{"id":6278,"date":"2016-06-11T00:06:56","date_gmt":"2016-06-10T22:06:56","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wababbel.de\/ferdi\/?p=6278"},"modified":"2016-06-11T00:09:21","modified_gmt":"2016-06-10T22:09:21","slug":"homer-begeisterung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/?p=6278","title":{"rendered":"Homer-Begeisterung"},"content":{"rendered":"<p>Homer ist auch heute noch ein bekannter und gro\u00dfer Name; trotzdem macht man sich schwer eine Vorstellung, wieviel er den Gebildeten des sp\u00e4ten 18. Jahrhunderts bedeutet hat &#8211; und da besonders: den Dichtern.<\/p>\n<p>Ich bin heute wieder einmal daran erinnert worden, als ich in Friedrich Gottlieb Klopstocks Briefen gelesen habe und dabei in einem von Klopstock an <span class=\"spaced\">Gottlob Friedrich Ernst <span class=\"expan\" title=\"S.\">Sch\u00f6nborn<\/span><\/span> gerichteten Brief vom 8.8.1776 diese Stelle fand &#8211; es geht dabei, mehr oder weniger, um das Baden in der Ostsee:<\/p>\n<p><em>Stolberg deklamierte einmal Verse aus Homeren (bald aus dem Originale, bald aus seiner \u00dcbersetzung); und ich machte die Gestus dazu, auf der Fl\u00e4che des Wassers n\u00e4mlich und ihm oft ins Gesicht. Wenn er es mit Poseidaonen zu laut machte und es gar selbst sein wollte, so bekam er solche Wellen ins Gesicht, dass er fliehen musste.<\/em><\/p>\n<p>Homer deklamieren, im Original, w\u00e4hrend des Badens?! Hm. Stolberg, das ist: Friedrich Leopold Graf zu Stolberg, hat aber nicht nur Homers Ilias \u00fcbersetzt, sondern den griechischen Epiker auch in eigenen Gedichten behandelt. Der Anfang von &#8222;Homer&#8220; (1775):<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Heil dir, Homer!<br \/>\nFreudiger, entflammter, weinender Dank<br \/>\nBebt auf der Lippe,<br \/>\nSchimmert im Auge,<br \/>\nTr\u00e4ufelt wie Tau<br \/>\nHinab in deines Gesanges heiligen Strom!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das ist nun allerdings ein Tonfall, der dem 21. Jahrhundert sehr fremd geworden ist &#8230; Ganz anders, und heutigen Ohren wohl auch verst\u00e4ndlicher, klingt ein Jahr sp\u00e4ter (also 1776, das Jahr, in dem auch Klopstock seinen Brief schrieb) die erste Strophe von &#8222;Bei Homers Bilde&#8220;:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Du guter, alter, blinder Mann,<br \/>\nWie ist mein Herz dir zugetan!<br \/>\nNimm dieses Herzens hei\u00dfen Dank<br \/>\nF\u00fcr deinen g\u00f6ttlichen Gesang.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Da spricht eine gro\u00dfe Liebe und Begeisterung; und wenn man sich Stolbergs Ilias anschaut, findet man dort \u00e4hnliches. Die Zeit ist \u00fcber diese \u00dcbersetzung hinweggegangen, aber man kann sie doch immer noch hervorholen, dann und wann, und mit Gewinn lesen!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Homer ist auch heute noch ein bekannter und gro\u00dfer Name; trotzdem macht man sich schwer eine Vorstellung, wieviel er den Gebildeten des sp\u00e4ten 18. Jahrhunderts bedeutet hat &#8211; und da besonders: den Dichtern. Ich bin heute wieder einmal daran erinnert worden, als ich in Friedrich Gottlieb Klopstocks Briefen gelesen habe und dabei in einem von&#8230; <a class=\"more-link\" href=\"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/?p=6278\">Read More <span class=\"screen-reader-text\"> in Homer-Begeisterung<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":15,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[],"tags":[],"class_list":["post-6278","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6278","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/15"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=6278"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6278\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6281,"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6278\/revisions\/6281"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=6278"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=6278"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=6278"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}