{"id":3452,"date":"2014-12-03T00:49:09","date_gmt":"2014-12-02T22:49:09","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wababbel.de\/ferdi\/?p=3452"},"modified":"2014-12-03T00:49:09","modified_gmt":"2014-12-02T22:49:09","slug":"erzaehlverse-der-trochaeische-fuenfheber-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/?p=3452","title":{"rendered":"Erz\u00e4hlverse: Der troch\u00e4ische F\u00fcnfheber (2)"},"content":{"rendered":"<p>Der troch\u00e4ische F\u00fcnfheber ist, wie so viele andere Verse und Formen auch, nach Deutschland eingewandert. Der deutsche troch\u00e4ische Vierheber hat seine Wurzeln vor allem im antiken Griechenland, in Spanien und in Finnland; der troch\u00e4ische F\u00fcnfheber dagegen kam aus der serbischen Volksdichtung ins Deutsche, unter anderem durch Herder und Goethe, die beide Dichter genug und ber\u00fchmt genug waren, dem Vers gleich einige Anerkennung zu sichern.<\/p>\n<p>Im Serbischen hat der Vers eine feste Z\u00e4sur nach der vierten Silbe:<\/p>\n<p>X x \/ X x <span style=\"color: #ff0000\">||<\/span> X x \/ X x \/ X x<\/p>\n<p>Von ihr wei\u00df der deutsche Vers nichts, aber mindestens eine Z\u00e4sur hat er doch; und sie liegt h\u00e4ufig in der ersten Versh\u00e4lfte, meint: hinter der dritten, vierten oder f\u00fcnften Silbe.<\/p>\n<p>X x \/ X <span style=\"color: #ff0000\">||<\/span> x \/ X x \/ X x \/ X x<\/p>\n<p>X x \/ X x <span style=\"color: #ff0000\">||<\/span> X x \/ X x \/ X x<\/p>\n<p>X x \/ X x \/ X <span style=\"color: #ff0000\">||<\/span> x \/ X x \/ X x<\/p>\n<p>Dadurch gewinnt der Vers gleich einiges an Vielf\u00e4ltigkeit, von den anderen M\u00f6glichkeiten der Z\u00e4surierung (eigentlich ist alles erlaubt) ganz zu schweigen!<\/p>\n<p>Nachsp\u00fcren kann man solchen Einschnitten zum Beispiel in den Werken von Eduard M\u00f6rike. Der hat nicht sonderlich viele Texte im troch\u00e4ischen F\u00fcnfheber geschrieben, aber einige doch; und sein sicheres Gef\u00fchl f\u00fcr Versgestaltung und Versbewegung bew\u00e4hrt sich auch hier!<\/p>\n<p>&#8222;Die R\u00fcckkehr&#8220;, eine &#8222;zu einem Bilde&#8220; entstandene &#8222;Steyerische Szene&#8220;, beginnt so:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Warm, im Sonnendunste, schwimmt der Abend<br \/>\nNoch im Tal und z\u00f6gert lang, zu scheiden.<br \/>\nUnd vor seiner H\u00fctte sitzt der Sch\u00e4fer<br \/>\nRuhig auf der Bank, sein Pfeifchen schmauchend,<br \/>\nW\u00e4hrend drin am Herde sich die Hausfrau<br \/>\nSputet, dass das Essen fertig werde.<br \/>\nIn der Pfanne zischt das Schmalz, es siedet<br \/>\nIn dem Topf die fette Sch\u00f6psenkeule.<br \/>\nFestlich ist der Tisch gedeckt, die W\u00e4nde<br \/>\nSchm\u00fccken langgewundne Tannenreiser,<br \/>\nRote Vogelbeeren, Blumen, B\u00e4nder;<br \/>\nDenn heut&#8216; kommen vom Gebirg die Hirten<br \/>\nAlle heim, nach sommerlanger Weide.<br \/>\nZug um Zug die wohlgepflegten Rinder,<br \/>\nAllgemach die Steige nieder schwankend,<br \/>\nGr\u00fc\u00dfen mit Gebr\u00fcll die Heimat wieder.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ganz verschiedene, sehr abwechslungsreiche Z\u00e4suren?! Am Schluss, in den letzten f\u00fcnf Versen, engt es sich dann\u00a0 ein auf zwei M\u00f6glichkeiten; die Z\u00e4sur erfolgt nach der f\u00fcnften, der dritten, der dritten, der dritten und wieder der f\u00fcnften Silbe.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der troch\u00e4ische F\u00fcnfheber ist, wie so viele andere Verse und Formen auch, nach Deutschland eingewandert. 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