{"id":3403,"date":"2014-11-25T02:17:51","date_gmt":"2014-11-25T00:17:51","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wababbel.de\/ferdi\/?p=3403"},"modified":"2014-11-25T11:26:36","modified_gmt":"2014-11-25T09:26:36","slug":"erzaehlformen-die-alkaeische-strophe-10-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/?p=3403","title":{"rendered":"Erz\u00e4hlformen: Die alk\u00e4ische Strophe (10)"},"content":{"rendered":"<p>Wie in den bisherigen Eintr\u00e4gen zur alk\u00e4ischen Strophe schon zu erkennen war, kann das antike Vorbild ganz gut im Deutschen wiedergegeben werden. Aber das allein gen\u00fcgt sicher nicht, um die gro\u00dfe Zahl an Texten zu erkl\u00e4ren, die in dieser Form verfasst wurden?!<\/p>\n<p>Wichtig ist sicher auch, <em>wer<\/em> diese Form verwendet hat. Bekannt war die alk\u00e4ische Strophe in Deutschland eigentlich immer, benutzt hat sie aber kaum jemand; bis Klopstock kam und nicht nur genug Formsinn hatte, die Strophe wirksam im Deutschen nachzubilden, sondern auch als Dichter mehr als genug damit zu sagen wusste! Und aus der Begeisterung \u00fcber seine alk\u00e4ischen (und anderen) Oden entstanden dann eigene Werke anderer, die Form aufnehmend; und immer so weiter.<\/p>\n<p>Aber auch Horaz spielt eine Rolle, selbst \u00fcber 1800 Jahre hinweg &#8211; viele seiner Oden benutzen die alk\u00e4ische Strophe, und da Horaz im 18. Jahrhundert f\u00fcr viele eine wichtige Gr\u00f6\u00dfe war, ja ein Gegenstand der Verehrung: fiel ein wenig von seinem Ruhm auch der Strophenform zu.<\/p>\n<p>Und auch Horaz hat \u00fcber 600 Jahre zur\u00fcckgeschaut &#8211; eben zu Alkaios von Lesbos, dem &#8222;Erfinder&#8220; der nach ihm benannten Strophe!<\/p>\n<p>Leider ist von dessen Werk nicht allzuviel erhalten, aber das wenige liest sich immer noch sehr gut. Hier eine einzelne Strophe in der \u00dcbersetzung von Emanuel Geibel:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Daheim als Herold melde: Gerettet ist<br \/>\nAlk\u00e4os selbst, doch b\u00fcsst&#8216; er die Waffen ein,<br \/>\nUnd seinen Schild am Pallastempel<br \/>\nH\u00e4ngte das Volk von Athen zum Schmuck auf.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&#8211; Ich wei\u00df nicht, wie brauchbar das als \u00dcbersetzung ist, aber als deutsche Strophe gef\u00e4llt es mir! Eine weitere Strophe, aus den Trinkliedern, wieder von Geibel \u00fcbersetzt:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Nicht frommt&#8217;s, des Unheils ewig gedenk zu sein;<br \/>\nDenn v\u00f6llig fruchtlos zehrt uns der Kummer auf.<br \/>\nDas bleibt der beste Trost, o Bakchos,<br \/>\nWein zu kredenzen, bis dass wir trunken.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>So also fing alles an. Und dann ging die Reise bis zu Klopstock, und dann kam H\u00f6lderlin; und hat atemberaubende Meisterwerke geschrieben in einer bald 2500 Jahre alten Form. Schon erstaunlich &#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie in den bisherigen Eintr\u00e4gen zur alk\u00e4ischen Strophe schon zu erkennen war, kann das antike Vorbild ganz gut im Deutschen wiedergegeben werden. Aber das allein gen\u00fcgt sicher nicht, um die gro\u00dfe Zahl an Texten zu erkl\u00e4ren, die in dieser Form verfasst wurden?! Wichtig ist sicher auch, wer diese Form verwendet hat. 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