{"id":6513,"date":"2016-08-01T01:03:54","date_gmt":"2016-07-31T23:03:54","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wababbel.de\/ferdi\/?p=6513"},"modified":"2016-08-01T10:41:32","modified_gmt":"2016-08-01T08:41:32","slug":"erzaehlverse-der-hexameter-150","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/?p=6513","title":{"rendered":"Erz\u00e4hlverse: Der Hexameter (150)"},"content":{"rendered":"<p>Aus Wilhelm von Humboldts Anfang des 19. Jahrhunderts verfassten &#8222;Betrachtungen \u00fcber das klassische Altertum&#8220;, die im eigentlichen Titel &#8222;Hellas und Latium&#8220; hei\u00dfen, finden sich unter den Bemerkungen zur altgriechischen Dichtung auch diese Zeilen zum Hexameter:<\/p>\n<p><em>Nie hat sich die Dichtung irgend eines Volks in einem so weiten, sich allen Empfindungen sogleich anschmiegenden, so voll wogenden Elemente bewegt. Der urspr\u00fcnglichste und \u00e4lteste Vers der Griechen, der Hexameter, ist zugleich der Inbegriff und der Grundton aller Harmonien des Menschen und der Sch\u00f6pfung. Wenn man bewundert, wie es m\u00f6glich war, einen solchen Umfang und solche Tiefe in so einfache Grenzen einzuschlie\u00dfen, wenn man erw\u00e4gt, dass dieser einzige Vers die Grundlage aller andern poetischen Rhythmen ist, und dass ohne den Zauber dieser Harmonien die wundervollsten Geheimnisse des Gem\u00fcts und der Sch\u00f6pfung ewig unerschlossen geblieben w\u00e4ren, so versucht man umsonst, sich die Entstehung einer so pl\u00f6tzlich auftretenden Erscheinung zu erkl\u00e4ren. Wenn man sich das Hin- und Wiederfluten aller lebendigen Bewegung der ganzen Sch\u00f6pfung nach gesetzm\u00e4ssiger Harmonie hinstrebend denkt, so ist es, als h\u00e4tte sie endlich ihr \u00fcppiges \u00dcberschwanken in diese leicht beschr\u00e4nkenden Ma\u00dfe beschwichtigt, sich beruhigend in diese Weise eingewiegt, die dann ein gl\u00fccklich organisiertes Volk ergriff, und in seiner Sprache heftete. So viel mehr scheint dieser Vers dem Rhythmus der Welt als dem Stammeln menschlicher Laute anzugeh\u00f6ren.<\/em><\/p>\n<p>Ich lasse das einfach so stehen. Ganz ernst muss man diese Gedanken, die in einer Zeit h\u00f6chster Griechenbegeisterung und -verehrung entstanden sind, nicht nehmen; aber ein Fingerzeig in die richtige Richtung sind sie doch, denke ich. Wie auch dieses Zitat Humboldts, das sich etwas weiter hinten im Text findet:<\/p>\n<p><em>Denn es ist immer dasselbe Suchen des Unendlichen im Endlichen, der Gottheit im Irdischen, da einmal nicht zu leugnen ist, dass in diesem mehr als blo\u00df Irdisches liegt und dieses Mehr doch nur der Begeisterung zug\u00e4nglich ist.<\/em><\/p>\n<p>Alles kleine Bausteine zu einem Verst\u00e4ndnis des Hexameters, das \u00fcber ein reines Silbenbild hinausgeht!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aus Wilhelm von Humboldts Anfang des 19. 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