{"id":7305,"date":"2017-02-19T22:48:38","date_gmt":"2017-02-19T21:48:38","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wababbel.de\/ferdi\/?p=7305"},"modified":"2017-02-19T22:48:38","modified_gmt":"2017-02-19T21:48:38","slug":"erzaehlverse-der-trochaeische-vierheber-62","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/?p=7305","title":{"rendered":"Erz\u00e4hlverse: Der troch\u00e4ische Vierheber (62)"},"content":{"rendered":"<p>Die Verse von Joseph von Eichendorffs &#8222;Die Jungfrau und der Ritter&#8220; scheinen ganz gew\u00f6hnliche gereihte und ungereimte troch\u00e4ische Vierheber zu sein:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Eine Jungfrau wandert&#8216; einsam<br \/>\nIn dem wundersch\u00f6nen Frankreich,<br \/>\nGen Paris sie wollte ziehen,<br \/>\nWo die Eltern ihrer harrten;<br \/>\nVon den Ihren abgekommen,<br \/>\nHatt&#8216; sie sich verirrt im Walde,<br \/>\nLehnte sich an eine Eiche,<br \/>\nAnd&#8217;re Wandrer abzuwarten.<\/p>\n<p>Kam ein Ritter da geritten,<br \/>\nGleichfalls gen Paris er trabte.<br \/>\n&#8222;Wenn es Euch beliebt, Herr Ritter,<br \/>\nNehmt mich mit aus diesem Walde.&#8220;<br \/>\n&#8222;Herzlich gerne, sch\u00f6ne Herrin!&#8220;<br \/>\nUnd, ihr h\u00f6flich aufzuwarten,<br \/>\nSprang der Ritter von dem Rosse,<br \/>\nHob hinauf sie, in den Sattel<br \/>\nDrauf sich selber zu ihr schwingend.<\/p>\n<p>Aber als sie so im Walde<br \/>\nEinsam ritten, da begann er<br \/>\nIhr verliebt den Hof zu machen.<br \/>\n&#8222;H\u00fct&#8216; dich, Ritter, sei nicht sch\u00e4ndlich,<br \/>\nEin Todkranker war mein Vater<br \/>\nUnd verpestet meine Mutter,<br \/>\nSiech und elend m\u00fcsst verschmachten,<br \/>\nWer mich frevelhaft ber\u00fchrte.&#8220;<br \/>\nUnd der Ritter schwieg erblassend.<br \/>\nAber in Paris am Tore<br \/>\nStill in sich die Jungfrau lachte.<\/p>\n<p>&#8222;Warum lacht Ihr, sch\u00f6ne Herrin?&#8220; &#8211;<br \/>\n&#8222;\u00dcber den feigen Ritter lach&#8216; ich,<br \/>\nDer sein M\u00e4dchen hat im Freien<br \/>\nUnd nichts macht als Redensarten!&#8220;<\/p>\n<p>Voller Scham sprach da der Ritter:<br \/>\n&#8222;Kehrt noch einmal um zum Walde,<br \/>\nHabe drau\u00dfen was vergessen.&#8220;<br \/>\nDoch die schlaue Jungfrau sagte:<br \/>\n&#8222;Nimmer kehr&#8216; ich um, und t\u00e4t&#8216; ich&#8217;s,<br \/>\nKeiner doch wagt&#8217;s, mir zu nahen,<br \/>\nDenn ich bin die Tochter Frankreichs,<br \/>\nUnd der K\u00f6nig ist mein Vater,<br \/>\nUnd wer meinen Leib ber\u00fchrte,<br \/>\nM\u00fcsst&#8217;s mit seinem Kopf bezahlen.&#8220;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Genaueres Hinschauen und -h\u00f6ren zeigt aber, dass doch ein wenig mehr Ordnung in dem ganzen Text steckt: Die geraden Verse haben eine durchg\u00e4ngige Assonanz auf &#8222;a&#8220;! Eine viel unauff\u00e4lligere Bindung der Verse als die durch einen Reim, aber darum noch lange keine wirkungslose &#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Verse von Joseph von Eichendorffs &#8222;Die Jungfrau und der Ritter&#8220; scheinen ganz gew\u00f6hnliche gereihte und ungereimte troch\u00e4ische Vierheber zu sein: &nbsp; Eine Jungfrau wandert&#8216; einsam In dem wundersch\u00f6nen Frankreich, Gen Paris sie wollte ziehen, Wo die Eltern ihrer harrten; Von den Ihren abgekommen, Hatt&#8216; sie sich verirrt im Walde, Lehnte sich an eine Eiche,&#8230; <a class=\"more-link\" href=\"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/?p=7305\">Read More <span class=\"screen-reader-text\"> in Erz\u00e4hlverse: Der troch\u00e4ische Vierheber (62)<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":15,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[],"tags":[],"class_list":["post-7305","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7305","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/15"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=7305"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7305\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":7306,"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7305\/revisions\/7306"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=7305"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=7305"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=7305"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}