{"id":548,"date":"2014-01-13T01:40:10","date_gmt":"2014-01-12T23:40:10","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wababbel.de\/ferdi\/?p=548"},"modified":"2014-01-13T02:50:24","modified_gmt":"2014-01-13T00:50:24","slug":"das-koenigreich-von-sede-18","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/?p=548","title":{"rendered":"Das K\u00f6nigreich von Sede (18)"},"content":{"rendered":"<p>&#8222;Schemel, du des alten K\u00f6nigs<br \/>\nAlter Narr: Da das Geschirr nun<br \/>\nAbgetragen wird und alle<br \/>\nSatt sind, satt und wohlig m\u00fcde &#8211;<br \/>\nMagst du uns, den Tag zu schlie\u00dfen,<br \/>\nNicht die alten Lieder singen?&#8220;<br \/>\nSchemel griff nach seiner Laute,<br \/>\nSchloss die Augen und besann sich,<br \/>\nW\u00e4hlte aus den vielen Liedern,<br \/>\nDrin das Fr\u00fcher wohl bewahrt ist,<br \/>\nEines aus, <em>Der alte Weise<\/em>,<br \/>\nDas den H\u00f6rern wohl vertraut war,<br \/>\nUnd lie\u00df seine Stimme schallen.<\/p>\n<p><em>Schaukelstuhl, der alte Weise,<br \/>\nTrat zur Wiege eines Jungen,<br \/>\nSah ihn an und klagte leise:<br \/>\n&#8222;Kleiner Prinz, mit deinen Taten<br \/>\nWillst du Gutes, doch mi\u00dflungen<br \/>\nIst die Zukunft dir schon heute.<br \/>\nAch ihr Zeiten, ach ihr Leute,<br \/>\nAch ihr Welten seid verraten!&#8220;<\/p>\n<p>Da begann das Kind zu weinen:<br \/>\n&#8222;Soll mir also nichts gelingen?<br \/>\nWerde ich denn nichts vollbringen,<br \/>\nWas die S\u00e4nger preisen werden?<br \/>\nWarum hast du mich geboren,<br \/>\nK\u00f6nigin, ein Fluch den Meinen!<br \/>\nBin ich wirklich auserkoren<br \/>\nAllen Fluch zu sein auf Erden?&#8220;<\/p>\n<p>Schaukelstuhl, der alte Weise,<br \/>\nFand die K\u00f6nigin im Garten,<br \/>\nSah sie an und klagte leise:<br \/>\n&#8222;Majest\u00e4t, tiefschwarze Saaten<br \/>\nRuhen in dem Knaben, warten,<br \/>\nWollen ihn ins Ungl\u00fcck leiten.<br \/>\nAch ihr Welten, ach ihr Zeiten,<br \/>\nAch ihr Leute seid verraten!&#8220;<\/p>\n<p>Da begann die Frau zu weinen:<br \/>\n&#8222;Keine Schuld, von der wir wissen,<br \/>\nNichts, das wir bedauern m\u00fcssen,<br \/>\nTrotzdem soll das Gl\u00fcck ihn meiden?<br \/>\nUnter all den M\u00e4nnern, Frauen<br \/>\nDieses Landes gibt es keinen,<br \/>\nDer dem Gott mit mehr Vertrauen<br \/>\nDient, und wir, wir m\u00fcssen leiden?&#8220;<\/p>\n<p>Schaukelstuhl, der alte Weise,<br \/>\nStarb und kam in Donmas Hallen,<br \/>\nSah ihn an und klagte leise:<br \/>\n&#8222;Viele Menschen flehten, baten,<br \/>\nTaten viel, dir zu gefallen \u2013<br \/>\nWillst du\u2019s ihnen nicht vergelten?<br \/>\nAch ihr Leute, ach ihr Welten,<br \/>\nAch ihr Zeiten seid verraten!&#8220;<\/p>\n<p>Da begann der Gott zu weinen:<br \/>\n&#8222;Hilfe w\u00fcrd ich gerne bringen<br \/>\nAll den Menschen, die da singen,<br \/>\nDie da beten, lauthals flehen,<br \/>\nHoffen auf des Gottes Segen,<br \/>\nIn den Tempeln, vor den Schreinen:<br \/>\nDoch das Schicksal steht dagegen,<br \/>\nNur sein Wille wird geschehen.&#8220;<\/p>\n<p>Schaukelstuhl, der ewig weise,<br \/>\nWard geboren, hob die Augen,<br \/>\nSah die Welt und klagte leise:<br \/>\n&#8222;Kein Gedanke, keine Taten,<br \/>\nKein Gebet kann etwas taugen,<br \/>\nDenn wir sind des Schicksals Beute.<br \/>\nAch ihr Zeiten, ach ihr Leute,<br \/>\nAch ihr Welten seid verraten!&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Schemel lie\u00df das Lied verklingen,<br \/>\nLeise in die Nacht verklingen,<br \/>\nUnd die G\u00e4ste sa\u00dfen schweigsam,<br \/>\nStill bedenkend, was der Vorzeit<br \/>\nWeiser Rat f\u00fcr sie bedeute:<br \/>\nLange Zeit im weiten Dunkel.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Schemel, du des alten K\u00f6nigs Alter Narr: Da das Geschirr nun Abgetragen wird und alle Satt sind, satt und wohlig m\u00fcde &#8211; 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