{"id":4592,"date":"2015-06-20T01:04:17","date_gmt":"2015-06-19T23:04:17","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wababbel.de\/ferdi\/?p=4592"},"modified":"2015-06-20T01:31:07","modified_gmt":"2015-06-19T23:31:07","slug":"buecher-zum-vers-76","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/?p=4592","title":{"rendered":"B\u00fccher zum Vers (76)"},"content":{"rendered":"<p><strong>Karl Ludwig Schneider:<\/strong><br \/>\n<strong>Klopstock und die Erneuerung der deutschen Dichtersprache im 18. Jahrhundert<\/strong><\/p>\n<p>Ein nicht allzu dicker Band von 140 Seinen, erschienen 1963 bei Winter, der einen Inhalt verhandelt, nicht nur geschichtlich von Bedeutung!<\/p>\n<p>&#8222;Klopstock selbst ist ein Geschenk, die einzige Gestalt gr\u00f6\u00dften Ma\u00dfes als Mensch der Sprache zwischen Luther und Goethe.&#8220; Dieses Wort findet sich in Ernst Kletts\u00a0 beim Verserz\u00e4hler schon kurz angesprochenen\u00a0 Vortrag <a href=\"http:\/\/www.wababbel.de\/ferdi\/2015\/04\/16\/erzaehlverse-der-hexameter-98\/\" target=\"_blank\">\u00dcber den deutschen Hexameter<\/a> und mag als Beispiel dienen f\u00fcr die Wertsch\u00e4tzung, die Friedrich Gottlieb Klopstock genie\u00dft, obwohl er heute nur noch wenig gelesen wird.<\/p>\n<p>Grund f\u00fcr diese Wertsch\u00e4tzung ist die von Schneider behandelte &#8222;Erneuerung der deutschen Dichtersprache&#8220;, die Klopstock als Einzelner geleistet hat und die zum Beispiel die Werke Goethes, Schillers, H\u00f6lderlins erst m\u00f6glich gemacht hat.<\/p>\n<p>Dazu geh\u00f6ren &#8222;Die Abgrenzung der poetischen von der prosaischen Sprachgestaltung&#8220; , so das Dritte Kapitel Schneiders, was ja eine bis heute immer neu zu entscheidende Frage ist:\u00a0 Welche Schnittmengen haben die poetische Sprache, die Sprache der Prosa und die Alltagssprache miteinander?!<\/p>\n<p>Klopstocks Antworten darauf stellt zum Beispiel das vierte Kapitel vor, &#8222;Das Stilprinzip der K\u00fcrze&#8220;, in dem Klopstocks Gebrauch von Simplex und Kompositum, seine Neuerungen in der Wortbildung, sein Gebrauch der Partizipien, sein Bestreben zur Intensivierung durch das Fortlassen von Artikeln, Pr\u00e4positionen und Konjunktionen und anderes mehr erkl\u00e4rt wird. \u00c4u\u00dferst lesenswert!<\/p>\n<p>Ein von Schneider besprochenes Beispiel ist Klopstocks Hang, das &#8222;und&#8220; zu vermeiden:<\/p>\n<p>Sieh, er kr\u00fcmmte sich, wand vergebens sich, nun noch zu leugnen,<br \/>\nDass Gott sei! Er br\u00fcllet&#8216; es, heulet&#8216; es; rang nach Vernichtung,<br \/>\nWinselte, raste nach ihr, griff aus mit der Sterbenden bangem<br \/>\nFurchtbaren Greifen nach ihr, und war! &#8230;<\/p>\n<p>&#8211; Messias, 16. Gesang, Verse 693-696. Schneider:<\/p>\n<p><em>Die konsequente Ellipse der Konjunktion in den Zeilen 693-695 erm\u00f6glicht es, sie in der letzten Zeile nun in einer Weise zur Anwendung zu bringen, die aus diesem bedeutungsarmen Wort ein Stilistikum von unvergleichlicher Wirkung macht, das den h\u00f6chsten Grad der Verzweiflung ausdr\u00fcckt. Man mag aus solchen Meistergriffen ersehen, dass Klopstock nie mechanisch auslie\u00df. Dadurch, dass er die Konjunktion &#8222;und&#8220; mied, wo immer es ang\u00e4ngig war, machte er sich das Wort frei f\u00fcr wichtige Ausdrucksfunktionen.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Karl Ludwig Schneider: Klopstock und die Erneuerung der deutschen Dichtersprache im 18. Jahrhundert Ein nicht allzu dicker Band von 140 Seinen, erschienen 1963 bei Winter, der einen Inhalt verhandelt, nicht nur geschichtlich von Bedeutung! &#8222;Klopstock selbst ist ein Geschenk, die einzige Gestalt gr\u00f6\u00dften Ma\u00dfes als Mensch der Sprache zwischen Luther und Goethe.&#8220; Dieses Wort findet&#8230; <a class=\"more-link\" href=\"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/?p=4592\">Read More <span class=\"screen-reader-text\"> in B\u00fccher zum Vers (76)<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":15,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[],"tags":[],"class_list":["post-4592","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4592","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/15"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=4592"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4592\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4596,"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4592\/revisions\/4596"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=4592"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=4592"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=4592"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}