{"id":4989,"date":"2015-08-23T00:21:15","date_gmt":"2015-08-22T22:21:15","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wababbel.de\/ferdi\/?p=4989"},"modified":"2015-09-08T17:55:47","modified_gmt":"2015-09-08T15:55:47","slug":"mit-versen-erzaehlen-4","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/?p=4989","title":{"rendered":"Mit Versen erz\u00e4hlen!? (4)"},"content":{"rendered":"<p>Wie verbindet sich nun der Vers mit dem, was in <strong>(3)<\/strong> grunds\u00e4tzliches zum Epos gesagt wurde?! Zum einen \u00fcber die genannte Grundannahme, den &#8222;Rhapsoden&#8220; und seinen m\u00fcndlichen Vortrag, gerichtet an einen Kreis von Zuh\u00f6rern. Dazu schrieb Hans Steckner 1927:<\/p>\n<p>&#8222;Um echte epische Form zu begreifen, m\u00fcssen wir uns den rhapsodischen Vortrag anschaulich vorstellen: stilisierten, musikalisch-rhythmischen, mehr oder weniger feierlichen Vortrag als eine \u00f6ffentliche Angelegenheit.&#8220;<\/p>\n<p>Und:<\/p>\n<p>&#8222;Das strenge k\u00fcnstlerische Symbol daf\u00fcr ist der <em>Vers<\/em>, die rhythmische Gebundenheit.&#8220;<\/p>\n<p>Damit sind Vers und Epos verkn\u00fcpft. Aus dieser Verbindung ergibt sich dann eine Wirkung, die sich mit dem deckt, was in <strong>(3)<\/strong> Schlegel \u00fcber das Wesen des Epos angemerkt hat. Steckner:<\/p>\n<p>&#8222;Der strengen rhythmischen &#8211; stichischen oder strophischen &#8211; Gebundenheit des Epos entspricht eine mehr oder minder f\u00f6rmliche Schwere, ja Schwerf\u00e4lligkeit des sprachlichen Gef\u00fcges, eine mehr oder minder zeremonielle Zucht des Ausdrucks, ein klingendes festliches Pathos der Stimme, ein verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig ausgeglichenes Tempo, eine ruhigere, harmonischere, sozusagen umst\u00e4ndlichere F\u00fchrung der inneren Linien. Das ungeheure Gleichma\u00df des Verses, sei es der kraftvolle Bogenschwung unz\u00e4hliger Strophen, seien es die unzertrennbaren Kettenglieder der Terzine oder der ruhig rollende Wellenschlag des Hexameters, diese gro\u00dfartig feierliche Einf\u00f6rmigkeit wirkt auf den gesamten Stil und breitet sich k\u00fchlend, kl\u00e4rend, distanzierend, als ein ornamentaler Zwang \u00fcber die Welt der epischen Stoffe.&#8220;<\/p>\n<p><em>K\u00fchlend, kl\u00e4rend, distanzierend<\/em> &#8211; das scheint mir entscheidende\u00a0 Wirkung des Verses in Bezug auf das Epos?! Man erinnere sich: &#8222;Das Epos ist die Darstellung des rein Objektiven&#8220;, sagte Schlegel.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend Steckner hier einige M\u00f6glichkeiten der Versgestaltung anf\u00fchrt, sind die Dinge f\u00fcr Schlegel diesbez\u00fcglich eindeutiger. Er schreibt in &#8222;Vom Epos&#8220;:<\/p>\n<p>&#8222;Das epische Silbenma\u00df ist der Hexameter, der durch seine gleiche Taktart der Ruhe, durch seinen zwischen Fall und Schwung gleich gemessenen Rhythmus der unbestimmten Richtung,\u00a0 durch seinen unersch\u00f6pflichen Wechsel dem Umfange, und durch seine leichten und immer wieder verschiedenen \u00dcberg\u00e4nge aus einem Verse in den anderen der Grenzenlosigkeit des Epos entspricht. Er ist schwebend, stetig, zwischen Verweilen und Fortschreiten gleich gewogen, und kann deswegen, ohne zu erm\u00fcden, den H\u00f6rer auf einer mittleren H\u00f6he in ungemessene Weiten forttragen.&#8220;<\/p>\n<p>Und damit sind Epos und Hexameter verkn\u00fcpft &#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie verbindet sich nun der Vers mit dem, was in (3) grunds\u00e4tzliches zum Epos gesagt wurde?! 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