{"id":3644,"date":"2014-12-28T00:07:49","date_gmt":"2014-12-27T23:07:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wababbel.de\/ferdi\/?p=3644"},"modified":"2014-12-28T00:10:47","modified_gmt":"2014-12-27T23:10:47","slug":"erzaehlformen-das-sonett-12","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/?p=3644","title":{"rendered":"Erz\u00e4hlformen: Das Sonett (12)"},"content":{"rendered":"<p>Zu Weihnachten l\u00e4uft man Gefahr, dem ein oder anderen Beschenkungsversuch nicht ausweichen zu k\u00f6nnen. So\u00a0 ging es auch mir, und daher habe ich mir eben ein Audiobuch angeh\u00f6rt, &#8222;made by WDR&#8220;: <em>Robert Gernhardt spricht. Fertig ist das Sackgedicht <\/em>hei\u00dft es.<\/p>\n<p>Man kann 72 Minuten schlechter verbringen. Etwas st\u00f6rend ist, dass Gernhardt zwar viele Gedichte geschrieben hat, aber auf Lesungen nur wenige davon vortr\u00e4gt, weswegen man manches schon einige Male geh\u00f6rt hat.<\/p>\n<p>Erst recht gilt das f\u00fcr sein allgegenw\u00e4rtiges Sonett &#8222;Materialien zu einer Kritik der bekanntesten Gedichtform italienischen Ursprungs&#8220;. Immerhin sagte er bei dieser Gelegenheit &#8211; die Lesung fand 1998 in Bonn statt &#8211; gleichsam im Vorbeigehen einen kleinen Satz, der mich aufhorchen lie\u00df:<\/p>\n<p><em>Man kann Sonette nicht richtig h\u00f6ren.<\/em><\/p>\n<p>Und wenn Gernhardt dann liest, wei\u00df man, was er meint: er ordnet den Vers fast vollst\u00e4ndig dem Satz unter im Vortrag, die Reimw\u00f6rter werden nicht herausgehoben, Gleichkl\u00e4nge scheinen damit fast zuf\u00e4llig da zu sein. Das kann man so machen, und es ist sicher auch wirkungsvoll; aber ist es eine Wesenseigenschaft von Sonetten?!<\/p>\n<p>Wer mag, kann Gernhards Vortrag zum Beispiel auf Youtube lauschen (bei einer anderen, fr\u00fcheren Lesung):<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=OxRPTzFDMcc\" target=\"_blank\">Die allerletzten Gedichte<\/a><\/p>\n<p>Das kann man sich alles anh\u00f6ren, das Sonett tr\u00e4gt er aber ab 3:10 vor.<\/p>\n<p>Danach lohnt sich vielleicht noch ein Besuch bei lyrikline.org:<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.lyrikline.org\/de\/gedichte\/materialien-zu-einer-kritik-brder-bekanntesten-gedichtform-italienischen-ursprungs-2962#.VJ8zrkB-A\" target=\"_blank\">Materialien zu einer Kritik &#8230;<\/a><\/p>\n<p>&#8211; Denn da steht zum einen der Text, also das Sonett (auch) als &#8222;Bild&#8220;; und zum anderen ist Gernhardt in der dort vernehmbaren Lesung nicht ganz so streng dem Vers gegen\u00fcber &#8211; den \u00dcbergang vom ersten ins zweite Quartett kennzeichnet er sehr deutlich, obwohl das vielleicht auch einfach nur ein Hakler ist; jedenfalls f\u00e4llt im Vergleich auf, wieviel deutlicher auch das Reimwort zum Tragen kommt!<\/p>\n<p>Der \u00dcbergang aus den Quartetten in die Terzette, seit altersher ein Haltepunkt, ist aber so deutlich &#8222;nicht-haltend&#8220; angelegt, dass deine Pause eigentlich unm\u00f6glich ist; trotzdem unterscheiden sich die beiden Lesungen auch da.<\/p>\n<p>Na ja. Insgesamt kann man Sonette schon &#8222;richtig h\u00f6ren&#8220;, denke ich; wenn sie der Verfasser darauf anlegt und der Vortragende dann h\u00f6rbar machen will. Und Zuh\u00f6rer, die vertraut sind mit dem Sonettbau, sind bestimmt nicht von Nachteil dabei &#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zu Weihnachten l\u00e4uft man Gefahr, dem ein oder anderen Beschenkungsversuch nicht ausweichen zu k\u00f6nnen. So\u00a0 ging es auch mir, und daher habe ich mir eben ein Audiobuch angeh\u00f6rt, &#8222;made by WDR&#8220;: Robert Gernhardt spricht. Fertig ist das Sackgedicht hei\u00dft es. Man kann 72 Minuten schlechter verbringen. 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