{"id":6244,"date":"2016-06-05T00:56:29","date_gmt":"2016-06-04T22:56:29","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wababbel.de\/ferdi\/?p=6244"},"modified":"2016-06-05T01:00:22","modified_gmt":"2016-06-04T23:00:22","slug":"erzaehlverse-der-hexameter-145","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/?p=6244","title":{"rendered":"Erz\u00e4hlverse: Der Hexameter (145)"},"content":{"rendered":"<p>Das 19. Jahrhundert hat Dutzende Hexameter-Texte hervorgebracht, die heute niemandem mehr zumutbar sind; einer davon ist &#8222;Hermann der Cherusker. Ein Heldengedicht in zw\u00f6lf Ges\u00e4ngen&#8220; von Georg Christian Braun, erschienen 1819. Irgendein Ansatzpunkt f\u00fcr sinnvolles Nachdenken findet sich aber doch immer &#8211; hier ist es eine Rezension aus der\u00a0 &#8222;Allgemeinen Literatur-Zeitung&#8220; von 1821, in der in Bezug auf die Versbewegung unter anderem behauptet wird:<\/p>\n<p><em>Auch ist es nicht gut, wenn nach einem daktylischen Anfang ein Spondeus, der nicht einmal ein voller ist, wieder einem nachfolgenden Daktylus vorangeht, wie es in mehreren Hexametern des Verfassers der Fall ist:<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Stumm<\/strong> und der \/ <strong>Va<\/strong>ter \/ <strong>wan<\/strong>delt f\u00fcr \/ <strong>sich<\/strong> <span style=\"color: #ff0000\">||<\/span> den \/ <strong>schwei<\/strong>genden \/ <strong>Weg<\/strong> fort<\/em><\/p>\n<p><em>\u2014 \u25e1 \u25e1 \/ \u2014 \u25e1 \/ \u2014 \u25e1 \u25e1 \/ \u2014 <span style=\"color: #ff0000\">||<\/span> \u25e1 \/ \u2014 \u25e1 \u25e1 \/ \u2014 \u25e1<\/em><\/p>\n<p>Hm &#8211; das ist mir g\u00e4nzlich neu &#8230; Aber gut, schauen wir mal; das wird beim k\u00fcnftigen Lesen der wichtigen, weil guten und wirksamen Hexameter-Texte mitgedacht, und dann wird sich ja zeigen, wie das die &#8222;Gro\u00dfen&#8220; gehandhabt haben!<\/p>\n<p>Hier f\u00fcr&#8217;s erste noch einige Hexameter vom Anfang des &#8222;Heldengedichts&#8220; &#8211; Hermann kehrt aus Rom in die Heimat zur\u00fcck und kommt zum Hain und zu den Gr\u00e4bern der V\u00e4ter:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Eichen waren gepflanzt auf jeglichem H\u00fcgel und alt war<br \/>\nMancher Baum, und dem Baum entweheten Schauer der Geister.<br \/>\nUm die H\u00fcgel schweben sie her in mondlicher D\u00e4mmrung,<br \/>\nS\u00e4useln bewegliche Wipfel hindurch, und wie menschliche Laute<br \/>\nKlingen zuweilen dem lauschenden Ohr die geistigen T\u00f6ne.<br \/>\nWie wenn Harfen gelehnet am Baum (es schlafen die S\u00e4nger<br \/>\nNach durchk\u00e4mpfeter Schlacht im weichen Moose daneben)<br \/>\nSingen von selbst, als ob beseelende Hand sie ber\u00fchrte:<br \/>\nSo war der Geister Gefl\u00fcster umher in den Wipfeln, und Hermann<br \/>\nH\u00f6rt es mit R\u00fchrung des Sinns, und ging ins Innre, voll Wehmut,<br \/>\nSetzte sich hin auf das frischeste Grab, von der Ahnung ergriffen,<br \/>\nOb nicht vielleicht der Vater ihm hier, der gealterte, ruhte,<br \/>\nDen der Schmerz um die Knechtschaft des Volks zu der stillen Behausung<br \/>\nEwiger Freiheit gef\u00fchrt. (&#8230;)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Vom Versbau her gibt es da nicht viel zu beanstanden, was auch die angef\u00fchrte Rezension anerkennt:<\/p>\n<p><em>Doch auch dieser Tadel kann das Lob keineswegs aufheben, das wir der Sorgfalt und der Kunst widmen m\u00fcssen, welche der Verfasser auch von dieser Seite her seinem Gedichte gr\u00f6\u00dftenteils gewidmet hat.<\/em><\/p>\n<p>Inhaltlich aber, hm: ist da vieles umst\u00e4ndlich-beh\u00e4biges, was einem heutigen Leser ziemlich aus der Bahn wirft: &#8222;R\u00fchrung des Sinns&#8220;, sowas. Und auch die Begeisterung f\u00fcr &#8222;Hermann den Cherusker&#8220; und das Germanische, die doch eher eine zeitgebundene des 19. Jahrhunderts war, vermittelt sich heute nicht mehr.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das 19. Jahrhundert hat Dutzende Hexameter-Texte hervorgebracht, die heute niemandem mehr zumutbar sind; einer davon ist &#8222;Hermann der Cherusker. 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