{"id":6822,"date":"2016-10-19T08:23:09","date_gmt":"2016-10-19T06:23:09","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wababbel.de\/ferdi\/?p=6822"},"modified":"2016-10-19T08:23:09","modified_gmt":"2016-10-19T06:23:09","slug":"erzaehlverse-der-hexameter-153","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/?p=6822","title":{"rendered":"Erz\u00e4hlverse: Der Hexameter (153)"},"content":{"rendered":"<p>Die Grundform des Hexameters, in der alle Versf\u00fc\u00dfe bis auf den letzten dreisilbig sind (also schwer &#8211; leicht &#8211; leicht), ist vergleichsweise selten. Das leuchtet ein: Ein metrisch geregelter Vers lebt auch von dem Wechselspiel zwischen Wiederholung und Abwandlung, und wird die Grundform, die sonst als Vergleichsgr\u00f6\u00dfe im Hintergrund mitschwingt, voll verwirklicht, f\u00e4llt die Abwandlung weg, und die Wiederholung herrscht! Weswegen ein solcher Vers selbstverst\u00e4ndlich m\u00f6glich ist, mehrere davon hintereinander aber selten vorkommen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Morgen, verschlafener Morgen, wie lange noch denkst du zu schlafen?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ein Vers im unverwechselbaren Ton Friedrich R\u00fcckerts, der hier die Grundform verwirklicht:<\/p>\n<p>\u2014 \u25e1 \u25e1 \/ \u2014 \u25e1\u00a0\u25e1 \/ \u2014 \u25e1 <span style=\"color: #ff0000\">||<\/span> \u25e1 \/ \u2014 \u25e1 \u25e1 \/ \u2014 \u25e1 \u25e1 \/ \u2014 \u25e1<\/p>\n<p>Ein sch\u00f6ner Vers, der durch seine Gliederung der Eint\u00f6nigkeit des Metrums entgegenwirkt. Zwei derartige Verse hintereinander klingen so:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Mich mit den Frohen zu freuen, zu schauen den herbstlichen Jubel<br \/>\nBin ich herauf von den H\u00fctten der gastlichen Freundschaft gestiegen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&#8211; So Friedrich H\u00f6lderlin in seinem fr\u00fchen Werk &#8222;Die Teck&#8220;, das noch wenig von der Sprachgewalt der sp\u00e4ten Hexameter H\u00f6lderlins zeigt; und auch diese beiden Verse sind nicht schlecht, aber im Verbund doch ein wenig zu schnell, zu fl\u00fcchtig?!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Aber ein lockenumkr\u00e4uselter Knab&#8216;, wie der lachende Amor,<br \/>\nThanatos, scheinst du mir hier, in dem flimmerndem Schutte Pompejis,<br \/>\nSpielend mit goldigem Staub und mit Scherben zerbrochener Vasen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Drei<\/em> solcher Verse, zu finden in &#8222;Euphorion&#8220;, geschrieben von Ferdinand Gregorovius. Der Eindruck von eint\u00f6niger Fl\u00fcchtigkeit hat sich sehr verst\u00e4rkt, und es wunderte nicht, verl\u00f6re der Text die Aufmerksamkeit des Lesers \/ H\u00f6rers, ginge das \u00fcber noch l\u00e4ngere Strecken so!<\/p>\n<p>Aber, wie gesagt: Ein einzelner derartiger Vers ist \u00fcblich und in seinem Verzicht auf die Abwechslung &#8211; auch selbst eine Art von Abwechslung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Grundform des Hexameters, in der alle Versf\u00fc\u00dfe bis auf den letzten dreisilbig sind (also schwer &#8211; leicht &#8211; leicht), ist vergleichsweise selten. 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