{"id":3947,"date":"2015-03-07T00:34:17","date_gmt":"2015-03-06T23:34:17","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wababbel.de\/ferdi\/?p=3947"},"modified":"2015-03-07T00:40:34","modified_gmt":"2015-03-06T23:40:34","slug":"buecher-zum-vers-68","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/?p=3947","title":{"rendered":"B\u00fccher zum Vers (68)"},"content":{"rendered":"<p><strong>Peter Dronke: Die Lyrik des Mittelalters. Eine Einf\u00fchrung.<\/strong><\/p>\n<p>Nichts f\u00e4llt vom Himmel, die Dichtung nicht und die Gedichte auch nicht; sie haben eine Geschichte. Sich mit der zu besch\u00e4ftigen lohnt sich, und das knapp 300 Seiten starke Werk von Dronke ist ein guter Weg, sich mit ihrem mittelalterlichen Teil bekannt zu machen. Dabei bleibt Dronke immer dem einzelnen Beispiel verpflichtet, ohne jedoch das gro\u00dfe Ganze, f\u00fcr das er sich in ganz Europa umschaut, aus den Augen zu verlieren; und hat dar\u00fcber hinaus noch Zeit f\u00fcr die eine oder andere Kleinigkeit, die nicht unbedingt sein m\u00fcsste &#8230; Seite 17:<\/p>\n<p>Einmal zu Weihnachten, um 1066 herum, versuchten Erzbischof Adalbert von Hamburg und sein Klerus, die ausgelassenen Trinklieder, die der Sachsenherzog Magnus und seine Gesellschaft &#8222;in ihre Becher gr\u00f6lten&#8220; (<em>in poculis ulularent<\/em>), zu \u00fcbert\u00f6nen, indem sie antiphonisch dagegenan psalmodierten. Leider konnten der Herzog und seine Leute durchaus ihre Stellung halten, und Adalbert &#8222;schloss sich in seinen Andachtsraum ein und weinte bitterlich&#8220;.<\/p>\n<p>Der Arme.<\/p>\n<p>Das alles zusammen ergibt jedenfalls eine Menge an nachdenkenswertem und hilfreichem Stoff. Auf Seite 118 stellt Dronke zum Beispiel des K\u00fcrenbergers &#8222;Ich zoch mir einen valken &#8230;&#8220; vor, das jeder kennt, der schon mal mittelalterliche Texte gelesen hat. Deutlich unbekannter d\u00fcrfte ein serbisches Volkslied sein, das gleich darauf zu Vergleichszwecken herangezogen wird (S. 119):<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Falke sitzt auf der Stadt Saloniki,<br \/>\ngelb sind seine F\u00fc\u00dfe bis zum Gelenk,<br \/>\ngolden seine Fl\u00fcgel bis zur Schulter,<br \/>\nblutig sein Schnabel bis zu den Augen.<br \/>\nIhn fragen die M\u00e4dchen von Saloniki:<br \/>\n&#8222;O so Gott dir, grau-gr\u00fcner Falke,<br \/>\nwer hat die die F\u00fc\u00dfe gelb gemacht?<br \/>\nWer hat dir die Fl\u00fcgel vergoldet?<br \/>\nWer hat dir den Schnabel blutig gemacht?&#8220; &#8211;<br \/>\n&#8222;Lasst mich gehen, ihr M\u00e4dchen von Saloniki!<br \/>\nGedient habe ich einem guten Herren.<br \/>\nEr hatte drei T\u00f6chter:<br \/>\neine hat mir die F\u00fc\u00dfe gelb gemacht,<br \/>\ndie zweite hat mir die Fl\u00fcgel vergoldet,<br \/>\naber die dritte hat mir den Schnabel blutig gemacht.&#8220;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Aber auch das: ein bedenkenswerter Text.<\/p>\n<p>Erschienen ist der Band 1973 bei Beck!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Peter Dronke: Die Lyrik des Mittelalters. Eine Einf\u00fchrung. Nichts f\u00e4llt vom Himmel, die Dichtung nicht und die Gedichte auch nicht; sie haben eine Geschichte. Sich mit der zu besch\u00e4ftigen lohnt sich, und das knapp 300 Seiten starke Werk von Dronke ist ein guter Weg, sich mit ihrem mittelalterlichen Teil bekannt zu machen. 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