{"id":3971,"date":"2015-03-13T01:06:46","date_gmt":"2015-03-13T00:06:46","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wababbel.de\/ferdi\/?p=3971"},"modified":"2015-03-13T01:08:32","modified_gmt":"2015-03-13T00:08:32","slug":"erzaehlverse-der-blankvers-56","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/?p=3971","title":{"rendered":"Erz\u00e4hlverse: Der Blankvers (56)"},"content":{"rendered":"<p>Wie ein Vers klingt; das h\u00e4ngt auch immer von dem Zweck ab, zu dem er eingesetzt wird. Man vergleiche zum Beispiel die erz\u00e4hlenden Blankverse Gottfried Kellers aus <strong>(53)<\/strong> mit den folgenden desselben Verfassers, entnommen dem &#8222;Prolog zur Schillerfeier in Bern 1859&#8220;.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Zur h\u00f6chsten Freiheit f\u00fchrt allein die Sch\u00f6nheit;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>hei\u00dft es da zum Beispiel h\u00f6chst sentenzenhaft; und im Anschluss, einige Verse weiter:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Sie kl\u00e4rt des Priesters Wort zur reinen Liebe,<br \/>\nSie hellt dem Ratsmann trefflich den Verstand,<br \/>\nSie macht des Kriegers Waffen scharf und gl\u00e4nzend;<br \/>\nDem Werkmann adelt sie die harte Arbeit,<br \/>\nErhebt den Kaufmann \u00fcber die Gefahr,<br \/>\nSein Herz in seinen Sch\u00e4tzen zu begraben,<br \/>\nUnd sch\u00fctzt, wie vor dem Rost des rohen Geizes,<br \/>\nVor weichlicher Entnervung seinen Sinn;<br \/>\nUnd selbst der Leidenschaft, die nimmer stirbt,<br \/>\nNimmt sie das Gift, das zum Verderben f\u00fchrt.<br \/>\nUm alle windet sie ein Zauberband,<br \/>\nDas gleich uns macht im edlen Sinn des Wortes<br \/>\nWertvoll und f\u00e4hig zu der Freiheit Zwecken.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das klingt reichlich hochtrabend, aber es klingt nicht falsch; nicht im Zusammenhang einer Schillerfeier des 19. Jahrhunderts &#8230; Schiller! Wieder etwas weiter:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Sch\u00f6nheit ist&#8217;s, die Friedrich Schiller lehrt<br \/>\nUnd die mit eig&#8217;nen Tagen er gelebt,<br \/>\nDie jugendlich, ein sch\u00e4umender Alpenstrom,<br \/>\nDie erste Kraft in j\u00e4hem Felssprung \u00fcbt,<br \/>\nDann aber sich vertieft im klaren See<br \/>\nUnd auferstehend aus der Purpurnacht<br \/>\nDem Meer der Ewigkeit und der Vollendung<br \/>\nKraftvoll mit breiter Flut entgegenzieht!<\/p>\n<p>Ist uns ein Stern und F\u00fchrer nun vonn\u00f6ten,<br \/>\nDes Sch\u00f6nen Schule stattlich aufzubau&#8217;n:<br \/>\nEr ist der Mann!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Laut gelesen offenbaren diese Verse einen gro\u00dfen Schwung!?<\/p>\n<p>Ein Preislied wie dieses zu schreiben: ist keine einfache Sache. Aber der Versuch ist allemal lohnend, denn da liegen Ausdrucksm\u00f6glichkeiten verborgen, die sonst nirgendswo zu finden sind &#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie ein Vers klingt; das h\u00e4ngt auch immer von dem Zweck ab, zu dem er eingesetzt wird. 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