{"id":5202,"date":"2015-10-06T01:55:58","date_gmt":"2015-10-05T23:55:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wababbel.de\/ferdi\/?p=5202"},"modified":"2015-10-06T01:56:16","modified_gmt":"2015-10-05T23:56:16","slug":"erzaehlverse-der-hexameter-119-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/?p=5202","title":{"rendered":"Erz\u00e4hlverse: Der Hexameter (119)"},"content":{"rendered":"<p>Die &#8222;Deutsche Literaturgeschichte f\u00fcr Lehrer&#8220; von Hilmar Grundmann (Heinz 2001) ist ein angenehm zu lesendes Buch, nicht zuletzt, weil es auch\u00a0 &#8230; eher unbekannte Einzelheiten enth\u00e4lt! So erf\u00e4hrt man anl\u00e4sslich Goethes &#8222;Hermann und Dorothea&#8220;:<\/p>\n<p>&#8222;Diese ganz im epischen Stile Homers geschriebene Erz\u00e4hlung wurde von den Zeitgenossen Goethes eher kritisch aufgenommen. Das lag daran, dass die damaligen Leser in diesem Werk eher eine Nachahmung jener kleinen epischen Dichtung sahen, die Luise von Voss im Jahre 1795 herausgebracht hatte und die in der Tat einige Idyllen enthielt, die sich in &#8218;Hermann und Dorothea&#8216; wiederfinden.&#8220; (S. 171)<\/p>\n<p>Hm. &#8222;Luise von Voss&#8220;?! Die gab es wirklich, aber ich denke, hier ist eher die &#8222;Luise&#8220; gemeint, das &#8222;l\u00e4ndliche Gedicht in drei Idyllen&#8220; von Johann Heinrich Voss. Und die war Goethes Zeitgenossen in der Tat lieb und wert. Was heutzutage nicht mehr ganz einleuchtet:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Als nun rings im Gesang die kristallenen Kl\u00e4nge melodisch<br \/>\nKlingelten, pl\u00f6tzlich erscholl mit schmetterndem Hall vor dem Fenster<br \/>\nGeig&#8216; und Horn und Trompete zugleich und polternder Brummbass,<br \/>\nEine Sonat&#8216; abrauschend, im Sturz unb\u00e4ndigen, scharfen,<br \/>\nJ\u00e4hen Get\u00f6ns, als kracht&#8216; einschlagender Donner aus blauem<br \/>\nHimmel herab, als braust&#8216; in den splitternden Wald ein Orkan her;<br \/>\nDenn an dem Hoftor hatten die Musiker leise gestimmet,<br \/>\nDass unversehns aufgellte zum Gru\u00df ein beherztes Allegro,<br \/>\nEinge\u00fcbt, wie freier Erguss tonreicher Empfindung.<br \/>\nSo wie der T\u00f6n&#8216; Aufruhr sich emp\u00f6rete, klirrten die Fenster<br \/>\nRingsum, dr\u00f6hnte die Stub&#8216; und summt&#8216; im Klaviere der Nachklang.<br \/>\nJen&#8216; um den Tisch frohlockten vor Lust, und alle noch einmal<br \/>\nKlingten sie: Hoch, hoch lebe der Br\u00e4utigam! Lebe die Braut hoch!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&#8211; Aus der letzten der drei Idyllen, und es l\u00e4sst sich nicht leugnen: Das bleibt (im Gegensatz zu &#8222;Hermann und Dorothea&#8220;!) besser ungelesen. Au\u00dfer selbstverst\u00e4ndlich, man besch\u00e4ftigt sich tiefergehend mit dem Hexameter; dann kommt man an einer l\u00e4ngeren Dichtung in diesem Ma\u00df, geschrieben von einem, der auf die Ausbildung des deutschen Hexameters gr\u00f6\u00dften Einfluss hatte, nicht vorbei. Auch wegen der rhythmischen Sch\u00f6nheit und Kraft, die unter all dem inhaltlichen Geschwurbel immer zu vernehmen ist:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Aber es freute sich Karl des schreienden Wassergefl\u00fcgels<br \/>\n\u00dcber dem Holm, und des Hechts, der begl\u00e4nzt vom Abend emporsprang,<br \/>\nUnd wie die M\u00f6w&#8216; hochher auf den Fisch abst\u00fcrzete rauschend.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die &#8222;Deutsche Literaturgeschichte f\u00fcr Lehrer&#8220; von Hilmar Grundmann (Heinz 2001) ist ein angenehm zu lesendes Buch, nicht zuletzt, weil es auch\u00a0 &#8230; eher unbekannte Einzelheiten enth\u00e4lt! So erf\u00e4hrt man anl\u00e4sslich Goethes &#8222;Hermann und Dorothea&#8220;: &#8222;Diese ganz im epischen Stile Homers geschriebene Erz\u00e4hlung wurde von den Zeitgenossen Goethes eher kritisch aufgenommen. 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