlverse&#8220;, also um die Frage, wie man welche Verse benutzen kann, um Erz\u00e4hlgedichte zu schreiben; die dann schon einmal eine drei- oder gar vierstellige Zahl von Versen lang sein k\u00f6nnen!<\/p>\n<p><strong>Das Ein-Vers-Gedicht<\/strong> soll ein kleines Gegengewicht dazu sein. Unter diesem Titel versammeln sich Gedichte, die genau einen Vers lang sind!<\/p>\n<p>Solche Gedichte sind eine Teilmenge der sogenannten &#8222;Monosticha&#8220;, womit alle Gedichte gemeint sind, die eine <em>Zeile<\/em> lang sind. Solchen Gedichten <em>kann<\/em> ein Vers zugrundeliegen, muss es aber nicht; bei den hier vorgestellten Gedichten ist <em>immer<\/em> ein Vers die Grundlage, oft dieselbe Art Vers, die gereiht ein Erz\u00e4hlgedicht ergibt.<\/p>\n<p>Im ersten Beispiel ist der verwendete Vers der<strong> Trimeter<\/strong>. Das Gedicht stammt von Friedrich R\u00fcckert:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Gib jedem seine Stelle, so hat alles Platz.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das klingt jetzt nicht unbedingt wie ein Gedicht &#8211; ist das nicht ein &#8222;Aphorismus&#8220;, also Prosa?! Nein, und das aus zwei Gr\u00fcnden:<\/p>\n<p>&#8211; Der Text erf\u00fcllt die metrischen Vorgaben eines Trimeters, eingeschlossen den Einschnitt nach der siebten Silbe (der zusammen mit dem nach der f\u00fcnften Silbe am h\u00e4ufigsten ist; f\u00fcr die Einzelheiten bitte ich, in den Beitr\u00e4gen der Kategorie &#8222;Der iambische Trimeter&#8220; nachzuschauen):<\/p>\n<p>x X \/ x X \/ x X \/ x <span style=\"color: #ff0000\">||<\/span> X \/ x X \/ x\u00a0 X<\/p>\n<p>Gib <strong>je<\/strong>&#8211; \/<strong> <\/strong>dem <strong>sei<\/strong>&#8211; \/ ne <strong>Stel<\/strong>&#8211; \/ le, <span style=\"color: #ff0000\">||<\/span> <strong>so<\/strong> \/ hat <strong>al<\/strong>&#8211; \/ les <strong>Platz<\/strong>.<\/p>\n<p>&#8211; Der Text stammt aus einer Gedichtsammlung, R\u00fcckerts &#8222;Liedertagebuch 1847&#8220;, wo es unter dem 27. M\u00e4rz eingetragen ist inmitten anderer Gedichte, die oft\u00a0 aus (mehreren) Trimetern bestehen!<\/p>\n<p>Der Inhalt passt ganz gut zu der hier vorgestellten Gedichtart, denke ich; denn in einem Vers, vor allem, wenn es ein l\u00e4ngerer ist wie zum Beispiel ein Hexameter, l\u00e4sst sich wirklich sehr viel unterbringen &#8211; man muss nur &#8222;jedem seine Stelle geben&#8220;, wie R\u00fcckert sagt!<\/p>\n<p>Zum Abschluss noch ein anderer &#8222;Einversgedicht-Trimeter&#8220; R\u00fcckerts:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Von aller Arbeit ist die schwerste M\u00fc\u00dfiggang.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>x X \/ x\u00a0 X \/ x\u00a0<span style=\"color: #ff0000\"> ||<\/span> X \/ x X \/ x X \/ x X<\/p>\n<p>Von <strong>al<\/strong>&#8211; \/ ler <strong>Ar<\/strong>&#8211; beit <span style=\"color: #ff0000\">||<\/span> <strong>ist<\/strong> \/ die <strong>schwers<\/strong>&#8211; \/ te<strong> M\u00fc<\/strong>&#8211; \/ \u00dfig<strong>gang<\/strong>.<\/p>\n<p>Diesmal mit dem Einschnitt nach der f\u00fcnften Silbe &#8230; Der Inhalt scheint mir eine gerade an den Weihnachtstagen erinnernswerte Lebensweisheit zu sein?!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die meisten Beitr\u00e4ge dieses Blogs drehen sich um &#8222;Erz\u00e4hlverse&#8220;, also um die Frage, wie man welche Verse benutzen kann, um Erz\u00e4hlgedichte zu schreiben; die dann schon einmal eine drei- oder gar vierstellige Zahl von Versen lang sein k\u00f6nnen! Das Ein-Vers-Gedicht soll ein kleines Gegengewicht dazu sein. Unter diesem Titel versammeln sich Gedichte, die genau einen&#8230; <a class=\"more-link\" href=\"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/?p=331\">Read More <span class=\"screen-reader-text\"> in Das Ein-Vers-Gedicht (1)<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":15,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[],"tags":[],"class_list":["post-331","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/331","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/15"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=331"}],"version-history":[{"count":14,"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/331\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":767,"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/331\/revisions\/767"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=331"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=331"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=331"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}