{"id":6936,"date":"2016-11-17T09:17:43","date_gmt":"2016-11-17T08:17:43","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wababbel.de\/ferdi\/?p=6936"},"modified":"2016-11-17T09:18:49","modified_gmt":"2016-11-17T08:18:49","slug":"erzaehlformen-das-reimpaar-30","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/?p=6936","title":{"rendered":"Erz\u00e4hlformen: Das Reimpaar (30)"},"content":{"rendered":"<p>Nikolaus Lenau f\u00fchrt in &#8222;Die Drei&#8220; das Reimpaar aus iambischen Vierhebern in seiner Reinform vor &#8211; keine auflockernden doppelt besetzten Senkungen, keine Abwechslung schaffenden weiblichen Versschl\u00fcsse, kein inhaltliches \u00dcbergreifen aus einem Verspaar ins n\u00e4chste, kein nichts:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Drei Reiter nach verlorner Schlacht,<br \/>\nWie reiten sie so sacht, so sacht!<\/p>\n<p>Aus tiefen Wunden quillt das Blut,<br \/>\nEs sp\u00fcrt das Ro\u00df die warme Flut.<\/p>\n<p>Vom Sattel tropft das Blut, vom Zaum,<br \/>\nUnd sp\u00fclt hinunter Staub und Schaum.<\/p>\n<p>Die Rosse schreiten sanft und weich,<br \/>\nSonst fl\u00f6ss&#8216; das Blut zu rasch, zu reich.<\/p>\n<p>Die Reiter reiten dicht gesellt,<br \/>\nUnd einer sich am andern h\u00e4lt.<\/p>\n<p>Sie sehn sich traurig ins Gesicht,<br \/>\nUnd einer um den andern spricht:<\/p>\n<p>&#8222;Mir bl\u00fcht daheim die sch\u00f6nste Maid,<br \/>\nDrum tut mein fr\u00fcher Tod mir leid.&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Hab Haus und Hof und gr\u00fcnen Wald,<br \/>\nUnd sterben muss ich hier so bald!&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Den Blick hab ich in Gottes Welt,<br \/>\nSonst nichts, doch schwer mirs Sterben f\u00e4llt.&#8220;<\/p>\n<p>Und lauernd auf den Todesritt<br \/>\nZiehn durch die Luft drei Geier mit.<\/p>\n<p>Sie teilen kreischend unter sich:<br \/>\n&#8222;Den speisest du, den du, den ich.&#8220;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das ist ein Inhalt, dem die formale Strenge, die Beschr\u00e4nktheit sehr gut tut!?<\/p>\n<p>Bei sich zu Hause hatte Lenau selbst einen Geier, doch der war ausgestopft und wurde vom Dichter angedichtet, gleichfalls in Reimpaaren, aber in weitr\u00e4umig-alexandrinischen; wodurch der Text einen ganz anderen Klang bekommt. In den ersten beiden Reimpaaren des langen Gedichts geht es bissig zu:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Du stehst so still und ernst, mein ausgeb\u00e4lgter Geier,<br \/>\nIch bringe dir ein Lied mit meiner ernsten Leier.<\/p>\n<p>Zwar h\u00f6rst du nichts davon, dir geht mein Gru\u00df verloren;<br \/>\nDoch Dichter sind gewohnt, zu singen toten Ohren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wobei die Dichter diesbez\u00fcglich bis heute keine Gelegenheit hatten, sich zu entw\u00f6hnen, scheint mir.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nikolaus Lenau f\u00fchrt in &#8222;Die Drei&#8220; das Reimpaar aus iambischen Vierhebern in seiner Reinform vor &#8211; keine auflockernden doppelt besetzten Senkungen, keine Abwechslung schaffenden weiblichen Versschl\u00fcsse, kein inhaltliches \u00dcbergreifen aus einem Verspaar ins n\u00e4chste, kein nichts: &nbsp; Drei Reiter nach verlorner Schlacht, Wie reiten sie so sacht, so sacht! Aus tiefen Wunden quillt das Blut,&#8230; <a class=\"more-link\" href=\"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/?p=6936\">Read More <span class=\"screen-reader-text\"> in Erz\u00e4hlformen: Das Reimpaar (30)<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":15,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[],"tags":[],"class_list":["post-6936","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6936","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/15"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=6936"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6936\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6939,"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6936\/revisions\/6939"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=6936"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=6936"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=6936"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}