{"id":5282,"date":"2015-10-22T00:31:30","date_gmt":"2015-10-21T22:31:30","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wababbel.de\/ferdi\/?p=5282"},"modified":"2015-10-22T08:33:07","modified_gmt":"2015-10-22T06:33:07","slug":"erzaehlverse-der-hexameter-124","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/?p=5282","title":{"rendered":"Erz\u00e4hlverse: Der Hexameter (124)"},"content":{"rendered":"<p>Die Ilias-\u00dcbersetzung von Johann Heinrich Vo\u00df ist mir noch immer die liebste. Nicht durchg\u00e4ngig, und nicht an allen Stellen; aber \u00fcber den gesamten Text gesehen ganz sicher. Im f\u00fcnften Gesang, 855-863, begegnet Diomedes dem Gott Ares, kann ihn aber mit gleichfalls g\u00f6ttlicher Hilfe von Athene verwunden &#8211; Ares wirft die Lanze, Athene wehrt sie ab, Diomedes wirft im Gegenzug, Athene lenkt die Lanze ins Ziel:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Jetzo erhub sich auch jener, der Rufer im Streit Diomedes,<br \/>\nMit erzblinkender Lanz, und es dr\u00e4ngte sie Pallas Athene<br \/>\nGegen die Weiche des Bauchs, wo die eherne Binde sich anschloss;<br \/>\nDorthin traf und zerriss ihm die sch\u00f6ne Haut Diomedes,<br \/>\nZog dann die Lanze zur\u00fcck. Da br\u00fcllte der eherne Ares,<br \/>\nWie wenn zugleich neuntausend daherschrien, ja zehntausend<br \/>\nR\u00fcstige M\u00e4nner im Streit, zu schrecklichem Kampf sich begegnend.<br \/>\nRings nun erbebte das Volk der Troer umher und Achaier,<br \/>\nVoll von Angst; so br\u00fcllte der rastlos w\u00fctende Ares.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Rudolf Alexander Schr\u00f6der hat viel sp\u00e4ter 859-861 so \u00fcbersetzt (zu finden in der Suhrkamp-Ausgabe von 1952, Seite 133):<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Gleich aber zog er ihn wieder heraus. &#8211; Der eherne Ares<br \/>\nSchrie, Neuntausenden gleich, Zehntausenden, wenn sie mit Schlachtruf<br \/>\nGegeneinander zum Streit aufstehn, vom Ares befeuert.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&#8222;Ihn&#8220; &#8211; Schr\u00f6der hat &#8222;Speer&#8220;, nicht &#8222;Lanze&#8220; wie Vo\u00df. Nun wei\u00df ich nicht wirklich, welche Fassung im Sinne einer gelungenen Homer-\u00dcbersetzung die bessere ist; Aber das &#8222;Schrie&#8220; in den neuen Vers zu ziehen, hat einige Wirkung (das ein Wortfu\u00df aus einer Einzell\u00e4nge hier sehr auff\u00e4llt, wusste aber auch Vo\u00df schon!), und die beiden\u00a0 <span style=\"color: #ff0000\">\u2014 \u2014 \u25e1 \u25e1<\/span>, sprich: die beiden &#8222;Ioniker a maiore&#8220; &#8222;Neuntausenden&#8220;, der noch ein wenig verundeutlicht durch das &#8222;gleich&#8220;, und, reinen Klangs: &#8222;Zehntausenden&#8220; klingen sehr beeindruckend!<\/p>\n<p>An dieser Stelle also: Vorteil Schr\u00f6der! F\u00fcr den gesamten Ausschnitt gilt aber, was f\u00fcr die ganze Ilias gilt: Vo\u00df macht es besser.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Ilias-\u00dcbersetzung von Johann Heinrich Vo\u00df ist mir noch immer die liebste. 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