{"id":4906,"date":"2015-08-08T00:57:13","date_gmt":"2015-08-07T22:57:13","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wababbel.de\/ferdi\/?p=4906"},"modified":"2015-08-08T20:12:23","modified_gmt":"2015-08-08T18:12:23","slug":"buecher-zum-vers-79","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/?p=4906","title":{"rendered":"B\u00fccher zum Vers (79)"},"content":{"rendered":"<p><strong>Eduard Belling: Die Metrik Schillers<\/strong><\/p>\n<p>Ein altes Werk, erschienen 1883 bei Koebner, und daher an vielen Stellen nicht mehr ganz auf der H\u00f6he der Zeit; aber die knapp 350 Seiten enthalten trotzdem noch genug Nachdenkenswertes! Gegenstand der Betrachtung sind die Werke Friedrich Schillers, deren metrischer Aufbau aufs genaueste durchleuchtet wird.<\/p>\n<p>Als Beispiel kann die Verteilung von &#8222;m\u00e4nnlichen&#8220; (betonte Schluss-Silbe) und &#8222;weiblichen&#8220; (unbetonte Schluss-Silbe) Blankversen dienen; dazu sagt Belling, dort, wo die eine Art in betr\u00e4chtlichem Umfang vorherrsche, entstehe dadurch ein sp\u00fcrbarer Ausdruckswert. <em>Wallensteins Tod<\/em> hat am Schluss des zweiten Aktes, in der Szene, in der Max und Octavio Piccolomini sich trennen,\u00a0 57 Blankverse mit weiblichem Ausgang, aber nur 23 mit m\u00e4nnlichem; das &#8222;passe recht gut zu dem elegischen Ton, der durch die ganze Szene klingt&#8220;. Das ist sicher eine \u00dcberlegung wert &#8211; ich gebe einige Verse, von Max gesprochen, damit man sich ein Bild machen kann:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Oh! w\u00e4rst du wahr gewesen und gerade,<br \/>\nNie kam es dahin, alles st\u00fcnde anders!<br \/>\nEr h\u00e4tte nicht das Schreckliche getan,<br \/>\nDie Guten h\u00e4tten Kraft bei ihm behalten,<br \/>\nNicht in der Schlechten Garn w\u00e4r\u2018 er gefallen.<br \/>\nWarum so heimlich, hinterlistig lauernd<br \/>\nGleich einem Dieb und Diebeshelfer schleichen?<br \/>\nUnsel\u2019ge Falschheit! Mutter alles B\u00f6sen!<br \/>\nDu jammerbringende, verderbest uns!<br \/>\nWahrhaftigkeit, die reine, h\u00e4tt\u2018 uns alle,<br \/>\nDie welterhaltende, gerettet. Vater!<br \/>\nIch kann dich nicht entschuldigen, ich kann\u2019s nicht.<br \/>\nDer Herzog hat mich hintergangen, schrecklich,<br \/>\nDu aber hast viel besser nicht gehandelt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&#8211; Nur zwei m\u00e4nnlich endede Verse, so dass die angesprochene Wirkung hier deutlich werden m\u00fcsste?! Hm. Wer nicht Bellings Meinung ist und den Weg seiner Gedanken f\u00fcr nicht geradlinig h\u00e4lt, kann das immerhin mit Max&#8216; Vers, der den obigen unmittelbar vorausgeht, zum Ausdruck bringen:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Dein Weg ist krumm, er ist der meine nicht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der dann, passenderweise, nicht weiblich, sondern m\u00e4nnlich schlie\u00dft &#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eduard Belling: Die Metrik Schillers Ein altes Werk, erschienen 1883 bei Koebner, und daher an vielen Stellen nicht mehr ganz auf der H\u00f6he der Zeit; aber die knapp 350 Seiten enthalten trotzdem noch genug Nachdenkenswertes! 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