{"id":389,"date":"2013-12-30T21:45:23","date_gmt":"2013-12-30T19:45:23","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wababbel.de\/ferdi\/?p=389"},"modified":"2013-12-30T23:26:19","modified_gmt":"2013-12-30T21:26:19","slug":"erzaehlverse-der-hexameter-0","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/?p=389","title":{"rendered":"Erz\u00e4hlverse: Der Hexameter (0)"},"content":{"rendered":"<p>Dieser Beitrag besch\u00e4ftigt sich noch nicht mit dem &#8222;Vers an sich&#8220;, sondern m\u00f6chte erst einmal erkl\u00e4ren, was in den zuk\u00fcnfigen Betr\u00e4gen angedacht ist.<\/p>\n<p>Der Hexameter ist alt. Homer nutzte ihn im Griechischen schon vor \u00fcber zweieinhalb Jahrtausenden beim Schreiben der &#8222;Ilias&#8220; und der &#8222;Odyssee&#8220;, und auch die deutsche Nachbildung des antiken Verses ist schon seit \u00fcber 250 Jahren in Gebrauch.<\/p>\n<p>In diesen 250 Jahren ist viel \u00fcber den Vers geschrieben worden; zu keinem anderen Vers hatten die Metriker und die Verfasser der Poetiken eine so klare Meinung wie zu diesem. Das \u00e4rgerliche daran ist: Keine zwei dieser Verfasser hatten die genau gleiche Vorstellung vom Vers!<\/p>\n<p>Das liegt an dem Umstand, dass der Hexameter eigentlich ein antiker Vers ist und auf die eine oder andere Art ins Deutsche &#8222;her\u00fcbergeholt&#8220; werden musste; f\u00fcr die antiken Versmerkmale mussten deutsche Entsprechungen gefunden werden. Und dar\u00fcber, welche Merkmale \u00fcbertragbar sind, welche nicht, und auf welche Art die als \u00fcbertragbar angesehenen dann genau \u00fcbertragen werden sollten, herrschte gro\u00dfe Uneinigkeit!<\/p>\n<p>Dementsprechend gibt es f\u00fcr jede Stimme, die etwas behauptet, eine andere, die das Gegenteil behauptet. Ich habe mich angesichts dieses Wirrwarrs dazu entschlossen, einen Mittelweg zu gehen.\u00a0Das hei\u00dft, ich werde versuchen, den Vers so vorzustellen, dass er sich verst\u00e4ndlich darstellt und m\u00f6glichst problemlos selbst geschrieben werden kann; und formal die Mitte h\u00e4lt zwischen den &#8222;theoretischen&#8220; Extremen, damit jeder Verfasser sp\u00e4ter den &#8222;Grundvers&#8220; nach seinen eigenen Vorstellungen anpassen kann in die eine oder andere Richtung; in den kommenden Hexameter-Beitr\u00e4gen m\u00f6chte ich die verschiedensten M\u00f6glichkeiten dazu vorstellen!<\/p>\n<p>Ausrichten m\u00f6chte ich mich dabei an den Verfassern, deren Hexameter ich am meisten sch\u00e4tze; die drei wichtigsten sind in dieser Hinsicht Eduard M\u00f6rike, Friedrich H\u00f6lderlin und Johann Wolfgang Goethe.<\/p>\n<p>Warum aber ist \u00fcberhaupt so viel \u00fcber den Hexameter gestritten worden, und warum\u00a0 mit so gro\u00dfer Erbitterung? Seine Einf\u00fchrung fiel zusammen mit einer riesigen Griechen- und Homerbegeisterung, es ging also eigentlich nicht nur um einen Vers, sondern die abendl\u00e4ndische Kultur an sich! Und dementsprechend hoch schlugen dann die Wellen &#8230;<\/p>\n<p><em>Der urspr\u00fcnglichste und \u00e4lteste Vers der Griechen, der Hexameter, ist zugleich der Inbegriff und der Grundton aller Harmonien der Menschen und der Sch\u00f6pfung &#8230; Wenn man sich das Hin- und Wiederfluten aller lebendigen Bewegung der ganzen Sch\u00f6pfung nach gesetzm\u00e4\u00dfiger Harmonie hinstrebend denkt, so ist es, als h\u00e4tte sie endlich ihr \u00fcppiges \u00dcberschwanken in diese leicht beschr\u00e4nkenden Ma\u00dfe beschwichtigt, sich beruhigend in diese Weise eingewiegt, die dann ein gl\u00fccklich organisiertes Volk ergriff und in seine Sprache heftete. So viel mehr scheint dieser Vers dem Rhythmus der Welt als dem Stammeln menschlicher Laute zuzugeh\u00f6ren &#8230;<\/em><\/p>\n<p>Gro\u00dfe Worte aus &#8222;Latium und Hellas&#8220; von Wilhelm von Humboldt, immerhin ein bedeutender Mann &#8230; Ob er Recht hatte, ob nicht &#8211; wer wei\u00df es; aber es zeigt ganz sch\u00f6n, wo die Latte lag bei der Besch\u00e4ftigung mit dem Hexameter!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dieser Beitrag besch\u00e4ftigt sich noch nicht mit dem &#8222;Vers an sich&#8220;, sondern m\u00f6chte erst einmal erkl\u00e4ren, was in den zuk\u00fcnfigen Betr\u00e4gen angedacht ist. Der Hexameter ist alt. 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