{"id":497,"date":"2014-01-08T01:05:39","date_gmt":"2014-01-07T23:05:39","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wababbel.de\/ferdi\/?p=497"},"modified":"2014-01-08T01:25:24","modified_gmt":"2014-01-07T23:25:24","slug":"erzaehlformen-das-distichon-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/?p=497","title":{"rendered":"Erz\u00e4hlformen: Das Distichon (2)"},"content":{"rendered":"<p>Schon ein Hexameter ist ein weiter Raum, der durchaus eine kleine Geschichte fasst; im Distichon verdoppelt sich dieser Raum beinahe, und sp\u00e4testens zwei Distichen bieten dem Erz\u00e4hler mehr als genug Platz! Ich versuche das an einem kleinen Doppel-Distichon zu zeigen, bei dem ich allerdings nicht genau wei\u00df, ob es von Johann Heinrich Voss stammt oder von dessen Schwager Heinrich Christian Boie &#8230;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Die Zerstreuten<\/strong><\/p>\n<p>Zween tiefsinnige Freunde besprechen sich, Peter und Otto,<br \/>\nUnd in Gedanken kratzt Otto den Peter am Arm.<br \/>\nPeter fragt in Gedanken: &#8222;Was kratzest Du?&#8220; Kratzend erwidert<br \/>\nOtto: &#8222;Mir juckte der Arm.&#8220; Peter versetzte: &#8222;Je so!&#8220;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Vielleicht keine \u00fcberragend gute Geschichte (mir gef\u00e4llt sie); aber eine Geschichte, mit Dialog und allem! Und sie zeigt auch schon, dass, wenn ein Text mehrere Distichen umfasst, das einzelne Distichon trotzdem als Einheit erhalten bleibt; denn so gut wie immer wird ein neuer Gedanke (was in der Regel meint: ein neuer Satz) in einem der Hexameter begonnen und in einem der Pentameter beschlossen. Der umgekehrte Fall &#8211; Beginn im Pentameter, Schluss im folgenden Hexameter &#8211; tritt so gut wie nie auf!<\/p>\n<p>Ich schreibe noch schnell das gesamte Silbenbild hin; der n\u00e4chste Text wird wieder ein wenig l\u00e4nger sein, ab da m\u00f6chte ich es mir dann sparen beziehungsweise nur noch auf besondere Stellen eingehen!<\/p>\n<p>X x \/ X x x \/ X x <span style=\"color: #ff0000\">||<\/span> x \/ X x x \/ X x x \/ X x<br \/>\nX x x \/ X x \/ X <span style=\"color: #ff0000\">||<\/span> X x x \/ X x x \/ X<br \/>\nX x \/ X x x \/ X x <span style=\"color: #ff0000\">||<\/span> x \/ X x x \/ X x x \/ X x<br \/>\nX x x \/ X x x \/ X <span style=\"color: #ff0000\">||<\/span> X x x \/ X x x \/ X<\/p>\n<p><strong>Zween<\/strong> tief- \/ <strong>sin<\/strong>nige \/ <strong>Freun<\/strong>de <span style=\"color: #ff0000\">||<\/span> be- \/ <strong>spre<\/strong>chen sich, \/ <strong>Pe<\/strong>ter und \/ <strong>Ot<\/strong>to,<br \/>\n<strong>Und<\/strong> in Ge- \/ <strong>dan<\/strong>ken \/ <strong>kratzt<\/strong> <span style=\"color: #ff0000\">||<\/span> <strong>Ot<\/strong>to den \/ <strong>Pe<\/strong>ter am \/ <strong>Arm<\/strong>.<br \/>\n<strong>Pe<\/strong>ter \/ <strong>fragt<\/strong> in Ge- \/ <strong>dan<\/strong>ken: <span style=\"color: #ff0000\">||<\/span> &#8222;Was \/ <strong>krat<\/strong>zest Du?&#8220; \/ <strong>Krat<\/strong>zend er- \/ <strong>wi<\/strong>dert<br \/>\n<strong>Ot<\/strong>to: &#8222;Mir \/ <strong>juc<\/strong>kte der \/ <strong>Arm<\/strong>.&#8220; <span style=\"color: #ff0000\">||<\/span> <strong>Pe<\/strong>ter ver- \/ s<strong>et<\/strong>zte: &#8222;Je \/ <strong>so<\/strong>!&#8220;<\/p>\n<p>Das einig etwas auff\u00e4llige ist wohl das &#8222;<strong>Zween<\/strong> tief- \/ <strong>sin<\/strong>nige&#8220; gleich am Anfang des ersten Verses?! Da steht die eigentlich schw\u00e4chere Silbe &#8222;Zween&#8220; auf einer Hebungsstelle, und die eigentlich st\u00e4rkere Silbe &#8222;tief-&#8220; auf einer Senkungsstelle. Am besten, man betont alle drei Silben im Vortrag gleich stark, eine Art &#8222;schwebender Betonung&#8220;?!<\/p>\n<p>Inhaltlich wundert mich schon immer die Vergangenheitsform &#8222;versetzte&#8220; des letzten Verses. Die k\u00f6nnte man ja auch einfach umgehen &#8211; &#8222;entgegnet&#8220;, oder \u00e4hnliches?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schon ein Hexameter ist ein weiter Raum, der durchaus eine kleine Geschichte fasst; im Distichon verdoppelt sich dieser Raum beinahe, und sp\u00e4testens zwei Distichen bieten dem Erz\u00e4hler mehr als genug Platz! 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