{"id":7190,"date":"2017-01-24T23:58:06","date_gmt":"2017-01-24T22:58:06","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wababbel.de\/ferdi\/?p=7190"},"modified":"2017-01-25T02:47:57","modified_gmt":"2017-01-25T01:47:57","slug":"erzaehlformen-das-distichon-68","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/?p=7190","title":{"rendered":"Erz\u00e4hlformen: Das Distichon (68)"},"content":{"rendered":"<p>Johannes Minckwitz findet in seinem &#8222;Lehrbuch der rhythmischen Malerei der deutschen Sprache&#8220; viele blumige Worte; die folgenden gelten dem Distichon.<\/p>\n<p><em>Die allgemeine Bewegung des Ganzen ist eine spondeisch-daktylische, reich an Wechsel von Anfang bis zu Ende, uneingeschr\u00e4nkt im Hexameter und in der ersten H\u00e4lfte des Pentameters, in der zweiten indessen auf den blo\u00dfen daktylischen Wechsel angewiesen. Frei sich entfaltend und schwungvoll in ihren Rhythmen sich fortbewegend, schlie\u00dft die Strophe leichten Tanzes, allgemach ihre Schwingen niedersenkend, so dass sie den Lauf ihres Stromes in sich selbst vollkommen abrundet. Die Melodie desselben ist eine kr\u00e4ftige, rasch auf- und absteigende, sich wiegende und sanft verhallende Tonweise, von L\u00e4nge nur gering und auf zwei Hauptstr\u00f6mungen beschr\u00e4nkt, deren zweite gleichsam das gebrochene Echo der ersten ist.<\/em><\/p>\n<p>Nun ist zum Distichon alles und sein Gegenteil geschrieben und gesagt worden; man muss sich sein eigenes Bild machen. Dabei hilft aber das Zur-Kenntnis-Nehmen solcher Beschreibungen ganz sicher, auch wenn sie vielstimmig sind, nicht immer dasselbe sagen; irgendwo, in der Mitte von all dem, liegt die Wahrheit.<\/p>\n<p>Wobei mir Minkwitz&#8216; Ausf\u00fchrungen, das sei gesagt, schon recht einleuchtend erscheinen?! In seinen Beispielversen vergleicht er den Distichonklang mit\u00a0 der &#8222;Musik lieblicher Seemelodien&#8220;,<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Welche die Wog&#8216; aufsteigend erhebt und in Schwingungen fortsetzt,<br \/>\nBis sie, geborsten, im Ton fallender Wasser zerrinnt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das ist ein ziemlich stark antikisierendes Distichon:<\/p>\n<p><strong>Wel<\/strong>che die \/ <strong>Wo<\/strong>g&#8216; auf- \/ <strong>stei<\/strong>gend er- \/ <strong>hebt<\/strong> <span style=\"color: #ff0000\">||<\/span> und in \/ <strong>Schwin<\/strong>gungen \/ <strong>fort<\/strong>setzt,<br \/>\n<strong>Bis<\/strong> sie, ge- \/ <strong>bors<\/strong>ten, im \/ <strong>Ton<\/strong> <span style=\"color: #ff0000\">||<\/span> <strong>fal<\/strong>lender \/ <strong>Was<\/strong>ser zer- \/ <strong>rinnt<\/strong>.<\/p>\n<p>\u2014 \u25e1 \u25e1 \/ \u2014 \u2014 \/ \u2014 \u25e1 \u25e1 \/ \u2014 <span style=\"color: #ff0000\">||<\/span> \u25e1 \u25e1 \/ \u2014 \u25e1 \u25e1 \/ \u2014 \u2014<br \/>\n\u2014 \u25e1 \u25e1 \/ \u2014 \u25e1 \u25e1 \/ \u2014 <span style=\"color: #ff0000\">||<\/span> \u2014 \u25e1 \u25e1 \/ \u2014 \u25e1 \u25e1 \/ \u2014<\/p>\n<p>Der Vortrag ist dementsprechend nicht ganz so einfach, sollte aber gelingen?! Insgesamt unter den vielen Beispielen, das Distichon an und durch sich selber zu beschreiben, ein guter Versuch; aber keiner der besten &#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Johannes Minckwitz findet in seinem &#8222;Lehrbuch der rhythmischen Malerei der deutschen Sprache&#8220; viele blumige Worte; die folgenden gelten dem Distichon. 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