{"id":3928,"date":"2015-03-01T01:23:02","date_gmt":"2015-03-01T00:23:02","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wababbel.de\/ferdi\/?p=3928"},"modified":"2015-03-01T11:53:12","modified_gmt":"2015-03-01T10:53:12","slug":"erzaehlverse-der-trochaeische-vierheber-38","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/?p=3928","title":{"rendered":"Erz\u00e4hlverse: Der troch\u00e4ische Vierheber (38)"},"content":{"rendered":"<p>Johann Wolfgang Goethes &#8222;Mahomets-Gesang&#8220; ist ein Text, der die Besch\u00e4ftigung sowohl inhaltlich als auch in Bezug auf die Entstehung lohnt; hier soll es aber vor allem um seinen Aufbau gehen. Meint: Um die Art, wie am Anfang noch sehr kurze Verse stehen, ab und auch ein Reim, die Anzahl der ungereimten vierhebigen Troch\u00e4en aber nach und nach gr\u00f6\u00dfer wird. In der Mitte stehen dann schon viele davon, oft durch einen Zeilenumbruch (noch einmal) f\u00fcr&#8217;s Auge in zwei k\u00fcrzere Verse getrennt (So dreimal bei &#8222;Gier&#8217;ger Sand &#8230; Bruder!&#8220;); bis schlie\u00dflich am Schluss alle Verse vierhebige Troch\u00e4en sind, weiblichen Schlusses, solange der Gedanke noch andauert, m\u00e4nnlichen Schlusses, sobald der Gedanke zum Ende kommt.<\/p>\n<p>In ihrer Verbindung mit dem Inhalt sicherlich ganz gro\u00dfe Verskunst!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Seht den Felsenquell<br \/>\nFreudehell<br \/>\nWie ein Sternenblick!<br \/>\n\u00dcber Wolken<br \/>\nN\u00e4hrten seine Jugend<br \/>\nGute Geister<br \/>\nZwischen Klippen im Geb\u00fcsch.<\/p>\n<p>J\u00fcnglingfrisch<br \/>\nTanzt er aus der Wolke<br \/>\nAuf die Marmorfelsen nieder<br \/>\nJauchzet wieder<br \/>\nNach dem Himmel<\/p>\n<p>Durch die Gipfelg\u00e4nge<br \/>\nJagt er bunten Kieseln nach,<br \/>\nUnd mit fr\u00fchem F\u00fchrertritt<br \/>\nRei\u00dft er seine Bruderquellen<br \/>\nMit sich fort.<\/p>\n<p>Drunten werden in dem Tal<br \/>\nUnter seinem Fu\u00dftritt Blumen<br \/>\nUnd die Wiese<br \/>\nLebt von seinem Hauch.<\/p>\n<p>Doch ihn h\u00e4lt kein Schattental<br \/>\nKeine Blumen<br \/>\nDie ihm seine Knie umschlingen<br \/>\nIhm mit Liebesaugen schmeicheln<br \/>\nNach der Ebne dringt sein Lauf<br \/>\nSchlangewandelnd.<\/p>\n<p>B\u00e4che schmiegen<br \/>\nSich gesellig an<br \/>\nNun tritt er<br \/>\nIn die Ebne silberprangend<br \/>\nUnd die Ebne prangt mit ihm<br \/>\nUnd die Fl\u00fcsse von der Ebne<br \/>\nUnd die B\u00e4che von Geb\u00fcrgen<br \/>\nJauchzen ihm und rufen: Bruder!<br \/>\nBruder nimm die Br\u00fcder mit!<br \/>\nMit zu deinem alten Vater<br \/>\nZu dem ewgen Ozean<br \/>\nDer mit weitverbreiteten Armen<br \/>\nUnsrer wartet<br \/>\nDie sich ach vergebens \u00f6ffnen<br \/>\nSeine Sehnenden zu fassen<br \/>\nDenn uns frisst in \u00f6der W\u00fcste<br \/>\nGier\u00b4ger Sand<br \/>\nDie Sonne droben<br \/>\nSaugt an unserm Blut<br \/>\nEin H\u00fcgel<br \/>\nHemmet uns zum Teiche!<br \/>\nBruder!<br \/>\nNimm die Br\u00fcder von der Ebne<br \/>\nNimm die Br\u00fcder von Geb\u00fcrgen<br \/>\nMit zu deinem Vater mit.<\/p>\n<p>Kommt ihr alle! \u2013<br \/>\nUnd nun schwillt er<br \/>\nHerrlicher, ein ganz Geschlechte<br \/>\nTr\u00e4gt den F\u00fcrsten hoch empor<br \/>\nUnd im rollenden Triumphe<br \/>\nGibt er L\u00e4ndern Namen, St\u00e4dte<br \/>\nWerden unter seinem Fu\u00df.<\/p>\n<p>Unaufhaltsam rauscht er \u00fcber<br \/>\nL\u00e4sst der T\u00fcrme Flammengipfel<br \/>\nMarmorh\u00e4user eine Sch\u00f6pfung<br \/>\nSeiner F\u00fclle hinter sich.<\/p>\n<p>Zedernh\u00e4user tr\u00e4gt der Atlas<br \/>\nAuf den Riesenschultern, sausend<br \/>\nWehen \u00fcber seinem Haupte<br \/>\nTausend Segel auf zum Himmel<br \/>\nSeine Macht und Herrlichkeit.<\/p>\n<p>Und so tr\u00e4gt er seine Br\u00fcder<br \/>\nSeine Sch\u00e4tze, seine Kinder<br \/>\nDem erwartenden Erzeuger<br \/>\nFreudebrausend an das Herz.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Johann Wolfgang Goethes &#8222;Mahomets-Gesang&#8220; ist ein Text, der die Besch\u00e4ftigung sowohl inhaltlich als auch in Bezug auf die Entstehung lohnt; hier soll es aber vor allem um seinen Aufbau gehen. 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