{"id":7201,"date":"2017-01-25T23:57:01","date_gmt":"2017-01-25T22:57:01","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wababbel.de\/ferdi\/?p=7201"},"modified":"2017-04-23T23:01:15","modified_gmt":"2017-04-23T22:01:15","slug":"genie-und-wahnsinn","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/?p=7201","title":{"rendered":"Genie und Wahnsinn"},"content":{"rendered":"<p>Der Sohn des im gestrigen Eintrags angef\u00fchrten Philologen und Schriftstellers Johannes Minckwitz hie\u00df \u00fcbrigens auch Johannes Minckwitz und war ein vergleichsweise guter Schachspieler, nicht allzuweit hinter den Besten. Schriftstellerisch t\u00e4tig war er aber doch, er hat einige zu seiner Zeit vielbeachtete Schachb\u00fccher geschrieben, darunter eins \u00fcber den Schachweltmeisterschaftskampf 1886 zwischen Wilhelm Steinitz und seinem Herausforderer Johannes Hermann Zuckertort.<\/p>\n<p>Alle drei, die beiden Spieler wie der Berichterstatter, nahmen allerdings ein unsch\u00f6nes Ende: Zuckertort war nach seiner Niederlage ein gebrochener Mann, der zwei Jahre sp\u00e4ter, 1888, an einem Schlaganfall starb; Wilhelm Steinitz setzte der Verlust seines Weltmeistertitels im Jahre 1894 gleichfalls so heftig zu, dass er wiederholt in Nervenheilanstalten eingewiesen werden musste und kurz vor seinem Tod im Jahre 1900 glaubte, Schachfiguren mit Hilfe von aus seinem K\u00f6rper str\u00f6mender Elektrizit\u00e4t bewegen zu k\u00f6nnen; und auch Johannes Minckwitz musste 1894 in eine Nervenheilanstalt, ehe er 1901 von einer Stra\u00dfenbahn \u00fcberfahren wurde, vor die er sich wohl selbst geworfen hatte, und als letzter von den dreien starb.<\/p>\n<p>Aber Minckwitz war nicht nur ein starker Schachspieler, sondern auch ein geistreicher Erfinder von Schachr\u00e4tseln &#8211; einige seiner Aufgaben sind auf Turnieren mit Preisen ausgezeichnet worden. Die folgende Stellung allerdings ist ein sehr einfaches Problem, eigentlich mehr eine Finger\u00fcbung, ver\u00f6ffentlicht 1866 in der &#8222;Schachzeitung&#8220;:<\/p>\n<p>[fen]5K1k\/8\/7p\/6p1\/8\/3B2PP\/8\/8 w &#8211; &#8211; 0 1[\/fen]<\/p>\n<p>Die Forderung lautet: <strong>Wei\u00df am Zug setzt mit seinem f\u00fcnften Zug matt<\/strong>. Da der wei\u00dfe L\u00e4ufer dem auf einem schwarzen Feld stehenden schwarzen K\u00f6nig nichts wird anhaben k\u00f6nnen, ist klar, dass die beiden wei\u00dfen Bauern ins Geschehen eingreifen m\u00fcssen:<\/p>\n<ol>\n<li>g3-g4\u00a0\u00a0 h6-h5<\/li>\n<li>h3-h4! h5xg4<\/li>\n<li>h4xg5\u00a0 g4-g3<\/li>\n<li>g5-g6\u00a0\u00a0 g3-g2<\/li>\n<li>g6-g7 matt.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Schl\u00e4gt Schwarz im zweiten Zug den anderen Bauern, 2 &#8230; g5xh4, spielt Wei\u00df 3. g4-g5 und weiter wie in der L\u00f6sung bis zum Bauernmatt auf g7.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Sohn des im gestrigen Eintrags angef\u00fchrten Philologen und Schriftstellers Johannes Minckwitz hie\u00df \u00fcbrigens auch Johannes Minckwitz und war ein vergleichsweise guter Schachspieler, nicht allzuweit hinter den Besten. 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