{"id":7175,"date":"2017-01-21T23:41:12","date_gmt":"2017-01-21T22:41:12","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wababbel.de\/ferdi\/?p=7175"},"modified":"2017-01-21T23:46:38","modified_gmt":"2017-01-21T22:46:38","slug":"erzaehlverse-der-trochaeische-fuenfheber-21","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/?p=7175","title":{"rendered":"Erz\u00e4hlverse: Der troch\u00e4ische F\u00fcnfheber (21)"},"content":{"rendered":"<p>Ich glaube, die guten Dichter unterscheiden sich von den schlechten nicht dadurch, dass sie bessere Verse machen &#8211; <em>einen<\/em> guten Vers bekommt auch der St\u00fcmper hin, der Unterschied liegt darin, dass bei den K\u00f6nnern <em>jeder<\/em> Vers eines Gedichts gut ist.<\/p>\n<p>Rochus Otto Manderup Heinrich zu Lynar (welch Name!) beginnt sein Erz\u00e4hlgedicht &#8222;Die Kellnerin&#8220; so:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Auf der breiten, kunstgerechten Stra\u00dfe<br \/>\nFuhr ich einsam hin, verdrie\u00dflich sinnend;<br \/>\nUnd des Unmuts wetterschwere Wolken<br \/>\nT\u00fcrmten sich am Horizont der Seele.<br \/>\nEilst du wieder, sprach ich zu mir selber,<br \/>\nZu dem reichen Markte, wo die G\u00fcter<br \/>\nAller fremden Zonen leicht sich tauschen;<br \/>\nWo ein ewig reges Leben waltet<br \/>\nUnd ein Jeder zu erwerben trachtet?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das klingt doch gar nicht schlecht! Aber als &#8222;Ich&#8220; &#8211; wie nach dieser Einleitung nicht anders zu erwarten &#8211; in einem Gasthaus einkehrt, wandelt sich etwas im Ton:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>An dem Tisch&#8216;, aus k\u00fchlem Stein&#8216; gehauen,<br \/>\nSetzt&#8216; ich auf die kleine Bank mich nieder,<br \/>\nHarrend, dass man mir Erfrischung reiche.<br \/>\nDa erschien, wie aus der Fabel Zeiten,<br \/>\nMir ein feenhaftes Wesen, lieblich,<br \/>\nWie die j\u00fcngste Nymphe dieses Tales,<br \/>\nReizend, wie man sich die Hebe dachte,<br \/>\nWenn sie einem Sterblichen erschienen,<br \/>\nIhn durch Himmelsgabe zu verg\u00f6ttern;<br \/>\nUnd ich musste die umw\u00f6lkten Sinne<br \/>\nIn die Wirklichkeit gewaltsam rufen,<br \/>\nUm das holde, reizend sch\u00f6ne M\u00e4dchen<br \/>\nAls des Wirtes Tochter zu begr\u00fc\u00dfen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das klingt schon sehr viel weniger eigenst\u00e4ndig?! Noch nicht wirklich schlecht, und der troch\u00e4ische F\u00fcnfheber f\u00e4ngt sicher auch einiges auf; aber Dinge wie das &#8222;holde, reizend sch\u00f6ne M\u00e4dchen&#8220; sind eine Leerstelle, eine Versf\u00fcllung &#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich glaube, die guten Dichter unterscheiden sich von den schlechten nicht dadurch, dass sie bessere Verse machen &#8211; einen guten Vers bekommt auch der St\u00fcmper hin, der Unterschied liegt darin, dass bei den K\u00f6nnern jeder Vers eines Gedichts gut ist. Rochus Otto Manderup Heinrich zu Lynar (welch Name!) beginnt sein Erz\u00e4hlgedicht &#8222;Die Kellnerin&#8220; so: &nbsp;&#8230; <a class=\"more-link\" href=\"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/?p=7175\">Read More <span class=\"screen-reader-text\"> in Erz\u00e4hlverse: Der troch\u00e4ische F\u00fcnfheber (21)<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":15,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[],"tags":[],"class_list":["post-7175","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7175","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/15"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=7175"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7175\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":7177,"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7175\/revisions\/7177"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=7175"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=7175"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=7175"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}