{"id":6284,"date":"2016-06-13T00:58:07","date_gmt":"2016-06-12T22:58:07","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wababbel.de\/ferdi\/?p=6284"},"modified":"2016-06-13T00:58:07","modified_gmt":"2016-06-12T22:58:07","slug":"von-der-strophe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/?p=6284","title":{"rendered":"Von der Strophe"},"content":{"rendered":"<p>Im Nachwort des Bandes &#8222;Friedrich Gottlieb Klopstock. Ausgew\u00e4hlte Werke&#8220;, erschienen 1962 bei Hanser, schreibt Friedrich Georg J\u00fcnger bez\u00fcglich der Anfordernisse, die an eine Strophe gestellt werden, folgendes (Seite 1357):<\/p>\n<p><em>Bei der Komposition der lyrischen Strophe bleibt vieles zu bedenken. Die Verse d\u00fcrfen wegen ihrer Leidenschaftlichkeit nicht die L\u00e4nge epischer Verse haben. Die Strophe darf, weil sie als Einheit sich dem Ohre mitzuteilen hat, nicht zu viele Verse haben. Die Verse d\u00fcrfen in der Zahl der Silben, Takte, Kola nicht alle gleich oder gleichartig sein, denn die leidenschaftliche Bewegung verlangt den Abbruch l\u00e4ngerer Verse gegen k\u00fcrzere. Der einzelne Vers muss seine Selbstst\u00e4ndigkeit dem Gesetz der Strophe unterordnen, denn erst durch diesen Gehorsam entsteht eine kompositorische Einheit der Strophe. Der Wuchs der Strophe zeigt sich darin, dass die Verse sich nicht gegeneinander absetzen, sondern, ihre Selbstst\u00e4ndigkeit ohne Furcht aufgebend, sich umarmen und verschlingen.<\/em><\/p>\n<p>Und das, so J\u00fcnger, gilt f\u00fcr die Nachahmung antiker Strophen ebenso wie f\u00fcr einheimische Strophen. Ich denke, da hat er sehr recht &#8211; und deswegen geh\u00f6rt doch einiges mehr dazu, zum Beispiel eine antike Oden-Strophe zu meistern, als blo\u00dfes Vollschreiben eines Betonungsmusters; und das Einschreiben in eine solche Form ist immer mit Nachdenken verbunden, mit dem Versuchen und Vergleichen und Verwerfen &#8211; von heute auf morgen l\u00e4sst sich das jedenfalls kaum erreichen!<\/p>\n<p>\u00c4hnliches gilt auch, will man eigene Strophenformen erfinden. Vorbild ist da unbedingt Klopstock, und darum soll nun auch eine der von ihm ersonnenen Strophen hier den Abschluss bilden!\u00a0 Der Anfang von &#8222;Die fr\u00fchen Gr\u00e4ber&#8220;:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Willkommen, o silberner Mond,<br \/>\nSch\u00f6ner, stiller Gef\u00e4hrt&#8216; der Nacht!<br \/>\nDu entfliehst? Eile nicht, bleib, Gedankenfreund!<br \/>\nSehet, er bleibt, das Gew\u00f6lk wallte nur hin.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wunderbar. Wer mag, kann sich ja das Silbenbild erstellen; und sich \u00fcberlegen, ob und wie die von J\u00fcnger genannten Strophen-Merkmale hier verwirklicht worden sind &#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Nachwort des Bandes &#8222;Friedrich Gottlieb Klopstock. Ausgew\u00e4hlte Werke&#8220;, erschienen 1962 bei Hanser, schreibt Friedrich Georg J\u00fcnger bez\u00fcglich der Anfordernisse, die an eine Strophe gestellt werden, folgendes (Seite 1357): Bei der Komposition der lyrischen Strophe bleibt vieles zu bedenken. Die Verse d\u00fcrfen wegen ihrer Leidenschaftlichkeit nicht die L\u00e4nge epischer Verse haben. Die Strophe darf, weil&#8230; <a class=\"more-link\" href=\"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/?p=6284\">Read More <span class=\"screen-reader-text\"> in Von der Strophe<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":15,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[],"tags":[],"class_list":["post-6284","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6284","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/15"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=6284"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6284\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6285,"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6284\/revisions\/6285"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=6284"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=6284"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=6284"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}