{"id":6727,"date":"2016-09-25T06:38:23","date_gmt":"2016-09-25T04:38:23","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wababbel.de\/ferdi\/?p=6727"},"modified":"2016-09-25T08:42:02","modified_gmt":"2016-09-25T06:42:02","slug":"erzaehlformen-das-distichon-41","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/?p=6727","title":{"rendered":"Erz\u00e4hlformen: Das Distichon (41)"},"content":{"rendered":"<p>Gedichte \u00fcber Wasserf\u00e4lle sind, solange sie sich auf die reine Beschreibung beschr\u00e4nken, recht \u00e4hnlich. Drei \u00e4lterere Eintr\u00e4ge, <a href=\"http:\/\/www.wababbel.de\/ferdi\/2014\/07\/05\/erzaehlverse-der-hexameter-53\/\">Der Hexameter (53)<\/a>,\u00a0 <a href=\"http:\/\/www.wababbel.de\/ferdi\/2015\/03\/11\/erzaehlformen-das-sonett-13\/\">Das Sonett (13)<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.wababbel.de\/ferdi\/2015\/02\/25\/ganz-frei\/\">Ganz frei<\/a>, besch\u00e4ftigte sich mit Gedichten zum Rheinfall, unter anderem auch mit Eduard M\u00f6rikes in Distichen gehaltenem &#8222;Am Rheinfall&#8220;; hier ein weiterer &#8222;Fall&#8220;, Theodor K\u00f6rners &#8222;Der Zackenfall&#8220;:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Brausend st\u00fcrzt sich die Flut in die dunkle, schwindelnde Tiefe,<br \/>\nUnd im silbernen Schaum bricht sich die Farbe des Lichts.<br \/>\nEwig verj\u00fcngt sich der Fall; es dr\u00e4ngt sich Woge auf Woge,<br \/>\nUnd seit Jahrtausenden k\u00e4mpft hier mit den Fluten der Fels.<br \/>\nAber umsonst strebt er dem Elemente entgegen,<br \/>\nUnd der ewige Kampf bleibt das Gesetz der Natur.<br \/>\nStolz wie die brausende Flut, so das k\u00fchne Streben des J\u00fcnglings,<br \/>\nDas durch des Schicksals Nacht mutig den Mutigen rei\u00dft.<br \/>\nHell flie\u00dft, wie nach dem Sturze der Bach, nach den K\u00e4mpfen der Jugend<br \/>\nIhm auch des Lebens Strom rein und kristallhell dahin.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das ist, in der Bildlichkeit, schw\u00e4cher als bei M\u00f6rike, und auch in der Versgestaltung ein wenig nachl\u00e4ssiger, bezogen auf das Sibengewicht, und dadurch unruhiger?! Aber trotzdem: Ein gelungener Text!<\/p>\n<p>Zum Vergleich noch eine Prosabeschreibung des Falls aus K\u00f6rners Zeit, zu finden in den &#8222;Bildungsbl\u00e4ttern&#8220; von 1807:<\/p>\n<p>&#8222;Der Fluss, welcher den Zackenfall bildet, hei\u00dft <em>Zackerle<\/em>. Er war ziemlich stark angeschwollen. J\u00e4h und heldenk\u00fchn st\u00fcrzt er zwischen hohen Granitw\u00e4nden 145 Fu\u00df (nach Angabe unseres F\u00fchrers, <em>Zeidler<\/em>) tief hinab in einen engen, d\u00fcstern Schlund, wohin ihm das Auge mit Schaudern folgt. Er hat sein Bette wohl zwanzig bis drei\u00dfig Fu\u00df breit in den Granitfelsen ausgeh\u00f6hlt. Das Tosen des Sturzes war so stark, dass wir einander im Sprechen kaum verstehen konnten. Gegen sechzig Fu\u00df st\u00fcrzt das Wasser beinahe senkrecht und in einem schmalen Strahle herab; dann rauscht es ungleich breiter \u00fcber einen schroffen Felsen, beinahe noch einmal so tief, herunter. Wie das eilt und bricht und sch\u00e4umt! Mit jedem Augenblicke erscheint das Wogenget\u00fcmmel erhabner, bewegt es st\u00e4rker das Innerste.&#8220; (M. Hergang)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gedichte \u00fcber Wasserf\u00e4lle sind, solange sie sich auf die reine Beschreibung beschr\u00e4nken, recht \u00e4hnlich. 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