{"id":6740,"date":"2016-09-28T11:28:11","date_gmt":"2016-09-28T09:28:11","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wababbel.de\/ferdi\/?p=6740"},"modified":"2016-09-28T11:29:09","modified_gmt":"2016-09-28T09:29:09","slug":"die-kynast-sage","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/?p=6740","title":{"rendered":"Die Kynast-Sage"},"content":{"rendered":"<p>Beim Goethezeitportal gibt es eine sch\u00f6ne <a href=\"http:\/\/www.goethezeitportal.de\/index.php?id=6599\">Dokumentation zur Kynast-Sage<\/a>, die auch einige dar\u00fcber geschriebene Balladen versammelt. Ich bin dort gelandet, weil ich angefangen habe, \u00fcber Theodor K\u00f6rners Vers-Fassung der Geschichte nachzudenken, genauer: \u00fcber ihre Ma\u00dflosigkeit.<\/p>\n<p>Auf Burg Kynast\u00a0 macht Kunigunde einen &#8222;Mauerritt&#8220; zur Bedingung ihrer Heirat in der Hoffnung, dass ihn niemand wagt. Aber vergebens: Ein ihr teurer J\u00fcngling reitet gegen ihren Rat und ihre Bitte &#8211; und stirbt. Kunigunde wird krank vor Kummer, erholt sich aber. Drei Br\u00fcder wagen den Ritt, wieder taub ihrem Flehen gegen\u00fcber; auch sie sterben. Wieder erkrankt Kunigunde, wieder erholt sie sich. Bei den zahlreichen weiteren Bewerbern sieht sie kalt und teilnahmslos zu; alle sterben. Dann kommt ein Ritter, in den sie sich sofort verliebt, und f\u00fcr den sie die Bedingung aussetzen will; er aber besteht darauf, zu reiten, und es gl\u00fcckt. Nun will sie ihn heiraten, er aber sagt nein: er habe den Ritt nur gewagt, um den J\u00fcngling und die drei Br\u00fcder zu r\u00e4chen. Kunigunde, verzweifelt, wirf sich in den Abgrund und stirbt.<\/p>\n<p>F\u00fcr alle das braucht K\u00f6rner 40 Strophen, jede zu zehn Versen! Die letzte:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Und sie st\u00fcrzt sich hinab<br \/>\nIns Felsengrab;<br \/>\nDa klingt es wie Geistergefl\u00fcster:<br \/>\n&#8222;Die Braut ist gekommen, den Kranz herab!<br \/>\nWas, Liebchen, bist du so d\u00fcster?<br \/>\nNun ist das Hoffen und Sehnen verk\u00fcrzt,<br \/>\nNun mag sich die Jungfrau verm\u00e4hlen;<br \/>\nDu hast dich uns selbst in die Arme gest\u00fcrzt:<br \/>\nKannst w\u00e4hlen,<br \/>\nDer Braut soll&#8217;s am Liebsten nicht fehlen.&#8220;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Nicht schlecht, aber beim Lesen wird man das Gef\u00fchl nicht los, das geht k\u00fcrzer und dadurch \u00fcberzeugender &#8230; Wenn das Medium die K\u00fcrze erzwingt, reichen f\u00fcr die ganze Sage auch zw\u00f6lf Verse &#8211; eine in besagter Dokumentation zu sehende Postkarte tr\u00e4gt diesen Text, von &#8222;K.B.&#8220;:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Auf Burg Kynast erz\u00e4hlt die Sage<br \/>\nvon einer sch\u00f6nen Kunigund&#8216;:<br \/>\nAls Freiersmann k\u00e4m&#8216; nur in Frage,<br \/>\nwer um die Zinnen reiten kunnt.<br \/>\nDen k\u00fchnen Ritt manch tapferer Ritter<br \/>\nim H\u00f6llengrund b\u00fc\u00dft mit dem Leib,<br \/>\nnur Adelbert vollbringt das Wunder,<br \/>\nverl\u00e4sst darauf das schn\u00f6de Weib.<br \/>\nVerzweifelt st\u00fcrzt sich Kunigunde<br \/>\nin Liebesweh den Grund hinab;<br \/>\nnoch heut&#8216; in mittern\u00e4cht&#8217;ger Stunde<br \/>\nihr Geist entsteigt dem k\u00fchlen Grab.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das ist nun allerdings arg knapp; die Wahrheit d\u00fcrfte, wie immer, irgendwo in der Mitte liegen. Aber da lohnt ein Vergleich mit den anderen Ausgestaltungen der Sage!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Beim Goethezeitportal gibt es eine sch\u00f6ne Dokumentation zur Kynast-Sage, die auch einige dar\u00fcber geschriebene Balladen versammelt. Ich bin dort gelandet, weil ich angefangen habe, \u00fcber Theodor K\u00f6rners Vers-Fassung der Geschichte nachzudenken, genauer: \u00fcber ihre Ma\u00dflosigkeit. Auf Burg Kynast\u00a0 macht Kunigunde einen &#8222;Mauerritt&#8220; zur Bedingung ihrer Heirat in der Hoffnung, dass ihn niemand wagt. 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