{"id":6373,"date":"2016-07-07T00:23:40","date_gmt":"2016-07-06T22:23:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wababbel.de\/ferdi\/?p=6373"},"modified":"2016-07-07T12:01:18","modified_gmt":"2016-07-07T10:01:18","slug":"buecher-zum-vers-89","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/?p=6373","title":{"rendered":"B\u00fccher zum Vers (89)"},"content":{"rendered":"<p><strong>Heinz Schlaffer: Geistersprache. Zweck und Mittel der Lyrik.<\/strong><\/p>\n<p>In seiner Einleitung sagt Schlaffer \u00fcber dieses Buch:<\/p>\n<p><em>Sein Titel r\u00fcckt dem zarten Wesen der Lyrik mit einem kruden Begriffspaar zu Leibe: Zweck und Mittel. Die Absicht, Gedichte als zweckgerichtete Handlungen zu verstehen, wird Befremden hervorrufen. Doch wer die \u00e4ltesten \u00fcberlieferten Gedichte liest &#8211; \u00e4gyptische und indische Gebete, hebr\u00e4ische Psalmen, fr\u00fchgriechische Hymnen und Oden, althochdeutsche Zauberspr\u00fcche -, muss zugeben, dass diese etwas, und nicht wenig, bewirken wollten: die G\u00f6tter gn\u00e4dig stimmen, Krankheiten heilen, Missernten abwenden, den Feinden schaden. Der Glaube am eine solche Wirkung von Versen sei schon lange erloschen, wird man einwenden, aus der Lyrik sei etwas anderes, etwas Zweckfreies, wenn nicht Zweckloses geworden. Dem l\u00e4sst sich entgegnen: die \u00e4ltesten Zwecke sind zwar verschwunden, nicht aber die Mittel, die einst dazu dienten, jene Zwecke zu bef\u00f6rdern &#8211; und zu diesen Mitteln geh\u00f6rt, wie sich zeigen wird, mehr als die auff\u00e4llige sprachliche Gestalt der Lyrik. Ohne das Verst\u00e4ndnis ihres archaischen Zwecks lassen sich die bis heute eingesetzten Mittel nicht verstehen.<\/em> (Seite 9)<\/p>\n<p>Das umrei\u00dft den Inhalt schon ganz gut &#8230; Los geht es dann mit \u00dcberlegungen zur &#8222;Anrufung&#8220;, was an sich ein sehr lohnender Gegenstand ist!<\/p>\n<p><em>In der archaischen, nur im Rahmen des Gedichts noch g\u00fcltigen Denkweise sind Materie, Pflanzen, Tiere, Menschen, Seelen, Geister nicht scharf von einander getrennt, sondern miteinander verwandt, ineinander verwandelbar und deshalb auf gleiche Weise ansprechbar. Es ist eine spezielle Leistung des Anrufs und eine generelle Aufgabe der Lyrik, die Seele und die Dinge einander anzun\u00e4hern.<br \/>\n<\/em><br \/>\nNoch ein kurzes Zitat aus diesem ersten Kapitel (Seite 21), das zeigt: hier liegt ein gut lesbares Buch vor, das Nachdenkenswertes vorstellt, und ob man den \u00dcberlegungen des Verfassers schlussendlich zustimmt oder sie ablehnt, \u00e4ndert nichts daran, dass die f\u00fcr das Lesen aufgewendete Zeit gut angelegt ist.<\/p>\n<p>Erschienen ist der Band 2012 bei Hanser!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heinz Schlaffer: Geistersprache. Zweck und Mittel der Lyrik. In seiner Einleitung sagt Schlaffer \u00fcber dieses Buch: Sein Titel r\u00fcckt dem zarten Wesen der Lyrik mit einem kruden Begriffspaar zu Leibe: Zweck und Mittel. Die Absicht, Gedichte als zweckgerichtete Handlungen zu verstehen, wird Befremden hervorrufen. Doch wer die \u00e4ltesten \u00fcberlieferten Gedichte liest &#8211; \u00e4gyptische und indische&#8230; <a class=\"more-link\" href=\"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/?p=6373\">Read More <span class=\"screen-reader-text\"> in B\u00fccher zum Vers (89)<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":15,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[],"tags":[],"class_list":["post-6373","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6373","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/15"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=6373"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6373\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6382,"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6373\/revisions\/6382"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=6373"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=6373"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=6373"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}